Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

Empfindungsvermögen

Wie ist es zu erklären, dass aus dem Äusseren des Menschen Rückschlüsse auf sein Wesen gezogen werden können?

Aus den Huterschen Schriften ergibt sich folgendes:


1.  Das Empfindungsvermögen als drittes "Element" in der Welt

Alles, was wir in unserer Welt wahrnehmen, führen wir (heute, im Jahre 2018) auf zwei Elemente zurück: auf chemische Stoffe und physikalische Kräfte.

Carl Huter hat nachgewiesen, dass es ein drittes Element gibt, nämlich die Empfindungsenergie. Er hat diese Energie insbesondere auf experimentellen Weg nachgewiesen:

  • Aus «toten» Gegenständen, die ein Mensch getragen hatte, vermochte er durch Hellfühlen die Eigenschaften dieser Person zu beschreiben und ebenso besondere Ereignisse zu erfühlen, welche diese Person erlebt hatte als sie diesen Gegenstand auf sich trug. Für dieses Registrierungsvermögen der Materie bleibt absolut keine andere Erklärungsmöglichkeit als jene, dass die Materie ein Empfindungsvermögen besitzt, d.h. die Registrierung erfolgt gänzlich ohne eine erkennbare des chemischen und energetischen Zustandes der Materie und ohne, dass die Materie zuerst eine Registrierungsvorrichtung schaffen muss. Die Registrierungsfähigkeit ist untrennbar mit der Materie verbunden und eine Grundeigenschaft der Materie.
  • Carl Huter an vielen öffentlichen Vorträgen durch seine Experimente nachgewiesen, dass die Materie ganz offensichtlich ein Erinnerungsvermögen besitzt. Er liess davon Protokolle erstellen und die anwesenden Personen die Richtigkeit des Inhalts bezeugen. Damit ist die Existenz einer Empfindungsenergie erwiesen. Da sie nicht auf eine andere Grundform in unserer Welt – als weder auf den chemischen Stoff noch auf Energie (resp. Kräfte) noch auf eine Kombination der beiden zurückgeführt werden kann, muss das Empfindungsvermögen als dritte Element in unserer Welt angenommen und vorausgesetzt werden. Bis an diese Stelle kann man von Fakten sprechen.
  • Nur die Materie ist direkt sichtbar. Die Kraft (Energie) und Empfindungsvermögen ist aufgrund von Wirkungen und Erscheinungen erkenn- und nachweisbar.
  • Aus der Existenz eines Empfindungsvermögens ergibt sich zwingend, dass unsere ganze Vorstellung über unsere Welt und über die Vorgänge auf unserer Erde überarbeitet werden muss unter Einbezug des Empfindungsvermögens. Unsere bisherige Vorstellung beruht zumeist auf unserer Erfahrung in unserer heutigen Welt. Vieles hat sich in grossen Zeiträumen zugetragen und kann daher nicht konkret beobachtet werden. Wie sich alles zugetragen beruht daher auf unseren Denkfähigkeiten wie Logik, Kombination, Plausibilität, etc. – Das gilt auch hier, bei der Neuformulierung über Welt, Leben und Mensch unter Einbezug des Empfindungsvermögens.

Anmerkung 1: Die Tatsache, dass Carl Huter die in a. und b. genannten Wahrnehmungen machen konnte, beweist, dass es so etwas wie ein Empfindungsvermögen geben muss.

Anmerkung 2: Carl Huter hat für "Empfindungsvermögen" oft auch den Begriff "Empfindungsenergie" verwendet. Der erstgenannte Begriff ist allgemeiner und daher geeigneter.


2.  Das Empfindungsvermögen als organisierendes Element in der Lebenswelt


Carl Huter hat diese Neuformulierung durchgeführt. Seine Ergebnisse findet man zerstreut in verschiedenen seiner Schriften. Daraus lässt sich folgendes entnehmen:

  • Dank dem Empfindungsvermögen kam es zum Entstehen von Leben. Die Mitwirkung des Empfindungsvermögens ist zentral. Das, was man unter «Leben» versteht, kann niemals befriedigend als ein stofflicher Vorgang oder als eine reine Wirkung von Kräften (Energie) noch als eine Wirkung einer Kombination davon erklärt werden.
  • In der Zelle liegt das Empfindungsvermögen in einer stark konzentrierten Form vor und zwar im Zentrosoma, auch Strahlkörperchen genannt.
  • Das Zentrosoma ist nicht nur das Empfindungsorgan sonder auch das Organ, welche die Zelle organisiert und sogar etwas Neues hervorbringt, also schöpferisch tätig ist.
  • Diese organisatorische Tätigkeit ist bei der Zellteilung gut ersichtlich. Zuerst teilt sich immer das Zentrosoma. Danach ist klar ersichtlich, wie Strahlen, die vom Zentrosoma ausgehen, den Zellkern teilen. Diese Strahlen (bestehend aus Zell-Materie, die sich zu einem Faden oder einer Schnur verbunden haben) ordnen offensichtlich die Chromosomen-Paare und ziehen sie auseinander sodass jede Tochterzelle genau von jedem Chromosomen-Paar eine Hälfte erhält.
  • In ähnlicher Weise ist die Empfindungsenergie organisierend und schöpferisch tätig, um die Zelle resp. das ganze Lebewesen optimal an jeweiligen Verhältnisse anzupassen – wobei die chemischen und physikalischen Gesetze sowie die bereits bestehenden internen Strukturen und Organe der Zelle resp. des Lebewesen Grenzen setzen. Grössere Anpassungen benötigen entsprechend lange Zeiträume, z.B. die Bildung von Sinnesorganen wie das Auge.

Anmerkung 1: Die Anpassung an die Umwelt war somit nicht einzig ein «mechanischer» Prozess (im Sinne von Darwin, Lamarck und der Lehrmeinung in den betreffenden naturwissenschaftlichen Fachgebieten) sondern die Empfindungsenergie hat massgeblich beigetragen, um die notwendigen Veränderungen hervorzubringen.

Anmerkung 2: Darwin hat die Entwicklung der Arten resp. die Höherentwicklung zudem mittels «Selektion» (Auslese bei der Wahl des Partners) erklärt. Auch diese Erklärung für die Entstehung der Arten und die Höherentwicklung von Arten wird anerkannt.



3. Die Entdeckung der Helioda

Carl Huter beobachtete als junger Mann als er sich im Halbdunkeln aufhielt ein eigenartiges Leuchten und Strahlen, das er besonders in der Gesichtshaut, in den Augen und an den Fingerspitzen feststellte. Er nannte diese Strahlen Helioda-Strahlen.

Er begann darüber zu forschen und kam zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Helioda ist ein Produkt der Empfindungsenergie. Er nannte sie positive Helioda. Die positive Helioda hat eine «Wirkung». Sie bildet die Peripherie des Menschen und aller Lebewesen. Sie macht tut dies in Verbindung mit allen anderen Lebensstoffen und Lebenskräften (die hier nicht näher bezeichnet werden) und sie ist dabei das leitende, schöpferische, organisierende Element.
  • Das Empfindungsvermögen lässt sich beim Menschen äusserlich erkennen. Besonders zuverlässig ist es erkennbar in der Mittelgesichtszone (zarte, feine Haut) und in einer schönen, zarten Bildung von Auge und Mund. 
  • Die negative und positive Helioda zusammen erzeugen auf eine «magische Weise» (Ausdrucksweise von Carl Huter im Jahre 1908); eine nähere Erläuterung dieses Begriffs hat er nicht gegeben) das Bewusstsein und das Gewissen. – Unter «Bewusstsein» ist wohl auch bewusstes Denken und bewusster Wille zu verstehen. Unter «Gewissen ist wohl auch Gewissenhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu verstehen.
  • Carl Huter schreibt (in «Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis», 5. bis 8. Auflage, S. 25ff): "Das Empfinden ist primärer Natur, aus ihm ist alle Kraft, alle Stoffveränderung und jede Formbildung hervorgegangen. Im Empfinden wurzelt die Schöpferkraft aller Dinge, aus ihr ist auch das Leben hervorgegangen. Empfinden ist Leben. Was uns als Eiweiss, als organische beseelte Materie erscheint, ist nur eine höhere konzentrierte Tätigkeit vieler empfindender Ätherteile im Dienste einer Individualität, einer Einheit, eines bestimmt abgegrenzten organisierten Stoffteiles. Aus diesem Grunde organisiert und formt die Empfindungsenergie den Stoff, und in ihr wurzelt meinen vergleichenden Forschungen nach jede chemische Energie und jede höhere geistige Energie wie Gedächtnis, Bewusstsein, Wille usw.


4. Ergebnis

Durch die Tatsache des Empfindungsvermögens ist es zu erklären, dass aus dem Äusseren des Menschen Rückschlüsse auf sein inneres Wesen gezogen werden können. Und es muss sich um wichtige und sichere Rückschlüsse handeln, denn das Empfindungsvermögen wird in erster Linie jene Wesenszüge zum Ausdruck bringen, die im Inneren in stärkster Weise vorherrschen und das Empfindungsvermögen wird diese Wesenszüge «getreulich» (also in ehrlicher, objektiver Weise) zum Ausdruck bringen.



Anmerkung

1) Weitere Eigenschaften der Helioda: Nach den Erkenntnissen von Carl Huter ist die Helioda nicht nur die Empfindungskraft (also das Element, das uns das Empfinden schenkt) sondern auch die Lebenskraft und die seelische Liebeskraft. Sie hat auch die Natur einer Heilkraft, da sie übertragen werden kann (in der Regel erfolgen solche Übertragungen auf einen anderen Menschen), wodurch gesundheitliche Schwächen sofort deutlich gelindert werden. Sie ist nach Huter die höchste Heilkraft. Carl Huter hat mittels (seiner eigenen) Helioda-Kraft mehrfach Heilerfolge erzielt - durch Übertragung von Helioda, die aus den Fingerspitzen ausströmt. Die Übertragung erfolgt berührungsfrei also durch Annäherung der Fingerspitzen auf 5-20 cm an den Körpers des anderen Lebewesens.

2) Sichtbarkeit resp. Greifbarkeit des Empfindungsvermögens: Man kann sich die Frage stellen: Wie kann es ein Empfindungsvermögen überhaupt geben? Man hat so etwas noch nie mit den Händen berühren, mit den Augen sehen, mit dem Ohr hören können, auch nicht mit dem Geschmackssinn und dem Geruchssinn wahrnehmen können. Von den 3 Grundelementen in unserer Natur lässt sich nur der Stoff (die Materie) wirklich wahrnehmen. Die "Energie" (im 19. Jahrhundert oft auch als "Kraft" bezeichnet, z.B. bei Ludwig Büchner: Kraft und Stoff, 1855) vermögen wir ebenfalls nicht wahrzunehmen, sieht man davon ab, dass gemäss den Erkenntnissen von Einstein Energie und Materie "äquivalent" sind. Als Beispiel: Erhält ein Körper eine höhere Geschwindigkeit, so erhöht sich seine Masse geringfügig, ebenso durch das blosse Hochheben eines Körpers, sei es vom Boden auf Schulterhöhe, sei es vom Boden auf 1'000 m über dem Erdboden, etc. *)

Fazit: Es spricht nicht gegen die Existenz des Empfindungsvermögens, wenn wir es nicht direkt feststellen können. Wir können aber die Existenz des Empfindungsvermögens indirekt feststellen: Indem wir durch Hellfühlen feststellen, dass gewisse Ereignisse in der Materie einen "Eindruck" hinterlassen haben. Das ist nur möglich, wenn die Materie ein Empfindungsvermögen besitzt. Durch (mechanische) Schwingungen wäre dies nicht zu erklären (was hier nicht näher erläutert werden soll. 

*) Im Bereich der physikalischen Kraft und der physikalischen Energie gibt es eine Reihe von Erscheinungen, die wir ebenfalls nur aufgrund der Wirkung kennen:
a. Das magnetische Feld, das elektrische Feld, das Gravitationsfeld resp.
b. Die magnetische Kraft, die elektrische Kraft und die Gravitationskraft resp.
c. Die damit verbundenen Energien: magnetische Energie, elektrische Energie und Gravitationsenergie. 

3) Was ist die neue richtunggebende Idee in der Huter'schen Wissenschaft? Huter schreibt in der Broschüre "Katechismus der Huterschen Wissenschaft" unter Ziffer 43 als Antwort auf die obige Frage: "Die Erkenntnis von der Beseelung aller Dinge, und dass sich diese Beseelung im Äusseren der Dinge offenbart. Dadurch ist der Glaube an das Leben in die Menschheit zurückgekehrt; denn die alte Theologie lehrt, dass Leben nur von Gott ausgehe, also von einem zentralen Weltpunkt, von einer Person aus. Huter lehrt hingegen, dass das Leben von allen Dingen ausgeht, weil es in allen Dingen wohnt. Die Naturphilosophie lehrt, es gibt gar kein Leben von geistigem Werte, sie lehrt den groben Materialismus und den Glauben an Kraft und Stoff ohne Geist. Huter lehrt den Glauben an Kraft, Stoff und Geist in aller Materie, in allen Dingen."

Es ist naheliegend, dass sich aus den Huterschen Lehren eine neue Weltanschauung ergibt. Huter nennt sie die geistige Weltanschauung. Näheres unter VIII Weltbild.