Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

8. Evolution und Schöpfung

  • Die Inhalte der Kapitel 5, 6, 7 und 8 gehören zur Huterschen Entwicklungslehre.
  • Nachstehend einige einleitenden Erläuterungen


1. Empfindungsvermögen

Huter vertritt entschieden die Ansicht, dass

  • die Entstehung des Lebens und der heutigen Lebenswelt sich niemals rein materialistisch, also ohne Einbezug des Empfindungsvermögens erklären lässt;
  • die Erklärungen von Lamarck, Darwin und vieler anderer Forscher unvollständig sind, da sie das Empfindungsvermögen nicht berücksichtigen.

Die Huterschen Lehren über das Empfindungsvermögen sind ersichtlich in der Rubrik


2. Evolutionstheorie

2.1 Selektion resp. Auslese

Was ist unter natürlicher Selektion (deutsch: Auslese) zu verstehen?
Die Individuen einer Art weisen meist kleinere Abweichungen auf in Bezug auf ihren Körper und ihre Fähigkeiten. Solche Unterschiede werden in der Regel ganz oder teilweise an die Nachkommen weitergeben. Auf längere Sicht führt dies dazu, dass gewisse Individuen mit bestimmten Eigenschaften langsam aussterben und andere sich stärker vermehren. Die letzteren sind an die Verhältnisse besser angepasst: Klima, Nahrungsangebot, Konkurrenz durch Individuen gleicher oder anderer Art, Bedrohung durch Feinde, etc. 

Was ist unter geschlechtlicher Selektion zu verstehen?
Die geschlechtliche Verbindung eines männlichen mit einem weiblichen Individuum erfolgt nicht rein zufällig. In der Natur trifft man namentlich folgende Vorgehensweisen an:
a. Die Paarung erfolgt, wenn es dem (meistens) männlichen Individuum gelingt, erfolgreich um das weibliche Individuum zu werben.
b. Die Paarung erfolgt, wenn das (meistens) männliche Individuum sich gegen andere Bewerber erfolgreich durchgesetzt hat.

Was ist unter kontrollierter Selektion zu verstehen? 
Der Mensch bestimmt, welche Individuen sich paaren resp. welche männliche Samenzelle sich mit welcher weiblicher Eizelle zu einem neuen Lebewesen entwickeln soll.

Die Hutersche Terminologie: Selektion und Zuchtwahl
a. Huter verwendet lediglich den Begriff "Selektion" und versteht darunter die geschlechtliche Selektion. 
b. Alternativ verwendet er den Begriff "Zuchtwahl".
Die Carl-Huter-Stiftung übersetzt beide Ausdrücke mit "geschlechtliche Selektion" in andere Sprachen.


2.2 Zuordnung der Erkenntnisse auf Lamarck und Darwin

In der Wissenschaft ist man mehrheitlich der Ansicht, dass 

  • Lamarcks Leistung darin besteht, die Deszendenz resp. Abstammung der Lebewesen endgültig entdeckt zu haben. Vor Lamarck wurde lediglich vermutet, dass die Lebewesen auf gemeinsame Vorfahren zurückgehen könnten.
  • Darwin das Prinzip der natürlichen Selektion entdeckt hat.
    Eine Minderheit ist der Ansicht, dass dieses Prinzip von Lamarck entdeckt worden ist.
    Auch Huter ist dieser Ansicht. Huter geht noch weiter! Mehrmals schreibt er, Lamarck sei der Entdecker des Kampfes ums Dasein, vgl. mit der Rubrik 8A. Fünf Prinzipien; Zitate , Ziffer 3 und mit der Rubrik  8D1. Zitate , Ziffer 2, wo Huter in einer Fussnote eine Abgrenzung zwischen den Erkenntnissen von Lamarck und Darwin vornimmt.

Huters Ansicht über die Erkenntnisse von Lamarck und von Darwin ist:

Lamarck ist der
1. Entdecker der Deszendenz- oder Abstammungslehre;
2. Entdecker der natürlichen Selektion.
3. Entdecker des Prinzips "Kampf ums Dasein" -
Siehe die Huter-Zitate in der Rubrik  8B. Höchste Triebkraft; Zitate , Ziffer 1 und 3, sowie in der Rubrik  8A. Fünf Prinzipien; Zitate , Ziffer 3!

Darwin ist der
4. Entdecker der geschlechtlichen Selektion.


Kommentar

1. Der Ansicht Huters kann zugestimmt werden. Lamarck hat sehr deutlich beschrieben, aus welchen Gründen sich die Arten langsam verändern und den Verhältnissen anpassen.

2. Lamarck hat aber weder den Begriff "Selektion" verwendet noch das Schlagwort "Kampf ums Dasein". Beide Begriffe stammen von Darwin. 

3. Huter schreibt, Darwin verwende das Schlagwort "Kampf ums Dasein", vgl. mit Rubrik  8D1. Zitate , Ziffer 1. Huter behauptet aber nirgends, dass das Schlagwort von Darwin stammt sondern nennt Lamarck als Entdecker dieses Prinzips, siehe die oben genannten Textstellen.

4. Vielleicht wird die Wissenschaft einmal zu einer einheitlichen Ansicht kommen und vielleicht sogar die Ansicht von Huter als die richtige ansehen?


3. Evolutive Faktoren beim Menschen

Beruht die Höherentwicklung einzig auf natürliche und geschlechtliche Selektion, also einzig auf Kampf ums Dasein und erfolgreicher Partnerwahl? Bestehen wichtige Gründe für die Annahme, dass es weitere Faktoren gibt, namentlich um zu erklären, wie ein so hoch entwickeltes Lebewesen wie der heutige Mensch entstehen konnte?

Carl Huter: Ja, es gibt weitere Faktoren!
Siehe oben, Abschnitt "Empfindungsvermögen"!

Lebenserfahrung I: Bildung von kooperativen, friedlichen Gemeinschaften

  • Der Mensch vermag sich mit seinesgleichen abzusprechen und eine Gemeinschaft zu bilden. In solchen Gemeinschaften gibt es stärkere und schwächere Individuen, wobei sich die stärkeren für die schwächeren einsetzen und sie beschützen; es gibt Individuen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, wodurch die Gemeinschaft die Herausforderungen des Lebens besser gewachsen ist, etc.

Lebenserfahrung II: positive Gedanken

  • Viele Menschen machen die Erfahrung, dass die eigene Gesinnung einen wichtigen Einfluss auf das eigene Leben hat. Man fühlt sich besser, gesünder und oft lässt sich das sogar nachweisen. Die Mitmenschen reagieren freundlicher und hilfsbereiter, etc. Viele Menschen haben darüber Bücher geschrieben,
  • Andere Menschen erleben den Einfluss der positiven Gedanken, wenn sie sich religiös betätigen, wenn sie meditieren, etc.

Lebenserfahrung III: Kampf ums Dasein, rücksichtsloses Verhalten

  • Menschen, die ihr Leben am Schlagwort "Kampf ums Dasein" orientieren, stossen bei den Mitmenschen tendenziell auf Ablehnung.  Sie werden z.B. als unkooperativ betrachtet und finden wenig Sympathie und Unterstützung, wenn sie solche benötigen. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass diese Menschen im Wettstreit mit den anderen Menschen erfolgreich sein werden und dass deren Nachkommen tendenziell höher entwickelt und besser angepasst sein werden! Das Schlagwort hat seine Berechtigung wohl eher bei Tieren, namentlich bei Raubtieren.

Fazit

Es bestehen wichtige Gründe für die Annahme, dass die heutige Evolutionstheorie unvollständig ist. Sie beachtet weder das real existierende Empfindungsvermögen noch die Lebenserfahrung über den Einfluss der geistig-seelischen Elements auf den Menschen.


4. Verbreitung der Huterschen Lehren

Weshalb haben die Huterschen Erkenntnisse über die Evolution und Schöpfung bisher so geringe Beachtung gefunden? 

  • Carl Huter hat in seinen Vorträgen sowie in den Kursen und Monatskursen kaum je über Evolution und Schöpfung gesprochen - andere Themen waren sowohl für ihn als auch für seine männlichen und weiblichen Zuhörer und Schüler wichtiger.
  • Seine Schriften haben nur eine geringe Verbreitung gefunden.
  • Die Besonderheiten von Huter bei der Verwendung des Begriffs "Selektion" und seine Zuordnung der Erkenntnisse auf Lamarck und Darwin. Daher scheinen einzelne Aussagen von Huter in Widerspruch mit dem Wissen zu stehen, das an den Schulen und Hochschulen gelehrt wird, und man kann ihnen nicht ohne weiteres zustimmen.
  • Die Naturwissenschaftler sind überzeugte Anhänger der heutigen Evolutionstheorie. Sie glauben, dass selbst jene Entwicklungen, die sich heute nur schwer damit erklären lassen, sich später einmal damit erklären lassen. Es fehlt ein wichtiger Grund, um diese Theorie als unvollkommen zu betrachten und sich Gedanken darüber zu machen, ob weitere Faktoren eine Rolle spielen könnten, bei der Entstehung des Lebens, der Entstehung der Pflanzen, der Tiere und des heutigen Menschen.

5. Die Huterschen Schriften über Evolution und Schöpfung

Carl Huter behandelt das Thema "Evolution und Schöpfung" in zahlreichen Schriften, namentlich in

a. Carl Huter: Welt- und Menschenkenntnis, III. Lehrbrief, 1905

b. Carl Huter: Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis, 1910, IV. Teil

c. Carl Huter: Meine Schöpfungsentwickelungslehre als Grundlage der neuen Welt- und Lebensreligion, der Kallisophie. Das Heiligkeitsgefühl und das Ideale. Es handelt sich um einen Artikel von Carl Huter, der in der folgenden Broschüre enthalten ist: Irma Fleischhacker: Carl Huter und seine Lehre, 1910.

Anmerkung

1. Man ist geneigt anzunehmen, dass die beste Darstellung des Themas im Hauptwerk zu finden ist. Dies ist nicht so. Die beste Darstellung Huters befindet sich in der Schrift c. Noch vollständiger und lehrreicher ist die Darstellung hier, in diesem Kapitel 8.

2. In der Schrift c. führt Huter die Schöpfung und die Evolution erstmals auf 5 Prinzipien zurück! Die Broschüre ist in lediglich ca. 2-5'000 Exemplaren erschienen. Sie hat wohl nur wenige Wissenschaftler und nur wenige öffentliche Bibliotheken erreicht. Die Broschüre fand unter den Huter-Freunden nie eine besondere Beachtung. Sie war ab ca. 1935 vergriffen und geriet in Vergessenheit. Anfangs der 1980er Jahre wurde sie erstmals nachgedruckt und in den 1990er Jahren ein zweites Mal, jeweils in wenigen Tausend Exemplaren. Es waren lediglich Nachdrucke, ohne Erläuterungen.

3. Vergleicht man diese drei Schriften miteinander, so erkennt man, dass Carl Huter eine Entwicklung durchgemacht hat. In der Schrift c. erklärt Huter die Schöpfung und Evolution erstmals in wenigen Sätzen, mittels von 5 Prinzipien und mit Berücksichtigung aller Erkenntnisse über das Empfindungsvermögen: drittes Grundelement, höchste Triebkraft, Heiligkeitsgefühl. 

Die weiteren Schriften, in denen Huter seine Erkenntnisse und Ansichten darlegt, sind: 

d. Carl Huter: Meine Weltanschauung und die 16 Weltursachen, 1901. Fachartikel, erschienen in Amandus Kupfer: Physiognomik und Mimik, 1926-1928. 

e. Carl Huter: Überzeugungsgelübde oder der neue Welt- und Lebensglaube, 1908. Fachartikel, erschienen in der Broschüre Carl Huter: Die neue Weltanschauung, 1908. Der Artikel enthält 36 Thesen über die wichtigsten Kernfragen der Welt- und Lebenslehre von Carl Huter.

f. Carl Huter: Katechismus der Huterschen Wissenschaft, 1909.

g. Carl Huter: Führer durch das Carl Huter-Museum, 1910, in Bezug auf Aspekte der Höherentwicklung.

h. Carl Huter: Meine Schöpfungsentwickelungslehre als Grundlage der neuen Welt- und Lebensreligion, der Kallisophie. Das Heiligkeitsgefühl und das Ideale. Fachartikel, erschienen in Irma Fleischhacker: Carl Huter und seine Wissenschaft, 1910.

i. Carl Huter: Grundlegende Thesen der Huterlehre, 1910. Fachartikel, erschienen in Freunde der Huterschen Wissenschaft: Aus eigener Kraft, 1911.

k. Carl Huter: Meine zwölf wichtigsten Entdeckungen, 1912. Fachartikel, erschienen in Amandus Kupfer: Physiognomik und Mimik, 1926-1928.


6. Schlussbemerkung


Weshalb hat Carl Huter so viele Texte über "Evolution und Schöpfung" geschrieben?

Carl Huter hat sich nicht dazu geäussert. Es liegt nahe, folgendes zu vermuten:
a. 
Carl Huter hat sich erst im Jahre 1905 näher mit diesem Thema befasst, als er den III. Lehrbrief des Hauptwerkes schrieb. Bis dann lag ihm das Thema lediglich als Skizze vor, in seinem Gedächtnis.
b. Schon bald bemerkte er, dass seine Erläuterungen nicht ganz zu befriedigen vermochten. Es waren darin nicht alle wesentlichen Fragen behandelt.
c. Es erforderte eine erneute Denkarbeit, um eine neue, bessere Version zu erstellen. Erneut bemerkte er, dass die Erläuterungen nicht ganz zu befriedigen vermochten.
d. Im Frühjahr oder Sommer 1910, n
ach Fertigstellung des Museumsführers, befasste er sich erneut mit diesem Thema, für welches er noch keine überzeugende, kurze Darstellung gefunden hatte. Jetzt gelang es ihm, das Thema mittels fünf Prinzipien darzulegen, in vollendeter Weise. 

e. Nun stellte sich die Frage, wie er den mehrseitigen Text veröffentlicht. Für die "Hochwart" war der Text zu lang, für eine separate Broschüre zu kurz. Irma Fleischhacker arbeitete zu dieser Zeit an der Broschüre "Carl Huter und seine Wissenschaft". Er entschied sich dafür, den Text hier zu veröffentlichen.

Weshalb nimmt das Thema "Evolution und Schöpfung" innerhalb der Huterschen Lehren einen besonderen Platz ein?

  • Es handelt sich um ein Thema, das in der Naturwissenschaft grosse Beachtung geniesst. 
  • Die Huterschen Erklärungen vermögen viel besser zu befriedigen als jene von Lamarck und Darwin.
  • Dies ist ein wichtiges Argument für die Richtigkeit des Huterschen Weltbildes. Es beruht auf der Annahme, dass alle Erscheinungen in unserer Welt nicht nur auf Kraft und Stoff zurückzuführen sind sondern zusätzlich auch auf ein drittes Element, das Empfindungsvermögen.

Anmerkung

Es bestehen heute zwei naturwissenschaftlich-orientierte Erklärungen über die Entstehung des Lebens (Schöpfung) und die Evolution:
a. Die Erklärung, die sich an Lamarck und Darwin orientiert. Sie beruht auf einem materialistischen Verständnis unserer Welt.
b. Die Erklärung, die das Empfindungselement berücksichtigt und von Carl Huter stammt. Sie beruht auf einem vergeistigten Verständnis unserer Welt.

Bei anderen Themen vermag man die Vorzüge der Huterschen Erklärungen, beruhend auf der Berücksichtigung des Empfindungsvermögens, nicht ebenso leicht zu erkennen, z.B. bei der Erklärung der Gravitation. Die Theorie von Einstein, materialistisch-naturwissenschaftlich, benötigt sehr gute Kenntnisse der Physik und Mathematik.

7. Hutersche Schöpfungsentwicklungslehre

  • Der Inhalt dieses Kapitels ist Teil der Huterschen Schöpfungsentwicklungslehre.
  • Die Grundelemente dieser Lehre sind ersichtlich im Dokument, das sich in der Rubrik  8E. Weltbild , in Ziffer 3 befindet.
  • Der Inhalt vermittelt einen Überblick über die Grundelemente der Huterschen Schöpfungsentwicklungslehre.


History
Diese Seite wurde in der Woche vom 5. Februar 2018 erstellt und am Freitag, 23. Februar 2018 erweitert. Diese Seite wird regelmässig geprüft. Änderungen erfolgten am 6. Januar 2019, am 10. und 11. August 2019, vom 28. Oktober 2020 bis 7. November 2020, am 17. Februar 2021, am 8. und 9. Mai 2021 und vom 4. bis 19. November 2021.

Alle Rechte vorbehalten!


 
E-Mail
Anruf