Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

6A. Weltäther: Einführung


Die heutige Naturwissenschaft glaubt*), das alles, was es in unserer Welt gibt, einzig auf der Wirkung von Masse und Energie beruhe. Alle Erscheinungen in unserer Welt lassen sich demnach auf diese beiden Bestandteile zurückführen. Wenn dies im Einzelfall heute nicht möglich so, so werde es später einmal gelingen, wenn die Prozesse und Erscheinungen besser verstanden werden.
*) d.h. nimmt an resp. weiss es nicht anders zu erklären resp. sie lässt nichts anderes zu.

Carl Huter ist zur Überzeugung gelangt, dass

  • sich unsere Welt allein mit diesen beiden Elementen nicht erklären lässt;
  • das Empfindungsvermögen (in Form von Empfinden, Bewusstsein, Gewissen, etc.), das man in der Welt überall erkennt, sich niemals mechanisch-materialistisch erklären lässt.
  • unsere Welt auf drei Grundelemente zurückzuführen ist: Ruhe, Bewegung und Empfindung;
  • es einen Welt-Urstoff gibt, den Ur-Weltäther, der diese drei Grundbestandteile in sich vereinigt.

Die nachstehende Beschreibung beruht weitgehend auf der neunten Lektion, Band II und auf der fünften Lektion, Band III von «Welt und Menschenkenntnis».

1. Struktur des Äthers: drei Grundelemente

Das Ur-Weltäther-Teilchen besteht aus drei Grundelementen

  • Ruh-Element oder Schwer-Element
    Die Materie (bei Huter oft Stoff genannt) ist auf dieses Element zurückzuführen.
  • Bewegungs-Element oder vibrierendes Element
    Bewegung, Kraft, die eigentliche Energie (im physikalischen Sinne) ist auf dieses Element zurückzuführen.
  • Empfindungs-Element oder Leichtelement
    Die Empfindungsfähigkeit der Lebewesen ist auf dieses Element zurückzuführen. Nach den Forschungen von Carl Huter ist sie in jeder lebenden Zelle eines Lebewesens in einer gesteigerten, konzentrierten Form vorhanden. Sie sammelt sich im Zentrosoma der Zelle und ist daher hier besonders stark vertreten. Von hier aus wirkt sie organisierend, permanent, und schöpferisch, d.h. kann auch neue Bildungen hervorrufen! Sie ist innerhalb der Zelle die oberste Energie. Sie regiert die Zelle, ist dabei aber an die Verhältnisse gebunden: die vorhandenen guten und weniger guten Stoffe, etc.

Nomenklatur

  • Huter hat die verwendeten Begriffe zum Teil erläutert, zum Teil nicht. Hier sollen einige Begriffe umschrieben werden.
  • Huter verwendet anstelle von Teilchen oft das Wort "Ilion". 
  • Oft verwendet Huter weder die eine noch die andere Bezeichnung, z.B. bei Ruhäther, Fliehäther, Leichtäther.
  • Unter Ruhäther resp. Schweräther ist ein Teilchen zu verstehen, bei dem das Ruh-Element vorherrscht. Es haftet ihm das Empfindungselement an, seit der Differenzierung, siehe unten, Ziffer 2. Das dritte Grundelement ist vermutlich nicht oder sehr schwach vorhanden. Huter hat sich darüber nicht ausdrücklich geäussert.
  • Unter Fliehäther versteht Huter ein Äther-Teilchen, das fast nur oder ausschliesslich aus dem Bewegungselement besteht. Huter hat sich nicht ausdrücklich darüber geäussert, ob dem Fliehäther tatsächlich andere Grundelemente anhaften.
  • Unter Leichtäther versteht Huter ein Äther-Teilchen, das fast nur oder ausschliesslich aus dem Empfindungselement besteht. Huter hat sich nicht ausdrücklich darüber geäussert, ob dem Leichtäther tatsächlich andere Grundelemente anhaften.
  • Auch beim Od verwendet Huter diese Wortkombinationen: Schwer-Od, Leicht-Od. Od hat im Grundsatz einen geringen Ruhelement-Anteil. Offensichtlich gibt es innerhalb des Odes Differenzierung. Carl Huter sagt, es gäbe zahlreiche Zwischenstoffe, nicht einzig Od und Medioma. Dies seien lediglich die beiden einzigen, die er näher erforscht habe und festgestellt, also "beobachtet" hat.
  • In ähnlicher Weise sind die Begriffe Weich-Od und Hartmedioma zu verstehen. Die Unterschiede beziehen sich auf den Anteil an Ruhelement und an Empfindungselement. Carl Huter vermochte diese Substanzen mit seinem Hellgefühl zu unterscheiden.
  • In einer Fussnote neunte Lektion, Band V schreibt er, er hätte aus pädagogischen Gründen in den früheren Teilen des Hauptwerks unter Medioma auch gerade das Od eingeschlossen.






2. Das Ilion


Signatur:
Gitter: Ruh-Element
Linien: Bewegungs-Element
Punkte: Empfindungs-Element

Bildunterschrift zur obenstehenden Abbildung in "Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis":

  • (1) Die Grundform des Ilions, nach Carl Huter.
  • (2): Das Kraftverhältnis der 3 Urenergien
  • (3): Die Lagerung der Urenergien im Äterilion im völligen Gleichgewicht.
  • Mittlere und untere Zeile, Fig. 4, 5, 6, 8. Die Empfindungsenergie, welche gleich stark mit der Bewegungs- wie mit der Ruheenergie sympathisiert, gibt den Anstoss zur Differenzierung. Die Ruheenergie strebt nach Festigung der Ruhe. Die Bewegungsenergie sucht zu entfliehen und ruft Vibration, endlich Rotation hervor. 
  • Fig. 7. Die Empfindungsenergie ist auch durch sympathische Strahlung mit den Nachbarilionen verbunden und leitet alles fort. 


3. Differenzierung
Carl Huter: Welt- und Menschenkenntnis, 1905. III. Lehrbrief, fünfte Lektion
Gliederung und Fettdruck durch die Carl-Huter-Stiftung

Zitat Anfang:

  • Wie ich im II. Lehrbrief, IX. Lektion dargetan habe, liegen in jedem Äther-llion drei Grundelemente, das Ruh-, das Bewegungs- und das Empfindungselement. 
  • Das Ruh-Element strebt nach Innerlichkeit in voller Ruhe, das Bewegungselement nach Äusserlichkeit und in die weite Ferne. Sobald sich aber das Ätherilion so teilt, dass diese 2 sich gegenseitig entgegengesetzt wirkenden Kräfte, Ruhe- und Bewegungselement, von einander scheiden, so geht das Empfindungselement teils zu dem Ruh-, teils zu dem Bewegungselement über. 
  • Wir hätten dann die zwei verschiedenen Grund-Ilionen, die dann, wenn sie sich getrennt haben, erst bewusst werden, was sie verloren haben. 
  • Die geteilte Empfindungsenergie, die in beiden wohnt, treibt nun beide dazu, sich gegenseitig wieder anzuziehen und zu vereinigen. 
  • Zugleich aber treibt die differenzierte Energie des Ruh-Ilions andererseits dazu, den eingeschlagenen Weg des Ruhesuchens dadurch zu befriedigen, indem es in diesem Willen oder Charakter zu verharren strebt, und jede Gelegenheit wahrnimmt, sich mit einem oder vielen andern ähnlichen oder gleichen Ruh-Ilionen zu vereinigen. 
  • Eine Gruppe Ruh-IIionen bildet sich somit zu ldionen um, die weiter nach Ruhe drängen und die Wasserstoffatome bilden. 
  • Jedes Ruh-Ilion, jedes ldion und jedes Atom hat also 2 Pole, einmal den Willens-Pol, sich mit Gleichen zu vereinen, und zweitens den Empfindungs-Pol, in irgend einer Weise das Verlorene in sich neu zu schaffen, also neue Bewegung, neues Leben zu gewinnen. 
  • Hat sich nun ein Weltkörper gebildet, so wirkt in den Idionen und Atomen der stabile Wille weiter, aus dem Weltall immer mehr Ruhenergie in sich aufzusaugen und die Bewegungsenergie in den Äther-Ilionen, die im Weltraume um diesen Weltkörper einzudringen suchen, von sich abzustossen. Dadurch entsteht eine ungeheure Pressung oder Spannung zwischen den Elementen und dem beweglichen Äther, diese Spannung oder Reibung äussert sich dann in Wärme, in Licht und in Bewegungen, ferner werden aber auch durch den Weltätherdruck nun gerade alle zu Atomen verdichteten Ruhelemente derart gepresst, dass neue Elemente entstehen. 

Zitat Ende.

An dieser Stelle verlässt Huter das Thema "Ilion" und erläutert das Wesen der Schwerkraft (Gravitation). Die oben genannten Besonderheiten, Wiederanziehung, ungeheure Pressung oder Spannung, verwendet Huter, um die Ursachen der Gravitation zu erklären, vgl. Rubrik  6F. Gravitation


4. Anmerkungen

4.1 Erkenntnisse der naturwissenschaftlichen Physik über das Neutrino 

Viele Jahrzehnte nach Huter ist die naturwissenschaftliche Physik zu ähnlichen Teil-Ergebnissen gelangt: 

  • Es wurde zunächst das Neutrino-Teilchen postuliert (von Wolfgang Pauli, 1933) und später auch nachgewiesen. Es ist ein sehr neutrales Teilchen, masselos, etc. und daher schwer nachweisbar. Es erfüllt den Raum des ganzen Universums. Neutrinos, die aus dem Weltall auf unsere Erde auftreffen (viele Milliarden pro Sekunde), durchqueren unseren Planeten nahezu ungehindert. Nur ganz selten kommt es zu einer Wechselwirkung und nur dank dieser Wechselwirkung verrät sich das Neutrino. Das Neutrino ist in seinen Eigenschaften dem Ilion sehr ähnlich, aber nicht damit identisch.
  • Die naturwissenschaftliche Physik vermutet heute (seit einigen Jahrzehnten), dass es physikalische Prozesse gibt, welche die Masse erzeugen, d.h. man nimmt an, dass die Eigenschaft "Masse" resp. Stoff nicht von Anfang an vorhanden war. Aus einem masselosen Teilchen entsteht durch einen physikalischen Vorgang ein massetragendes Teilchen.

Huter hat viele Erkenntnisse gewonnen, die Physik erst einige wenige.

4.2 Grenzen der naturwissenschaftlichen Erklärbarkeit

Der Naturwissenschaft sind die Huterschen Gedankengänge und Forschungsmethoden fremd. Sie versucht, alle Erscheinungen und Lebensvorgänge mittels Physik, Chemie und Mathematik zu erklären resp. zu beschreiben. Sie tut sich aber bei einzelnen Erscheinungen schwer, eine plausible Erklärung zu finden, z.B. bei

  • physikalische Erscheinungen, die in den Bereich «Quantenmechanik» gehören 
  • physikalische Erscheinungen, die in den Bereich «Relativitätstheorie» gehören
  • Erscheinungen, die bei Lebewesen, namentlich beim Menschen zu beobachten sind: Denken, Fühlen, etc.

Da sich noch nicht alle physikalischen und biologischen Erscheinungen befriedigend erklären lassen, muss es offen bleiben, ob die Grundlagen der Naturwissenschaft genügen resp. genügen werden, um alle Erscheinungen zu erklären oder ob sie letztlich (da alle Bemühungen nicht zum Ziel führen oder da die menschliche Einsicht in unsere Welt grösser wird?) erweitert werden müssen. Im letzteren Fall könnten die Huterschen Erkenntnisse mithelfen, um befriedigende Erklärungen zu finden.


4.3 Äther: Physik

In der naturwissenschaftlichen Physik nahm um 1900 ebenfalls an, dass es einen Welturstoff, also einen Äther gibt. Namentlich bei der Ausbreitung von Licht (d.h. einer elektromagnetischen Welle) sollte sich dieser Stoff bemerkbar machen. Man schrieb dem Äther lediglich mechanisch-elektrische Eigenschaften zu und hielt ihn für unteilbar, d.h. der Äther wies einzig Eigenschaften auf, die damaligen mechanisch-materialistischen Vorstellungen über die Materie entsprachen. Danach versuchte man die Ausbreitung einer elektromagnetischen Welle mittels unserem Wissen über physikalische Prozesse und mittels den Eigenschaften, die man dem Äther zuschrieb, zu erklären. Diese Erklärungsversuche vermochten aber nur einzelne Erscheinungen, die man bei der Ausbreitung solcher Wellen feststellt, erklären; viele andere Erscheinungen liessen sich nicht befriedigend oder überhaupt nicht plausibel erklären. 

Der Physiker, namentlich H.A. Lorentz und A. Einstein haben darauf verzichtet zu fragen, welche Prozesse bei der Ausbreitung einer elektromagnetischen Welle vor sich gehen. Dies hat man oft als Verbannung des Äthers aus dem naturwissenschaftlichen Weltbild bezeichnet, als Todesschrei des Äthers. Einstein selbst hat um 1920 bestätigt, dass die Existenz des Äthers nicht als widerlegt betrachtet werden könne. Wenn es ihn geben würde und er an der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen beteiligt sei, so würde er Eigenschaften aufweisen, die nicht den heutigen Vorstellungen entsprächen. Aus Huterscher Sicht ist Einsteins Einschätzung richtig. Huters Äther ist wirklich fundamental anders beschaffen als der damalige Äther der Physik.



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Diese Seite wurde am 8., 9. und 10. Juni 2018 erstellt und veröffentlicht. Sie wird regelmässig überprüft, letztmals am 24. Mai 2019, am 11. Juli 2019, vom 4. bis 6. Oktober 2020 und am 10. Juli 2022.

Die Huterschen Erläuterungen über den Äther und die Ilionen erscheinen hier erstmals seit Huter in einer bearbeiteten Fassung, d.h. geordnet und erläutert. Diese Teile seiner Schriften sind bisher lediglich nachgedruckt worden. 

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