Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

Das psycho-physiognomische Prinzip
(Korrespondenz von Innen und Aussen)

Zitate von Carl Huter über die Korrespondenz von "Innen" und "Aussen"


Die Offenbarung der einzelnen Kräfte der Materie und die Offenbarung der Seele des Individuums sind die weiteren typischen Merkmale der organischen Lebenswelt.
Aus Ziffer 17 von "Individuum und Universum"

Ich führe hier drei grundlegende Beweise an, dass in der organischen Welt das Innenleben an der Peripherie der Körperform zum Ausdruck kommt.

  • 1. Beweis: Wo Leben, da ist Bewegung, weil jedes Leben eine Individualität und damit auch den Lebenswillen voraussetzt. Der Lebenswille kann sich gegen feindliche Einflüsse der Aussenwelt durch abstossende Bewegungen wehren, oder er kann sich durch sympathische Einflüsse der Aussenwelt bereichern; in jedem Falle muss er aus sich heraustreten. Die Bewegungsrichtung geht von innen nach aussen, folglich muss in der äusseren Form des organischen Lebens, in dessen Gestalt, in seinen Bewegungen dessen Lebenswille zum Ausdruck kommen, er muss sich also offenbaren. Damit wird der rein mechanische Bewegungsvorgang des organischen Lebens schon grundlegend für den Ausdruck des Innenlebens in der äusseren Erscheinung. Ein organisches Leben ist ohne diesen Vorgang nicht denkbar; das gibt es auch nicht.
    Anmerkung: Die Beweisführung von Huter beruht auf einer Behauptung ("Wo Leben, da is Bewegung, weil ..."). Streng genommen müsste diese Behauptung zunächst verifiziert werden. Die Bewegung und der Lebenswillen können aber als charakteristische Elemente des Lebens betrachtet werden mit denen das Leben definiert werden, genau wie die Merkmal Stoffwechsel und Fortpflanzung. Damit handelt es sich nicht mehr um eine Behauptung sondern um eine Umschreibung des Gegenstandes, der hier in Betracht gezogen wird: Ein Gegenstand, der sich bewegt und Lebenswille zeigt.
  • 2. Beweis: Da jedem organischen Leben die ausstrahlende Lebens-, Seelen- und Geisteskraft, die ich "Helioda" nenne, innewohnt, und da Helioda die schöpferische Gestaltungskraft der Lebensformen ist, so trägt dieselbe nicht nur Empfindung und Bewusstsein der Seele mit sich in die Peripherieorgane, sondern sie leitet auch die materiellen Stoffe und Kräfte dahin; folglich spiegelt sich in der Peripherie der lebenden Körper auf Grund der Lebensstrahlkraft Helioda die geistige und materielle Innenwelt.
    Anmerkung: Die Beweisführung von Huter beruht auf zwei Behauptungen ("Da jedem organischen Leben die ... " und "da Helioda die schöpferische Gestaltungskraft der Lebensformen ist"). Die erste Behauptung hat Huter durch Experimente und Erläuterungen verifiziert. Die zweite Behauptung kann durch Huters Beobachtungen, vgl. mit dem Abschnitt "Mein Kampf um die Lebensstrahlkraft 'Helioda'", als verifziert gelten.

  • 3. Beweis: Da die Helioda die Spaltung der Zelle verursacht, um eine Tochterzelle zu bilden, damit einen Teil ihrer Lebenskraft der Tochterzelle mitgibt, so nimmt die Helioda alle geistigen Substrate von der Mutterzelle zur Tochterzelle hinüber, so dass, wenn ein organisches Lebensgebilde aus Tausenden und Millionen von Zellen zusammengebaut ist, doch durch alle eine einheitliche Lebensgrundkraft, ein einheitlicher Stoffwechsel hindurchgeht. Da auch die Peripherieorgane mit zur Individualität gehören, so ist in denselben ebenfalls dieselbe Lebensenergie oder Schwäche und Krankheit, derselbe Geist und derselbe Wille tätig wie in den inneren Zentralorganen. Aus diesem Grunde spiegelt sich naturgesetzlich in der äusseren Physiognomie das Innenleben.



Empfindungs- und Strahlkräfte
Aus "Führer durch das Carl Huter-Museum"

Unter der Überschrift "Die Erklärung der okkulten Tatsachen durch die Entdeckung des Empfindungsvermögens der Materie und der negativen und positiven Lebenskraft Helioda" schreibt Carl Huter:


  • Diese Heliodastrahlen verstärken sich durch Liebe, dagegen werden sie durch Liebelosigkeit geschwächt resp. latent gemacht. Der Entdecker der Helioda hat in diesen Strahlen das geistige Lebens- und Liebesprinzip erkannt und nachgewiesen, dass die Lebensstrahlen die Formen und Organe bilden helfen und Leben und Geist in den Formen und durch die Formen ausstrahlen.
    Anmerkung:  Diese Behauptung (Fettdruck) kann durch Huters Beobachtungen, vgl. mit dem Abschnitt "Mein Kampf um die Lebensstrahlkraft 'Helioda'", als verifziert gelten.
  • Demnach bewahrheitet sich Schillers Ausspruch: «Der Geist ist es, der sich den Körper baut». 
  • Das Leben, den Geist und den Charakter aus den Formen zu ermitteln, das wird immer mehr die Aufgabe der zukünftigen Wissenschaft werden, zu der hier diese grundlegenden Forschungsresultate geliefert wurden und jedermann zugänglich zur Anschauung gebracht sind. Möge aus dieser neuen Methode wissenschaftlicher Forschung ein jeder Besucher dieser Sammlung reiche Erkenntnis schöpfen.



Psycho-Physiognomik, Helioda, Lebenskraft und Schönheit
Aus "Das Empfindungsvermögen der Materie"
Die Einleitung des Textes lautet:
"ln Meyer's Hotel in Bevensen wurden Mitte März 1899, mehrere hochinteressante Vorträge gehalten, welche durch beweisführende Experimente ungewöhnliches Aufsehen erregten."


  • Herr Huter ging dann auf das Wesen der Helioda kurz ein und erklärte, dass in minimaler Weise alle Lebewesen, die aus der Zelle entstanden seien, Helioda ausstrahlen und zwar nach den Peripherieorganen hin, daher sei die Helioda auch das schöpferische Element, was die physiognomischen Gesichts- und Körperformen, sowie die äussere Ausgestaltung der Peripherie-Organe hervorrufe.
    Anmerkung: Huter sagte nur, er hätte dies nachgewiesen. Nachvollziehbare Beweise, dass die Lebensstrahlen diese Wirkung erzielen, hat er offensichtlich keine genannt. Nähere Informationen zu dieser offenen Frage folgen sobald als möglich (Stand Juli 2018). Es ist indessen davon auszugehen, dass die Aussage Huters zutrifft und der Nachweis zu erbringen ist.
  • Die Helioda sei körperlicher und geistiger Natur zugleich, körperlich, weil sie physikalisch auf die Ferne hin wirksam sei, geistig, weil sie die inneren Seelenvorgänge des Heliodaseurs wiederspiegele, als Liebe, Hass, Kummer, Traurigkeit, Schmerz und Freude usw., schliesslich, weil gewöhnlich mittelstark gebaute Menschen von feiner Nervenenergie, Helioda stärker ausstrahlen, wie robuste, starkknochige Naturen, ferner auch, weil die Helioda nach seinen Beobachtungen nie bei Menschen mit schlechten Gemütseigenschaften wirksam vorhanden sei und dass nur durch Übung und Erhöhung der geistigen Energie, in Verbindung mit Wohlwollen, Menschenliebe und idealem Streben diese Kraft, zur höheren Entwickelung gebracht werden könnte. 
  • Eigentümlich sei, dass es nur wenige Menschen gäbe, bei denen die Helioda zu Krankenheilungen stark genug sei. Die biblischen Erzählungen von Heilungen durch Handauflegen seitens guter Menschen, erschienen jetzt verständlicher. Wie die Helioda schöpferisch bildend ist, so ist sie auch geeignet auf schwache, kranke Körper übertragen, zu kräftigen und zu heilen.



Die Hutersche Schöpfungsentwicklungslehre
Aus: "Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis", I. Teil


Meine Wissenschaft lehrt: Jeder Materie haftet Empfindungsenergie an.

Das Empfinden ist primärer Natur, aus ihm ist alle Kraft, alle Stoffveränderung und jede Formbildung hervorgegangen. Im Empfinden wurzelt die Schöpferkraft aller Dinge, aus ihr ist auch das Leben hervorgegangen. Empfinden ist Leben. Was uns als Eiweiss, als organische beseelte Materie erscheint, ist nur eine höhere konzentrierte Tätigkeit vieler empfindender Ätherteile im Dienste einer Individualität, einer Einheit, eines bestimmt abgegrenzten organisierten Stoffteiles.

Aus diesem Grunde organisiert und formt die Empfindungsenergie den Stoff, und in ihr wurzelt meinen vergleichenden Forschungen nach jede chemische Energie und jede höhere geistige Energie wie Gedächtnis, Bewusstsein, Wille usw.

Daher lehre ich: Die Form eines Lebewesens ist der Lebens-, Willens- und Geistesausdruck des inneren Empfindungscharakters in Verbindung mit der Willfährigkeit zur Form und in Verbindung mit der Anpassung dieser Form auch an äussere umgebende, geistige, chemische und physikalische Einflüsse. Je stärker die Empfindungskraft, desto stärker die Formkraft und die Lebenskraft."
Anmerkung: Huters Standpunkt lässt sich, wenn man ihn kritisch hinterfragt, so darstellen: Da Huter zur Überzeugung gekommen ist, dass die Empfindungsenergie die Materie formt (*) und organisiert, ergibt sich daraus, dass der innere Empfindungscharakter im Äusseren zu erkennen gibt."
(*) Das lässt sich auch als Hypothese zu verstehen und das Nachfolgende als Schluss aus der Hypothese. Beides wäre indessen genau zu verifizieren.



Die Entdeckung der Lebenskraft
Aus: "Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis", I. Teil


Sechster Beweis:
Ich habe festgestellt, dass sich Gedanken mittels dieser Strahlen übertragen lassen und dass der Gedanke die Mimik, die Physiognomie und die Formen und Bewegungen beeinflusst.

Siebenter Beweis:
Auch Gefühle, Empfindungsvorgänge, Neigungen, Triebe, Willensrichtungen übertragen sich durch diese Strahlen auf alle Körperteile des Erzeugers und beeinflussen seine Organe, seinen Charakter, seine Handlungen und seine äussere Form und Physiognomie. Sie lassen sich selbst auf andere Personen und auch auf die anorganische Materie übertragen. Die Lebenskraft ist daher der Träger der geistigen Kräfte und ist die Leitkraft im Leben, von welcher die Bildung unserer inneren und äusseren Organe, also auch unsere äussere Gestalt, Form und Physiognomie abhängig ist. Es offenbart sich daher in der Organisation und Gestalt der Lebewesen, aus Form, Farbe, Physiognomie, Spannung und Strahlung das Seelenleben, der Geist, der Charakter, und
daher lehre ich: Aus allem Lebenden strahlt der Charakter des Lebens aus und aus den Formen spricht der Geist!
Anmerkung: Diese Beweise sind subjektiver, d.h. persönlicher Art. Huter geht davon aus, dass seine Beoachtung objektiver Art ist und qualifizierte Beobachter zum selben Ergebnis gelangen werden.



Mein Kampf um die Lebensstrahlkraft Helioda
Aus "Grundlegende Entdeckungen für die wissenschaftliche Psycho-Physiognomik Carl Huters"


Ich beobachtete aber zugleich auch, daß meine Gedanken und Empfindungen, die ich bei diesen Heliodisierungen und Strahlübertragungen hatte, d. h. der Charakter dieser Gedanken- und Gemütsstimmungen sich im Gesichtsausdruck der Heliodisierten spiegelte, besonders wenn der Patient nach einer Heliodisierung geschlafen hatte.

Dieses führte mich auf den Gedanken, dass die Lebensstrahlkraft in jedem Lebewesen die geistige Schöpferkraft ist, die die Formen baut und die Physiognomie beeinflusst. Als Ausstrahlungskraft muss sie notwendigerweise die Physiognomie der Formen, insbesondere der beweglichen, also die Mimik stark beeinflussen, aber auch die festen äusseren Formen werden durch sie, weil durchstrahlt, ebenfalls beeinflusst.

Weitere Nachforschungen bestätigten meine Annahme. Es stand von da ab für mich fest, dass die Heliodastrahlkraft die eigentliche Wachstums- und Formkraft aller organischen Lebensgebilde ist und damit hatte ich das Grundwesen des Lebens und der Formkraft aufgefunden, die Tatsache, dass durch diese Lebensstrahlkraft das Geistige in der Physiognomie zum Ausdruck kommt.

Durch diese weitere Entdeckung war der Zusammenhang von Geist, Leben und äusserer Form und der Zusammenhang von Physiognomie und Charakter zum ersten Male wissenschaftlich nachgewiesen und die Grundlagen für eine wissenschaftliche Psycho-Physiognomik und Charakterologie, aber auch die der Krankenphysiognomik und Augeniris-Diagnose, sowie der Verbrecher-Psychologie gewonnen.



Ist ein Formenordnungsgesetz vorhanden, nach dem sich die flache und die plastische und alle Arten der Formbildungen erklären lässt?
Aus "Katechismus der Huterschen Wissenschaft"; Ziffer 37


Ja, im goldenen Schnitt fanden schon die alten Meister der Physik, Mathematik, der Baukunst, Skulptur und Malerei ein Formenproportions- oder Schönheitsgesetz, das aber verloren ging und welches Professor Dr. Zeising in Leipzig vor etwa 50 Jahren wieder fand.

...

Durch diesen Nachweis der Kraftrichtung lernen wir die innere Entstehung der Formen begreifen und lernen wir die Örtlichkeiten und Räume und Flächen der Gestalten unterscheiden, nach ihren innerlich einst gewirkten oder noch wirkenden Kräften.

Dadurch sind uns ganz neue Natur-Kraftbau- und Formengesetze erschlossen worden, die in dieser Gesetzmässigkeit Entwickelungsund Wirkungsordnung früher noch nicht bekannt gewesen sind. Damit bat Carl Huter weitere unanfechtbare wissenschaftliche Grundlagen für seine psycho-physiognomische Wissenschaft gebracht.