Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

Kraftrichtungsordnung: Od, Medioma und Helioda
namentlich beim Menschen und hier wiederum am Kopf


Carl Huter schreibt in "Welt- und Menschenkenntnis", V. Lehrbrief, 10. Lektion:

  • Durch die Entdeckung der ätherischen Zwischenstufen und ihrer Tätigkeit und Richtungslage im Lebenshaushalt des Körpers ging der Physiognomik ein neuer Stern auf, und nun konnte ich in Verbindung aller schon bekannten dynamischen Kräfte, Magnetismus, Elektrizität usw., die chemischen, mechanischen und psychischen Korrespondenzgesetze aufsuchen und im menschlichen Auge und Gesicht, ja in jedem Einzelteile, in Haut, Haar, Ohr, Nase, Kinn, Mund, Hand, Fuss das gesamte Leben chemisch, mechanisch und seelisch erklären und darstellen.
  • Eine ganz neue Phrenologie, die ein Teilstück der Psycho-Physiognomik bildet, liess sich nun erst begründen, eine Phrenologie, die jetzt im Fluss mit allen Wissenschaften bleibt und dabei das Gute, das Gall fand, durch Nachprüfung vielfach bestätigt. Bei allen bisherigen phrenologischen Systernen vermisste man diese Harmonie mit den anderen Wissenschaften, und gerade diese Disharmonie der alten Phrenologie enthält ihre verkörperten Irrtümer, und daraus erklärt sich die auftretende Gegnerschaft. Diese meine neue Phrenologie ist nun harmonisch mit allen Wissensgebieten verknüpft, insbesondere mit der Anatomie, Physiologie, Chemie, Physik, Ätherlehre, Mathematik, Psychologie, Physiognomik und Entwicklungslehre.
  • Hält sich das Od mehr da auf, wo die Weichteile im und am Körper liegen, und wissen wir, dass hier die chemischen Lösungen am lebhaftesten vor sich gehen, wissen wir ferner, dass hier die innere Wärmeproduktion stattfindet, so haben wir drei ineinander liegende Kraftglieder:
    1. Chemische Lösungsenergie,
    2. strahlende Wärme und
    3. das Od.
    Da nach meiner Entdeckung das Od zum empfindungsreichen Fliehäther gehört, so ist es stets als ätherisches Produkt bei jeder konstanten chemischen Substanz anzutreffen und tritt bei chemischen Lösungen lebhafter in Erscheinung als bei chemischer Ruhe.
  • Es vermittelt nun das Od der konstanten Materie bei den chemischen Lösungen, wo neues Od entsteht, einen ätherischen Fluss, wodurch das Neuod vom Altod durchtränkt wird und wodurch eine einheitliche ätherisch-chemische Verwandtschaft hergestellt wird. Dieses ist die wichtigste Vermittlungsrolle, welche das Od bei chemischen Lösungen und bei konstanten Körpern vollzieht, und es trägt durch seine Fliehätherteile, die stark mit Empfindungsäthergeschwängert sind, überall sympathische Berührungspunkte hinein, die gewissermassen das unbewusste Gedächtnis sowie die psychische Reizempfindlichkeit der konstanten und der sich lösenden Materie bilden.
  • Das Od ist in der Tat, wie schon Reichenbach erkannte, ein neues Dynamit von ganz eigener Beschaffenheit. Nach meinen Forschungen ist es das vermittelnde Agens zwischen chemischer Energie und mechanischer Kraft einesteils, aber andernteils auch, und das macht diese Kraft erst verständlich, ist es der mechanische Mitarbeiter der psychischen Lebensimpulskraft "Helioda". Od ist nicht Lebenskraft, nicht Seelenkraft, nicht Impuls- oder Gefühls- oder Willens- oder Gedankenkraft selbst, sondern es ist von allen Kräften die willfährigste, die der Helioda als Vermittler dient, also der beste Bote der Lebens- und Seelenkraft, der Gedanken, Gefühle und alle diesen naheliegenden Stoffe chemisch zu binden sucht. Dieser Vorgang erscheint dem Fernstehenden rätselhaft und schwierig verständlich, indes werde ich in einem anderen Werke meine diesbezüglichen Experimente, die dieses erwiesen haben, noch eingehender erklären.
  • Das Od ist ferner bei allen Kraftvorgängen ein begleitendes Agens, aber es wird stets von der chemischen Substanz teils absorbiert, teils festgehalten und kann sich infolgedessen scheinbar nicht weit verflüchtigen, nicht weithin gesendet werden. Es bleibt in der Nähe jeder chemischen, psychischen und mechanischen Energiequelle haften. Aus diesem Grunde ist das Od auch z. B. bei Fernstrahlen und Fernwirkungen nicht aktiv mithelfend. Hingegen spielt es bei der Formbildung der Kristalle und der Lebewesen eine höchst wichtige Rolle.

Wie verhält sich nun die Medioma zum Ode?

  • Wenn das Od mehr bei den chemischen Lösungen wirksam auftritt und eine ausserordentliche Feinheit und Flüchtigkeit besitzt, so ist die Medioma als Muttersubstanz der chemischen Materie gerade die dem Ode entgegengesetzt wirkende Kraft; denn sie, die Medioma, drängt die Einzelteile zu einem bestimmten Charakter und zum Verharren in diesem Charakter und sammelt immer mehr Einzelteile als Massen an, um sie zur Ruhe, zur Konstanz zu bringen.

  • Wenn Od löst, so wirkt Medioma festigend. Daher baut die Medioma Atome und Moleküle. Wenn Od mit strahlender Wärme, mit Elektrizität und mit chemischen Lösungen sympathisiert, so sympathisiert die Medioma mit den chemischen Bindungen, mit der spezifischen Wärme, mit Attraktions- und mit magnetischer Energie. Körperlich sich äussernd sympathisiert Od mit allen konkaven Hohlformen, Medioma mit aller konvexen Plastik.

  • Dadurch wird im tierischen und im menschlichen Körper diese wunderbare organische Struktur bewirkt.

Hinweis (von Amandus Kupfer)
Das Od bedingt die Reizempfindlichkeit. Wer wenig Od hat, verliert das Feingefühl, wird daher leicht fanatisch in einer Richtung, verlässt z. B. edle Richtungen wieder. Amandus Kupfer


Od und Medioma im Pflanzenreiche.

  • Od folgt allen harten chemischen und mechanischen Vorgängen als weiches Agens nach. Im Pflanzenreiche ist die Medioma in den Stämmen, Ästen, Stengeln und Zweigen am stärksten, in den Blättern und Blüten am schwächsten; das Od ist hingegen an den Wurzeln und an den Knospen, Blättern und Blüten und deren Nähe am stärksten und an den Stämmen, Ästen, Zweigen und Stengeln am schwächsten.


Od und Medioma im Tierreich und im Menschen.

  • Bei den Vögeln sind der harte Schnabel, die Beine, der Schwanz, die Flügel, der Rücken und Nacken mediomisch, der Bauch, die Füsse, der Hals und Kopf odisch. Der Unterschied gibt sich in den weichen Flaumfedern der Hals- und Bauchgegend und den harten Schwanz- und Flügelfedern der Rückengegend zu erkennen.
  • Bei Kühen, Schweinen, Ziegen, Pferden, bei allen Säugetieren, Amphibien, Käfern, Fischen und Würmern ist die Rücken-, Nacken-, Hinterkopf- und Oberschwanz-, sowie die Aussengliederseite mediomisch, die Bauch-, Hals-, Innenschwanz- und Innengliederseite odisch polarisiert. Die Hufe der Huftiere, die Geweihe der Horntiere, die harten Schnäbel der Vögel sind mediomisch. Die weichen Mäuler der Hunde, Katzen, Pferde, Kühe sind odischer Natur.
  • Bei den Menschen finden wir eine ähnliche Ordnung. Die Vorderseite des Körpers ist mehr odisch, die Rückenseite mehr mediomisch, die Innengliederseite ist odisch, die Aussengliederseite mediomisch, Nacken und Hinterkopf ist mehr mediomisch, der Vorderhals sehr und das Gesicht teils odisch. Die Hohlformen sind mehr odisch, die plastischen Konvexformen mehr mediomisch.
  • Da wo sich der Stoffwechsel besonders abspielt, in der Rumpf- und Leibeshöhle, da ist die stärkste Odansammlung.
  • Wie verhält sich Od und Medioma bei den Geschlechtern? Der Mann ist mehr mediomisch als das Weib, dieses odischer als der Mann veranlagt. Daher hat das Weib mehr weiche, der Mann mehr feste Formen.


Die Wirkungen von Od und Medioma zueinander.

  • Legt man einen mediomisch positiven Körperteil auf einen odisch starken, so wird in dem odischen Körperteil eine Spannung (Zusammenziehung) erzeugt und ausserdem eine chemische Anregung gegeben; in dem mediomischen Körperteil wird höhere Wärme und regerer Stoffwechsel bewirkt. Auf Grund dieser meiner Entdeckungen habe ich eine ganz besonders günstig wirkende Heilmassage und Lebenskraftübertragung durch polare Berührungen mit Streichungen, Handauflegen u. dergl. Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts begründet. Diese Methode hat ganz ausserordentlich interessante Resultate ergeben. Da nun der männliche und der weibliche Körper besonders stark unterschiedlich odisch und mediomisch polarisiert sind, so können die Wirkungen der männlich mediomischen heilenden Hand auf den weiblich odischen Körper und umgekehrt noch intensiver sein als die polaren Berührungen gleicher Geschlechter.
  • Da ich nun ferner gefunden habe, dass sich die Elektrizität mehr seitlich, und zwar rechtsseitig mehr als linksseitig äussert, in den Armen mehr als in den Beinen auftritt, und dass sich der Magnetismus in allen Längsachsen mehr als in den Breitenachsen, in den Beinen mehr als in den Armen kundgibt, so fand ich weitere Aufschlüsse über Muskelmagnetismus und Elektrizität sowie Blut- und Nervenelektrizität und verwendete auch dieses mit bei der Begründung meiner neuen Heilweise durch Lebenskraftübertragung. Der lebende menschliche Körper selbst erschien mir bald als die beste Heilkraftquelle.

Wie verhält sich die Helioda zum Ode, zur Medioma, zur chemischen Substanz, zum Äther und zu allen übrigen Kräften?

  • Da die Helioda die Quellkraft des Lebens in allen lebenden Zellen ist, so hat sie zu allen chemischen Substanzen, zum Äther und zu allen Kräften, zum Ode und zur Medioma direkte Beziehungen. In der Helioda wurzelt daher die Lebens- und Seelenenergie und die höchste und feinste formgebende Körperkraft. Sie richtet sich zur chemisch konstanten Materie stets polar, das heisst fern. Daher stehen schwere Elemente wie Quecksilber, Uran, Radium der Lebenskraft als schwerste Gifte und als Feinde gegenüber. Ebenso wirken alle Überladungen mit schweren Lebensmitteln, wie kohlenstoffreiche und stickstoffhaltige Nahrung, ähnlich wie schwere Gifte. Es bedrängen diese chemischen Übergewichte die Lebenskraft Helioda ganz ausserordentlich, sobald sie dem Körper im Übermass eingeführt und nicht zweckmässig verdaut werden. Überreiche stickstoff- und kohlenstoffhaltige Nahrung kann den Körper schwer belasten. Wasserstoff und Sauerstoff als lösende Elemente wirken daher stets günstig auf die Selbstvergiftung des Körpers ein; frische Luft und Wasserkuren sind daher beste Entgiftungsmittel.
  • Haben wir nun gesehen, dass alle Naturkräfte ganz bestimmte Richtungen einschlagen, wodurch sie sich gegenseitig ordnen, so haben das Od und die Medioma, da sie die Räume zwischen diesen Richtungen selbst ausfüllen, zu allen vorhergehenden Kräften eine negative Polarität, das heisst sie richten sich so, dass sie mit den Richtungs-Polen der anderen Kräfte nicht in Kollision kommen. Sie bilden also nicht nur räumliche, sondern auch stoffliche und schliesslich, wenn psychisch beeinflusst, auch psychische Zwischenglieder; sie können auch oft die Rolle der Neutralität übernehmen, ähnlich so wie die mittlere Wärme, wenn eine oder die andere Kraft in vorherrschende Aktion tritt. (Konzentration und Attraktion, Magnetismus und Elektrizität bilden demnach die Grundform, sozusagen das Gerüst, Od und Medioma die feinere organische Struktur. D. H.) Zueinander selbst stehen jedoch die harte Medioma und das weiche Od stets im polaren Gegensatz wie Milde und Härte, Losigkeit und Festigkeit. Aus diesem Grunde sind Od und Medioma die ätherischen Gewebsstoffe und die strukturbauenden Kräfte. Diesen entgegen stehen die Übertemperatur, die Elektrizität und die Gifte, diese sind Scheide- oder Trennkräfte; die Konzentrations-, die Attraktions-, die magnetische Kraft- und die Untertemperatur sind wiederum Bau- und Bindekräfte.
  • Die Helioda hat aber die Fähigkeit, mit allen Zuständen des Äthers, der ätherischen Zwischensubstanz, der chemischen Materie, mit allen neutralen sowie Trenn- und Bindekräften gegebenenfalls mitzugehen. Sie hat also bei dem gleichen zentralen Mittelpunkt, den die Konzentrations- und Attraktionsenergie haben, auch die Kraft, alle Richtungen des Magnetismus, der Elektrizität usw. einzuschlagen. Aus diesem Grunde stehen entweder alle Kräfte und Stoffe unter ihrer Botmässigkeit, oder sie kann sie unter ihre Botmässigkeit bringen.


Die Richtkräfte aller Naturkräfte im Raume, in der Substanz und im organischen Körper.

  • Aber auch alle sich fernliegenden Heliodazentralen stehen miteinander in reger Sympathie und Wechselwirkung.
  • Durch diese Ermittlungen gehen uns zwei hochwichtige neue Gesichtspunkte auf; einmal erkennen wir hiernach die polare Ordnung aller Kräfte und Substanzen nicht nur in jeder anorganischen und organischen Gestalt, sondern auch in unserem eigenen menschlichen Körper.
  • Durch die Erkenntnis der lebenszentralen und lebensuniversalen Kraft der Helioda wissen wir nun ferner auch, dass sie überall in jeder lebenden Zelle existiert und deren innere und äussere Teile alle durchstrahlt. Wir wissen ferner, dass sie nach jeder Richtung hin, die die einzelnen Naturkräfte einschlagen, wirken kann und entweder positiv oder negativ auch tatsächlich wirkt. Wir wissen ferner, dass sie sich in dem Gesamtkörper zentral sammelt und dass sie in der gesamten Peripherie, also in der Physiognomie, positiv oder negativ wirken kann, ja, dass sie während des Schlafes sich in ihre inneren Zentralen zurückzieht und überall in allen innern Körperteilen harmonisierend lebt und webt, und wir wissen, dass sie die feinste und bedeutendste formgebende Kraft im organischen Leben ist.
  • In der vorangegangenen Tafel 74 ist eine Darstellung der Polarität und Kraftrichtungsordnung im menschlichen Körper, die ich durch jahrelange Experimente gewonnen habe, zur Darstellung gebracht.
  • Durch diese Entdeckungen wird uns ferner klar, dass, da jede Muskel-, Gewebs-, Knochen- und Schädelsubstanz zahlreiche Lebenszentralen in sich birgt, alle Körperteile beseelt sind, dass sie ferner alle miteinander je nach ihrer Gewebsart, Struktur und Richtungslage in Verbindung (Korrespondenz) stehen. Alle diese Korrespondenzen werden von den Heliodastrahlen entweder verursacht oder begleitet, und hierdurch wird die einheitliche Seele, das Einheitliche in allen unzähligen Zellen und Körperorganen bedingt.
  • Es kann infolgedessen durch diese Einheitlichkeit in jedem Einzelteile das Ganze erkannt und beurteilt werden. Daher kann man alle Charaktereigentümlichkeiten, Gesundheit und Krankheit, Kraft und Schwäche im Gesamtbilde der ganzen Körpergestalt wie auch in jedem Einzelteile erkennen, weil alles darin zum Ausdruck kommt. Die Organe eines Systems stehen untereinander in lebhafterer Sympathie und Wechselwirkung als die Organe zweier verschiedener Systeme, daher gibt es chemische, mechanische und psychische Korrespondenzvorgänge und -gesetze gemäss dem Ernährungs-, Bewegungs- und Empfindungssystem des Körpers. Siehe  IV Korrespondenz-Gesetz; Teil 2.


Wir befinden uns hier in der Mitte von "Welt- und Menschenkenntnis", V. Lehrbrief, 10. Lektion. Nach den Korrespondenzgesetzen behandelt Huter den menschlichen Kopf - in Bezug auf die Grundlagen für den psycho-physiognomische Ausdruck also auch auf die psycho-physiognomischen Ausdruck selbst.