Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

8E. Weltanschauung


In der Vielfalt der Weltanschauungen gibt es zwei Hauptrichtungen:

  • die darwinistisch-materialistische Weltanschauung;
  • die religiöse Weltanschauung (z.B. im Christentum, im Islam).


1. Weltbild der Wissenschaft

Die (Lamarck-)Darwinschen Lehren gehören zur materialistischen Weltanschauung, denn Elemente wie "Empfinden", "Geist", "Seele" oder "Liebe" haben darin keinen Platz, ausgenommen evtl. Liebe in Bezug auf die Zuchtwahl; ob dabei stets die Liebe den Ausschlag gibt und erst noch bei beiden Partnern wird von Darwin aber nicht angesprochen. 

Eine geistige resp. nicht-materialistische Erklärung über die Herkunft des Menschen, die den naturwissenschaftlich gebildeten Menschen zufrieden stellen könnte, gibt es bis heute nicht. 

So hat (Lamarck-)Darwinsche Erklärung ihren Siegeszug ungehindert angetreten und die biblische Erklärung verdrängt. Es gibt weiterhin eine grosse Gruppe von Menschen, die weder mit der naturwissenschaftlichen Erklärung noch mit der biblischen Erklärung restlos zufrieden sind. Eine plausible alternative Erklärung haben diese Menschen kaum.

Die Hutersche Schöpfungs-Entwicklungslehre ist als eine plausible alternative Erklärung zu betrachten. Huter nennt seine Weltanschauung "die geistige Weltanschauung".

Die dominante Stellung des materialistischen Weltbildes manifestiert sich darin, dass es in der heutigen Naturwissenschaft keinen Platz gibt, die Phänomene anders als materialistisch, d.h. als Wirkung von Kraft und Stoff zu erklären. Wenn sich ein Phänomen auf diese Weise nicht erklären lässt, dann lässt man es nicht zu, das Phänomen unter Erweiterung des Weltbildes zu erklären. Deshalb lassen sich einige physikalische Phänomene noch nicht anschaulich und befriedigend erklären, z.B. die Gravitation, die Ausbreitung des Lichts (resp. von elektro-magnetischen Wellen) und viele andere Erscheinungen, die damit in Verbindung stehen.

Der Einfluss des Materialismus ist deutlich in der Kunst erkennbar. Die Erzeugnisse der schöpferischen Künstler (Dichtung, Malerei, Skulptur, Tonkunst) haben sich ab 1850 stark verändert. Sie vermitteln eine Sicht der Dinge (oder ein Weltbild), die mit realistisch, nüchtern charakterisiert werden kann. 

Schon kurze Zeit später, um 1900 vermitteln manche Künstler eine Sicht der Dinge, die als pessimistisch, verneinend oder sogar als selbstzerstörend, auflösend zu bezeichnen ist. 

Dieser Trend hat sich seither und bis heute verstärkt, d.h. nach Breite (Anzahl Künstler) und Tiefe (die Kunstwerke vermitteln diese Weltsicht immer umfassender). Sollte einmal ein Übergang zu einem geistigen Weltbild erfolgen (der in 30 bis 50, spätestens in 70 Jahren zu erwarten ist) wird sich dies auch in den künstlerischen Schöpfungen und in den Normen unserer Gesellschaft einen sichtbaren Ausdruck finden. Siehe auch  8F. Empfindungsenergie: Schönheit, Proportion

In vielen Staaten bildeten sich politische Parteien und Regierungen, die mehr oder weniger (sozial-)darwinistische Tendenzen aufwiesen, sowohl im linken Parteispektrum als auch im rechten Parteienspektrum. Von den politischen Parteien haben nur christlich-orientierte Parteien eine wirklich nicht-materialistische Weltanschauung. 

Carl Huter plante die Gründung der «Hochwart-Partei». Er hoffte, dass diese Partei unter den vielen Menschen, die sich mit den heutigen Weltanschauungen und den heutigen Parteien nicht restlos identifizieren können, eine grosse Anhängerschaft gewinnen wird. In dieser Partei sollten sich jene Menschen sammeln, die sich an seiner geistigen Weltanschauung orientieren.

2. Weltanschauung im staatlichen Bereich

Jeder moderne Staat besitzt eine Verfassung. 

Die Verfassung enthält meist keine Aussagen darüber, ob sich der Staat an einem bestimmten Weltbild, an einer bestimmen Weltanschauung orientiert.

Wenn man solche Verfassungen analysiert, so kann man sagen, dass sie folgendes beachten:

  • Die Allgemeine Deklaration der Menschenrechte der UNO aus dem Jahre 1948. 
  • Die Europäische Menschenrechtsdeklaration dess Europarats aus dem Jahre 1950;
  • Grundsätze, die ihren Ursprung in der griechischen, römischen oder christlichen Kultur haben;
  • Grundsätze, die in der Zeit der Aufklärung entwickelt wurden.

Diese Staaten haben daher u.a. folgende Grundsätze:

a. Der einzelne Mensch wird in allen seinen Lebensabschnitten auf menschliche Art und Weise behandelt: im Kinderhort, in der Grundschule, in der Hauptschule, in der Berufslehre, im Gymnasium, im Berufsleben, etc.

b. Der Staat betreibt die genannten Bildungseinrichtungen und der Zugang ist kostenlos, mindestens von Alter 5 bis Alter 16-20. Der Schulbesuch ist in diesem Lebensabschnitt obligatorisch. Auch der kostenlose Zugang der Berufslehre und die freie Berufswahl sind sichergestellt. Die Berufsausbildung lässt sich üblicherweise bis Alter 18-21 abschliessen.

c. Die staatliche Gewalt ist dreigeteilt in Legislative, Exekutive und Judikative. Die Gefahr, dass die staatliche Macht missbraucht wird, lässt sich auf diese Weise entscheidend reduzieren. Jeder Mann und jede Frau besitzt das aktive und das passive Wahlrecht, sobald sie ein gewisses Alter erreicht haben, z.B. Alter 18.

Anmerkung

  • Auch die grossen Parteien solcher Länder orientieren sich weitgehend an dem oben beschriebenen Weltbild. 
  • Würde sich das Zusammenleben der Menschen in einem Staat an den darwinistischen Prinzipien orientieren, würde ein schrankenloser Wettstreit bestehen. Jede Person wäre dann aufgerufen, sich und die Seinen zu schützen, evtl. in Verbindung mit Mistreitern. 
  • In einem solchen Staat besteht kaum Raum für Solidarität und Arbeitsteilung. Es wäre unmöglich, dass sich die Menschen im Beruf eine Nische schaffen, wo sie ungestört und geschützt eine hochwertige Arbeitsleistung erbringen können. Sie müssten sich stets gegen Bedrohungen aller Art wehren, sie wären stets im Kampf gegen Seinesgleichen. Es könnte kaum eine arbeitsteilige Wirtschaft entstehen, es könnte kaum Qualitätsarbeit geleistet werden, es kann keine Kultur entstehen, etc. Eine solche Gesellschaft würde wohl nach kurzer Zeit zugrunde gehen.
  • Weshalb orientiert sich kein moderner Staat an einem konkreten Weltbild - Es gibt heute kein Weltbild, das eine grosse, allgemeine Anerkennung besitzt.


3. Hutersches Weltbild

Huter hat sein Weltbild in vielen Texten dargelegt. Näheres u.a. 

a. der Rubrik  10D. Kallisophie  und das unter Ziffer 3 abrufbare Dokument über die Grundthesen der Kallisophie;

b. im Artikel von Carl Huter über die Hutersche Schöpfungsentwicklungslehre.


Grundlegende Elemente der Huterschen Schöpfungsentwicklungslehre sind:

  • 1. Das Empfinden ist eine primäre Energie im Weltall.
  • 2. Das Empfinden haftet jeder Materie, auch der uns tot erscheinenden anorganischen Materie und dem Weltäther als Substanzintelligenz, und zwar mit Willen, Gedächtnis und Bewusstsein.
  • 3. Das Empfinden ist dualer Natur: Es hat eine materielle Natur und eine geistige Natur.
  • 4. Das Empfinden ist primärer Natur. Aus dem Empfinden sind Kraft, Stoff und jede Formbildung hervorgegangen.
  • 5. Im Empfinden wurzelt die Schöpferkraft aller Dinge.
  • 6. Aus dem Empfinden ist das Leben hervorgegangen. Empfinden ist Leben.
  • 7. Die Empfindungsenergie organisiert und formt den Stoff.
  • 8. In der Empfindungsenergie wurzelt jede chemische Energie, ebenso jede höhere geistige Energie wie Gedächtnis, Bewusstsein, und Wille.
  • 9. Die Form eines Lebewesens ist der Ausdruck des inneren Empfindungscharakters.
  • 10. Es gibt eine Lebenskraft und diese wurzelt in empfindenden Ätherkräften, in sogenannten astralen Energien.
  • 11. Je stärker die Empfindungskraft, desto stärker die Formkraft und die Lebenskraft.
  • 12. Diese Lebenskraft ist mit den chemischen und physikalischen Kräften der organischen Lebensformen verbunden.
  • 13. Im Empfinden wurzelt der Impuls. Der Impuls ist ein Grundelement unserer Welt. Damit erst lässt sich die verändernde, organisierende und schöpferische Tätigkeit des Empfindens restlos erklären.

Die weiteren Huterschen Erklärungen über die Entstehung und die Höherentwicklung des Lebens sind u.a. ersichtlich in

a. den vorstehenden Rubriken dieses Kapitels 8

b. in den Rubriken von Kapital 6. Man beachte das Dokument in der Rubrik  6F. Nervensystem I , Ziffer 1.




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Diese Seite wurde im Februar 2018 ausgearbeitet und am 1. März 2018 fertiggestellt. Sie wurde am 27. und 29. März 2018 ergänzt. Sie wird regelmässig geprüft. Änderungen erfolgten am 12. Januar 2019, am 15. April 2019, am 20. Februar 2020, am 7. November 2020 sowie vom 29. Mai bis 2. Juni 2024.

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