Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

A. Weltäther mit Empfindungs-Element

 


In der physikalischen Wissenschaft kennt man knapp 20 Teilchen, aus denen die uns bekannte Materie besteht: Neutron, Proton, Elektron, Leptonen, Quarts, sogenannte Austauschteilchen. Es stellt sich die Frage, ob es ein Teilchen gibt, aus dem alles, was in unserer Welt existiert, entsprungen ist?

In der naturwissenschaftlichen Physik stellte man sich vor, dass es diesen Grundbestandteil gibt und gab ihm den Namen "Äther". Dieser Grundbestandteil dachte man sich als ganz oder nahezu masselos und man nahm an, dass er die Ausbreitung der anderen elektrischen Wellen ermöglicht, also z.B. des Lichts (ist physikalisch betrachtet, eine elektromagnetische Welle). Die Interpretation des berühmten Versuches von Michelson-Morley über die Ausbreitung des Lichts erwies sich, bei Beachtung der bekannten physikalischen Gesetzmässigkeiten, als sehr schwierig. Einstein fand einen Ausweg, der darin bestand

  • auf eine plausible Erklärung der Ausbreitung einer elektromagnetischen Welle gänzlich zu verzichten
    Hinweis: Dieser Verzicht ist oft als Verbannung des Äthers aus dem naturwissenschaftlichen Weltbild verstanden worden. Einstein selbst hat um 1920 bestätigt, dass die Existenz des Äthers nicht als widerlegt betrachtet werden könne. Wenn es ihn geben würde und er an der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen beteiligt sei, so würde er Eigenschaften aufweisen, die nicht den heutigen physikalischen Gesetzen entsprächen.
  • das Formelwerk der Physik im Fall von physikalischen Erscheinungen, die mit hohen Geschwindigkeiten erfolgen wie dies bei der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen der Fall ist, um eine neue Gesetzmässigkeit zu erweitern ("Relativitätsprinzip"). Diese Erweiterung erfolgte zusätzlich zu den rund 30 Jahre vorher erfolgten Eingriffen in das Formelwerk von Lorentz und Fitzgerald (Längenkontraktion und Zeitdilation), ebenfalls als Folge des Versuchs von Michelson und Morley.

Auf der Grundlage dieses ergänzten Formelapparates gelang es Einstein auf mathematischem Weg neue Formeln zu gewinnen, z.B. eine Formel welche die Masse (d.h. die Materie) mit Energie in Verbindung brachte (E = mc2; Äquivalenz von Masse und Energie). Im Verlauf der nächsten Jahre und Jahrzehnte gelang es den experimentell tätigen Physikern, die von Einstein auf theoretischem Weg gewonnen Erkenntnisse zu bestätigen.

In Bezug auf die Frage, wie dies alles zu erklären sei, z.B. die Ausbreitung der elektromagnetischen Welle; wie aus Energie Materie entstehen kann und umgekehrt, etc. kam die Physik nicht voran, bis heute nicht. Auch im Bereich der Quantenphysik vermag die naturwissenschaftliche Physik die fundamentalen Erscheinungen lediglich mit Formeln zu beschreiben, nicht aber physikalisch zu erklären. Dies gilt es beachten, wenn hier die Huterschen Ansichten dargelegt werden über den (Welt-)Äther und das Empfindungsvermögen als Grundelement in unserer Welt. Vielleicht lassen sich diese Erscheinungen erst erklären, wenn man das heutige naturwissenschaftliche Weltbild erweitert?





Einleitung

Die Erscheinungen in unserer Welt lassen sich nach Carl Huter auf drei Grundelemente zurückführen:

a. Auf das Ruh-Element.
Es tritt in Erscheinung als Stoff resp. Materie

b. Auf das Bewegungs-Element.
Es tritt in Erscheinung als Kraft resp. Energie

c. Auf das Empfindungs-Element.
Es tritt in Erscheinung als Helioda-Strahlung,
Empfindungsvermögen jedes Lebewesens, als geistige Fähigkeiten und hat in der Zelle als  Zentrosoma ein eigenes Organ.


Das dritte Grundelement ist bedeutend schwieriger als Grundelement zu erkennen als die ersten beiden Grundelemente. Im Abschnitt  I Empfindungsvermögen  ist dargelegt, weshalb Huter zur Überzeugung kam, dass das Empfindungsvermögen der Materie, der Pflanzen, der Tiere und des Menschen nicht auf das Ruhe- und Bewegungs-Element zurückgeführt werden kann.

Die nachstehende Zusammenfassung beruht im Wesentlichen auf dem II. Lehrbrief, 9. Lektion sowie dem III. Lehrbrief, 5. Lektion von «Welt und Menschenkenntnis»

Hutersche Nomenklatur

  • Meist verwendet Huter für die Grundbestandteile zwei Bezeichnungen:
    a. Eine Bezeichnung für das einzelne Teilchen, z.B. Ilion;

    b. Eine Bezeichnung für die Gesamtheit der Teilchen, z.B. Äther.
  • Oft bildet Huters daraus weitere Bezeichnungen, die entweder ein Synonym darstellen (Weltäther anstatt nur Äther) oder einen anderen Gegenstand bezeichnen (Bewegungs-Ilion für ein Ilion, wo das Bewegungs-Element vorherrschend ist).
  • Anstatt von Empfindungselement spricht Huter manchmal von Empfindungsvermögen, Empfindungsenergie und Empfindungskraft. Huter scheint diese Wörter (-vermögen; -element; -kraft) nicht streng von einander zu unterscheiden.
  • Huter bezeichnet die aus einer Teilchen-Sorte bestehenden Masse oft mit einem anderen Namen als das Einzel-Teilchen, z.B. Weltäther (S) und Ilion (T). Im Titel der nachstehenden Abschnitte wird dies mit (S) und (T) vermerkt. Bei anderen Bezeichnungen macht Huter diesen Unterschied nicht, z.B. Fliehäther und Leichtäther (d.h. es gibt keine Bezeichnung Flieh-Ilion, Leicht-Ilion). 
  • Ausserdem verwendet Huter für dieselbe Substanz resp. dasselbe Teilchen unterschiedliche Begriffe, manchmal nur wenige Zeilen später, z.B. in Bezug auf Od zusätzlich Weich-Od resp. Medioma und zusätzlich Hartmedioma. In einer Fussnote im V. Lehrbrief 9. Lektion schreibt er, er hätte aus pädagogischen Gründen in den früheren Teilen des Hauptwerks unter Medioma auch gerade das Od eingeschlossen.


Das Ilion


Signatur:
Gitter: Ruh-Element
Linien: Bewegungs-Element
Punkte: Empfindungs-Element

Erläuterung der nebenstehenden Abbildung in "Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis"

(1) Die Grundform des Ilions, nach Carl Huter.
(2): Das Kraftverhältnis der 3 Urenergien
(3): Die Lagerung der Urenergien im Äterilion im völligen Gleichgewicht.

Mittlere und untere Zeile, Fig. 4, 5, 6, 8. Die Empfindungsenergie, welche gleich stark mit der Bewegungs- wie mit der Ruheenergie sympathisiert, gibt den Anstoss zur Differenzierung. Die Ruheenergie strebt nach Festigung der Ruhe. Die Bewegungsenergie sucht zu entfliehen und ruft Vibration, endlich Rotation hervor.
Fig. 7. Die Empfindungsenergie ist auch durch sympathische Strahlung mit den Nachbarilionen verbunden und leitet alles fort.

Auf Anfrage erteilt die Carl-Huter-Stiftung weitere Auskünfte.

Originalumschreibungen des Ilions von Huter:

  • Das Ilion enthält in seinem Inneren die drei Elemente Ruhe (Gitter), Bewegung (Linien) und Empfinden (Punkte) und zwar so, dass sie sich in einem völligen Gleichgewicht befinden.
  • Das Ilion ist ein vollkommen kugelförmiger Körper.
  • Das Ilion ist sehr elastisch ist und trägt die Gleichgewichtskraft in sich als Hauptkraft;
  • Das Ilion trägt in sich das Prinzip des Geistigen und Materiellen in vollem Gleichgewicht, birgt also Empfinden, Weltempfinden in sich.
  • Der Weltäther (Anm.: das Ilion) ist alles und doch nichts, alles, weil alles aus ihm entstand, nichts, weil durch die Einheit der Massen keine Werte, weder innere noch äussere da sind, freilich auch keine Entwertungen vorhanden sein können. Erst durch Differenzierung trat bewusstes Empfinden durch Ausscheidung von Grundsubstanzen gewisser Massen des Weltäthers auf. Durch Fortwanderung dieser Massen entstand Entwertung und damit auch inneres Schmerzbewusstsein. Mit diesem Auswandern wertvoller Einzelteile entwickelte sich in dem Zurückgebliebenen sicher das Material zu den Welturnebeln, woraus sich später die Atome und Elemente weiter bildeten.
  • Der entwertete Weltäther (Anm.: das entwertete Ilion) entwickelte neue Spannkraft, um das Fortgegangene wieder in sich aufzunehmen; dieses Streben nach Ausgleich im Weltäther (Anm.: resp. im Ilion) ist Ursache aller Kraft der Welt. - Weitere Ausführungen im "Hauptwerk" (rund 200 Wörter).


Anmerkung I: Erläuterung zum Huterschen Ilion

Es ist schwierig, sich über diese 3 Elemente in diesem Zustand eine Vorstellung zu machen. Man kann immerhin folgendes sagen: Wenn der Gleichgewichtszustand wegfällt und eines der Elemente vorherrscht ergibt sich folgendes: Bei Vorherrschen

  • des Ruh-Elements gelangt die Materie, das Stoffliche zum Vorschein (also Masse, Gewicht, Wahrnehmbarkeit).
  • des Bewegungselements gelangt die physikalische Energie und physikalische Kraft zum Vorschein.
  • des Empfindungs-Elements gelangt die Empfindungsfähigkeit zum Vorschein (im Sinne von «Speicherungsvermögen von Eindrücken und Empfindungen).

Das völlige Gleichgewicht der drei Grundelemente ist, nach Carl Huters Erkenntnis, die Ursache, dass das Ilion nach aussen absolut neutral erscheint:

  • gewicht- und masselos 
  • ohne Energie und Kraft; ohne das Vermögen Energie und Kraft zu speichern;
  • ohne Empfindungsvermögen; ohne das Vermögen Empfinden zu speichern. Das Ilion kann dann lediglich Eindrücke weiterleiten.

Das Ilion resp. der Weltäther lassen sich daher nicht oder nur äusserst schwer nachweisen.


Anmerkung II: Erkenntnisse der naturwissenschaftlichen Physik über das Neutrino

Viele Jahrzehnte nach Huter ist die naturwissenschaftliche Physik zu Erkenntnissen gelangt, die Huters Erkenntnissen ähnlich sind:

  • Es wurde zunächst das Neutrino-Teilchen postuliert (von Wolfgang Pauli, 1933) und später auch nachgewiesen. Es ist ein sehr neutrales Teilchen, masselos, etc. und daher schwer nachweisbar. Es erfüllt den Raum des ganzen Universums. Neutrinos, die aus dem Weltall auf unsere Erde auftreffen (viele Milliarden pro Sekunde), durchqueren unseren Planeten nahezu ungehindert. Nur ganz selten kommt es zu einer Wechselwirkung und nur dank dieser Wechselwirkung verrät sich das Neutrino. Das Neutrino ist in seinen Eigenschaften dem Ilion sehr ähnlich, aber nicht damit identisch.
  • Die naturwissenschaftliche Physik vermutet heute (seit einigen Jahrzehnten), dass es physikalische Prozesse gibt, welche die Masse erzeugen, d.h. man nimmt an, dass die Eigenschaft "Masse" resp. Stoff nicht von Anfang an vorhanden war. Aus einem masselosen Teilchen entsteht durch einen physikalischen Vorgang ein massetragendes Teilchen.

Anmerkung III: Grenzen der naturwissenschaftlichen Erklärbarkeit

Der Naturwissenschaft sind die Huterschen Gedankengänge und Forschungsmethoden fremd. Sie versucht, alle Erscheinungen und Lebensvorgänge mittels Physik, Chemie und Mathematik zu erklären resp. zu beschreiben. Auch dann, wenn die Naturwissenschaft seit Jahrzehnten in Bezug auf die Erklärung keine Fortschritte erzielt, kommt es nicht in Frage, die Grundlagen jemals zu erweitern. Erscheinungen, die sich seit vielen Jahrzehnten noch nicht naturwissenschaftlich restlos erklären lassen sind z.B.

  • physikalische Erscheinungen, die in den Bereich «Quantenmechanik» gehören 
  • physikalische Erscheinungen, die in den Bereich «Relativitätstheorie» gehören
  • Erscheinungen, die bei Lebewesen, namentlich beim Menschen zu beobachten sind: Denken, Fühlen, etc.

Da sich noch nicht alle physikalischen und biologischen Erscheinungen befriedigend erklären lassen, muss es offen bleiben, ob die Grundlagen der Naturwissenschaft genügen resp. genügen werden, um alle Erscheinungen zu erklären oder ob sie letztlich (da alle Bemühungen nicht zum Ziel führen oder da die menschliche Einsicht in unsere Welt grösser wird?) erweitert werden müssen. Im letzteren Fall könnten die Huterschen Erkenntnisse mithelfen, um befriedigende Erklärungen zu finden.



Differenzierungen unter den Ilionen

Aus III. Lektion, 5. Lehrbrief von Carl Huter: "Welt- und Menschenkenntnis"

Das Ruh-Element strebt nach Innerlichkeit in voller Ruhe, das Bewegungselement nach Äusserlichkeit und in die weite Ferne. Sobald sich aber das Äther-Ilion so teilt, dass diese zwei entgegengesetzt wirkenden Kräfte, Ruh- und Bewegungselement, sich voneinander scheiden, so geht das Empfindungselement teils zu dem Ruh-, teils zu dem Bewegungselement über.

Wir hätten dann die zwei verschiedenen Grund-Ilionen, die dann, wenn sie getrennt sind, sich erst bewusst werden, was sie verloren haben. Die geteilte Empfindungsenergie, die in beiden wohnt, treibt nun beide dazu, sich gegenseitig wieder anzuziehen und zu vereinigen.

Zugleich aber treibt die differenzierte Energie des Ruh-Ilions andererseits dazu, den eingeschlagenen Weg des Ruhesuchens dadurch zu befriedigen, dass es in diesem Willen oder Charakter zu verharren strebt und jede Gelegenheit wahrnimmt, sich mit einem oder vielen anderen ähnlichen oder gleichen Ruh-Ilionen zu vereinigen. Eine Gruppe Ruh-Ilionen bildet sich somit zu Idionen um, die weiter nach Ruhe drängen und die Wasserstoffatome bilden. Jedes Ruh-Ilion, jedes Idion und jedes Atom hat also zwei Pole, einmal den Willenspol, sich mit Gleichen zu vereinen, und zweitens den Empfindungspol, in irgendeiner Weise das Verlorene in sich neu zu schaffen, also neue Bewegung, neues Leben zu gewinnen. An dieser Stelle kommt verlässt Huter das Thema "Ilion" und erläutert das Wesen der Schwerkraft (Gravitation). Darüber mehr im Abschnitt  XI Gravitation.  


Aus II. Lehrbrief 9. Lektion von Carl Huter: "Welt- und Menschenkenntnis"

Die Ruhilionen sind die positiven, die Bewegungsilionen die negativen Ätherilionen, bei beiden sind wahrscheinlich noch mal zwei Energieformen, die starke oder gesättigte und die schwache oder leere Ruh- bzw. Bewegungskapazität. Zwischen diesen vier verschiedenen Arten Energien bei den Ilionen liegen wahrscheinlich noch andere Möglichkeiten, darunter zwei indifferente Formen, zweierlei Empfindungsformen und zweierlei Vervollkommnungsformen, so dass verschiedene Energieformen differenziert im Weltäther auftreten können.

Es ist auch alles Empfinden in gesättigtes und ungesättigtes klassifiziert zu denken; denn die Möglichkeit besteht, dass gewisse Ätherilionen besonders Empfindung in sich aufzuspeichern vermögen; ich nehme an, dass diese spezifischen Empfindungsilionen weniger in den freien Räumen zwischen den Weltkörpern, sondern mehr in deren Nähe, unter gewissen Bedingungen auftreten.

Es gibt jedenfalls auch noch solche Ilionen, welche besonders kraftsammelnd und ausgleichend wirken, die Harmonieilionen; auch diese werden in eine starke und eine schwache Art sich gliedern. Schliesslich gibt es wohl noch zwei Arten Ilionen, die sich ausserordentlich polar liegen, die eine Art übernimmt die Totalindifferenz, die andere die Totalimpulsivität der Gesamtenergien. Ausser den vier, hier zuerst dargestellten Ätheriliontypen treten also noch andere Arten unter gewissen Bedingungen auf. Empfinden haben aber alle Ilionen der Welt. Die total impulsiven Ilionen können als rein freiheitserfüllende relative, also gut und schlecht, gedacht werden, — aber auch als absolut impulsive, aus Freiheit Gutwellende, das Vollkommenste, das göttliche Prinzip suchende, aufgefasst werden. Für heute gilt mir aber nur eine Form wahrscheinlich, die Gründe, welche mich zu dieser Annahme bestimmen, kann ich hier des Raummangels wegen nicht darlegen.

Anmerkungen: Weitere Ausführungen Huters über die Differenzierung der Ilionen findet man im II. Lehrbrief 9. Lektion (dort, wo die hier dargestellte Abbildung besprochen wird).



Der Weltäther und das Ilion


Der Weltäther ist der einheitliche Urstoff in der Welt. Er erfüllt alles (Anm.: Huter meint wohl: den ganzen Raum) und ist völlig homogen.

Der Geist des Weltäthers ist Schlummerleben, ist Seele, ist ewiges Nirwana der unbewussten Masse.

Da der Äther der Welturstoff ist, so ist der Äther auch die Welturkraftquelle, und da Empfinden auf bisher unbekannte Weise durch Urzeugung entsteht, so muss die Quelle des Empfindens ebenfalls im Weltäther liegen.

Weitere Informationen über den Weltäther

  • Jede Form von Empfindung hat ihre Urquelle im Weltäther, und jede Form und Farbe, jeder Lichtstrahl, jeder Schall, jeder Geruch, jedes Gefühl und jede Spannkraft ist überall im Weltäther im Keim vorhanden und somit nimmt überall wo etwas ist, wird oder war, der Weltäther Anteil daran, er nimmt Fühlung damit. Für alles was ist, ist im Weltäther irgendwo auf Sympathie zu rechnen. Der reine Weltäther ist das sympathischste aller Dinge, Gedanken, Handlungen und Begebenheiten. Nur der differenzierte Weltäther hat differenzierte Stoff-Formen, Energie und Kraft-, Lebens-, Geist- und Empfindungsformen, und das eben ist die bunte Welt des Seins, mit der sich die Psycho-Physiognomik im weiteren Sinne zu beschäftigen hat.
  • Alle chemischen Elemente haben ihre Keime im Weltäther; alle Kräfte, die wir kennen, Kohäsion, Adhäsion, Licht, Wärme, Elektrizität, Magnetismus, chemische Energie, mechanische Bewegung, wurzeln im Weltäther und alles Leben, das empfindet, alles seelisch Gewordene muss im Urstoff seinen Anfang genommen haben, somit ist auch alle Form aus dem Weltäther entstanden. Auch sämtliche erdenkliche Farben sind im Weltäther vereint. Wenn im Sonnenlicht die meisten Farben vereinigt vorhanden sind, so muss der Weltäther, der uns das Sonnenlicht übermittelt, völlig geschwängert sein von allen Stoffen und Kräften, da er nichts vom Sonnenlicht absorbiert, sondern alles weiterleitet. Würden im Weltäther nicht auch alle die Elemente, die auf der Erde vorkommen im Keim höchst verfeinert liegen, so würde er nicht alles von der Sonne Empfangene, z. B. die chemisch nachweisbaren Elemente im Licht weitertragen und uns übermitteln können.
  • Mir ist es ein absolut feststehender Beweis, dass der Weltäther, weil er alle Sonnenstrahlen leitet und keine absorbiert, alle Elemente in ungeheurer Verdünnung in sich trägt.
  • Die Tatsache, dass das Licht durch Sinuswellen fortgepflanzt wird, beweist, dass der Weltäther ein doppeltes Energieprinzip in sich birgt, einmal das Ruh- und zweitens das Bewegungsprinzip; dass aber diese beiden Prinzipien nicht in jedem Ätherkügelchen gleich stark vertreten sind, sondern in einem mehr das Ruh-, im anderen mehr das Bewegungsprinzip, ist aus der Tatsache der Elastizität des Weltäthers zu schliessen; denn alle Ätherkügelchen von gleichem Ruhprinzip würden starr verharren, und ihre gewaltsame Bewegung würde eine ungeheure Reibung hervorrufen, wodurch alle Weltkörper durch Ätherdruck erdrückt und verbannt würden.
  • Es ist schliesslich mit Sicherheit anzunehmen, dass alle Ätherkügelchen Empfindung besitzen; dieses schliesse ich daraus, dass der Gesamtäther, als Masse gedacht, alle Strahlen leitet. Er leitet nicht nur die Sonnenstrahlen, sondern er leitet auch die Lichtstrahlen unendlich vieler anderer Sonnen, auch die reflektierten Strahlen der Planeten, Monde, Kometen, Weltnebelgebilde usw. Wäre nicht jedes Ätherkleinstteilchen empfindlich für das Individuelle, so würde dieses Individuelle keinen Eindruck darauf machen, woraus folgt, dass es auch keinen Ausdruck finden könnte und nicht forttragbar wäre. Es ist also rein mechanisch gar nicht die präzise Fortpflanzung der verschiedenen Lichtstrahlen ferner Weltkörper bis zu unserer Erde zu erklären. Denn die Wellen unserer Sonnenstrahlen würden durch Billionen anderer, sie durchkreuzender Wellen der Strahlen von anderen Weltkörpern gestört, parallelisiert oder durchbrochen. Hierdurch würde sofort Interferenz, also Schwächung des Lichts oder gar totale Verdunkelung eintreten.
  • Jedes Ätherkügelchen ist also empfindlich für jede Einwirkung, jeden Strahl aller Weltkörper; ich bezeichne aber diese Empfindlichkeit nicht als direkt selbstbewusste. Wenn sonst jede Empfindung wissend macht, so ist in diesem Falle das Wissen nach meiner Annahme als rein entäusserndes zu denken, das sich zum Selbstbewusstsein nicht verdichtet, wenigstens da nicht, wo der Äther nur leitend auftritt, also in den Zwischenräumen zwischen den Weltenkörpern und in den Zwischenräumen zwischen den Atomen und Molekülen. Des sprachlichen Bedürfnisses wegen bezeichne ich die Ätherkügelchen mit dem Ausdruck Ilionen und nenne ein jedes einzelne normale Ätherkügelchen "Ilion".
  • Ich wiederhole nochmals kurz: die Sinuswellen, welche beim Licht, beim Schall, bei der Elektrizität usw., ja bei allen Naturerscheinungen auftreten, sind ein Beweis dafür, dass der Urstoff, der überall bei allen Naturerscheinungen mit Anteil nimmt, also der Weltäther, Bewegungs- und Ruhenergie in sich birgt, und zwar in wunderbarem Gleichgewicht und Ebenmass. Da aber Ruhe und Bewegung niemals zugleich gleich intensiv wirken, sondern zeitlich getrennt bald die Ruhe, bald die Bewegung in einem Körper wirkt, so folgt daraus, dass der Weltäther aus unendlich vielen Einzelteilchen zusammengesetzt ist, die so eingerichtet sind, dass ein Teil mehr die Ruhenergie, ein anderer Teil mehr die Bewegungsenergie vertritt. Ob die Ruhenergie bestimmten Ätherilionen ewig anhaftet, wie anderen die Bewegungsenergie, wissen wir nicht, wahrscheinlich wechseln sich die Energien aus. Das Ruhilion überträgt zeitweilig und unter gewissen Umständen dem Bewegungsilion die Ruhenergie und umgekehrt.
  • Das Resultat, das sich hieraus ergibt, ist: Alle chemischen Elemente und ihre Eigenschaften sind aus dem Weltäther entstanden, jede Kraft und Energie ist aus dem Weltäther hervorgegangen.

Anmerkung zur Ausbreitung des Lichts mittels Äther: Eine transversale Welle kann sich nur in einem festen Körper, nicht aber in einem Gas auszubreiten – nur in einem festen Körper kann ein ausgelenktes Atom oder Molekül um seine Ruhelage schwingen und vermag sich die Schwingung auf die Nachbaratome resp. -moleküle zu übertragen, da sich die Atome in einem starren Gitter befinden und jede Auslenkung aus der Ruhelage sich dem Nachbaratom resp. -molekül überträgt. Die Ilionen des Huterschen Äthers bewegen sich im Raum in ähnlicher Weise wie die Atome resp. Moleküle eines Gases. Wie ist es zu erklären, dass die Ilionen eine transversale Welle auszubreiten vermögen? – Ilionen nehmen die Aussendrücke auf und geben sie blitzschnell weiter. Die Weitergabe ist erklärbar, da das Ilion keine Eindrücke speichern kann.

Zweifellos liegt darin (also in der Fähigkeit des Ilions, Eindrücke weiterzugeben) auch die Erklärung von vielen Phänomenen im Bereich der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik.



History

Diese Website wurde am 8., 9. und 10. Juni 2018 erstellt und veröffentlicht.

Die Huterschen Erläuterungen über den Äther und die Ilionen erscheinen hier erstmals seit Huter in einer bearbeiteten Fassung. Diese Teile seiner Schriften sind bisher lediglich nachgedruckt worden. Die an verschiedenen Stellen seines wissenschaftlichen Werkes befindlichen Texte werden hier erstmals in gegliederter, kommentierter sowie erläuterter Form veröffentlicht. Dies soll beitragen, die Erkenntnisse von Carl Huter leichter und besser erfassen zu können.

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