3G3. Carl Huter: Einblick in ein grosses Gutachten
1. Einleitung
Ernst Häckel (16.2.1834 - 5.8.1919) gehörte zu Huters Zeiten zu den Autoritäten auf dem Gebiete der Entwicklungslehre. Er hat zudem eine eine Weltanschauung begründet, den Monismus. Der Monismus ist ein naturwissenschaftlich-materialistisch orientierte Weltanschauung und Geisteshaltung.
- Weitere Einzelheiten über Ernst Haeckel sind in online-Lexika ersichtlich: Seine naturwissenschaftliche Erkenntnisse, seine weltanschaulichen Lehren und welche Bedeutungen sie damals hatten und welche Bedeutung sie heute haben.
- Häckel hatte damals eine riesige Anhängerschaft, unter Ärzten, Naturwissenschaftlern und vielen Personen, die eine akademische Bildung hatten resp. wichtige Stellungen in Staat und Gesellschaft besassen.
Huter schuf ebenfalls eine neue Weltanschauung. Sie kann man als naturwissenschaftlich-orientierte geistige Weltanschauung bezeichnen.
Für Huter war es damals schwierig, Anhänger für seine eigene Weltanschauung zu gewinnen. Huter stand zwischen diesen beiden grossen Bewegungen. Die Hutersche Anhängerschaft beschränkte sich auf wenige hundert Personen. Abgesehen von Huter hat kaum ein Anhänger darüber jemals Schriften veröffentlicht, Vorträge gehalten oder in anderer Weise dafür um Aufmerksamkeit und Anhänger geworben.
Daneben gab es um 1900 in einigen Städten und Gegenden weitere weltanschauliche Strömungen, die aber nie eine grosse Bekanntheit erlangt haben und nie eine grössere Anhängerschaft hatten.
In einem Online-Lexikon lautet der Schlusssatz über den Eintrag von Ernst Häckel, 2025:
- Viel Licht, viel Schatten!
- Am 5. August 1919 verlöscht das Lebenslicht dieses in Deutschland wohl am tiefsten gehassten und am höchsten verehrten Gelehrten seiner Zeit.
Besonderheiten I
- Nachfolgend steht die umfassende psycho-physiognomische Begutachtung von Ernst Haeckel durch Carl Huter im Vordergrund. Auf Ernst Haeckel und die damaligen Strömungen in den naturwissenschaftlich-materialistisch orientierten Naturwissenschaft resp. in den biblisch-religiös-kirchlich-orientierten Bewegungen kann hier nicht näher eingegangen werden.
- Aus den obigen Fakten wird verständlich, dass sich Huter veranlasst sah, sich gründlichst mit der Person Ernst Häckel zu befassen. Und dass er dazu eines der besten Instrumente, die es gibt, um Leben und Wirken eines Menschen, angewendet hat, seine Hutersche Psycho-Physiognomik.
Besonderheiten II
- Die nachstehende Analyse ist auch für die psycho-physiognomische Fachperson äusserst wertvoll. Sie zeigt, wie Huter die Psycho-Physiognomik anwendet, was er herauszuholen imstande ist - durch geschickte Anwendung, Kombination, Verbindung, etc.
- Aus der nachstehenden Analyse wird auch ersichtlich, dass die Hutersche Weltanschauung auf tieferen, umfassenderen, richtigeren Erkenntnissen über unsere Welt beruht. - Aus diesen Gründen wird früher oder später überzeugte Anhänger gewinnen. Und ein grosser Teil der Menschen wird sie annehmen, denn die Menschen streben nach Wahrheit, nach Logik, nach Nachvollziehbarkeit.
- Die Hutersche Weltanschauung vermag diesen Ansprüchen am besten zu genügen!
Ernst Häckel und Anna Sethe (1834 - 1864).
Sie sind Cousin und Cousine. Häckels erste Ehe.
2. Charakter und Weltanschauung - Psycho-Physiognomische Charakterstudie über Professor Ernst Häckel.
- Artikel von Carl Huter in "Illustrierte Blätter für praktische Menschenkenntnis", Januar 1910; Seite 1 und 2.
- Der Artikel war mit einer Portraitaufnahme von Ernst Häckel illustriert, siehe unten, die Aufnahme, die den rund 75-jährigen Wissenschaftler zeigt, ungefähr im Jahre 1909.
- Nachstehend wird der ganze Artikel, unverändert wiedergegeben. Fettdruck, Gliederung und Nummerierung durch die Carl-Huter-Stiftung.
Zitat Anfang - Auch der obige Titel gehört zum originalen Text.
- Der lange Gesichtstypus belehrt uns, dass wir es hier mit dem Bewegungsnaturell zu tun haben. Da die Formenmassen jedoch nicht hager und hart und knöchern, sondern mässig fleischig-massig sind, so spielt das Ernährungsleben nach der Tatenergie eine besondere Rolle an zweiter Stelle.
- In fast gleicher Waage mit dem Ernährungsleben lag ursprünglich das Empfindungsleben, später hat dieses das Ernährungsleben überholt und ist dann ziemlich stark in das naturwissenschaftliche Beobachtungs-, Vorstellungs- und vergleichende Denkleben ausgewachsen.
- Diesem gleich stark, teilweise es sogar überholend, tritt das Denk- und Empfindungsleben, Vorstellungs- und vergleichende schliesslich als Charaktererscheinung auf, was sich durch die hohe und mässig vortretende Stirn bekundet.
- Der Gesamteindruck des Gesichts gibt eine Entwickelungsrichtung zum harmonischen Lebensnaturell.
- Der Mund zeigt den prüfenden Zug, das Auge den Ausdruck des scharfen Beobachtens.
- Die Nase verkörpert in ihrer Kraft und Wucht Tatenergie und Durchsetzungskraft.
- Dasselbe gibt sich im Charakter des Ohres zu erkennen.
- Beide, Nase und Ohr, entbehren jedoch des feinen empfindenden Lebensgeistes, sie sind rohfleischig, hart und robust in der Form.
- Der Mund-Nasenzug zeigt Tiefschnitt, ein charakteristisches Merkmal bei Herzleidenden. Ernst Häckel dürfte daher ab und zu mit Herzaffektionen zu tun haben und ich vermute, dass er an Herzkrankheit, wahrscheinlich Herzlähmung und schweren Atemstörungen einmal enden wird. Nur zweckmässige Diät, mässige Bewegung, eine angepasste Massage und Lebenskraftüberstrahlung mit psychischen Einwirkungen und Zurückziehung von allen Kämpfen und schweren Arbeiten werden ihn zu einem verhältnismässig hohen Alter führen können.
- Professor Häckel hat den Typus, den ich zu dem normalen Lebensalter der Achtzigjährigen zähle, und glaube ich, dass er bei angepasster normaler Lebensweise ungefähr 82 Jahre alt werden kann. (1)
- Wichtig ist hierbei, soll dieses Alter erreicht werden, dass er sehr mässig im Trinken bleibt, da die Nieren ein wenig angegriffen sind, wie die Nierenregion unter den Augen beiderseits zeigt, und dass er schwere alkoholische Getränke, sowie Tabak, gänzlich meidet.
- Das Gesicht zeigt im Gesamtausdruck ferner den Ausdruck der Farbenfreudigkeit. Das heisst, der Farbensinn muss bei Ernst Häckel ausserordentlich stark entwickelt sein.
- Das Auge selbst zeigt im Ausdruck festen Blick und Willen mit ein wenig Verstecktheit, also die Eigenart, dass sein Träger konsequent ein bestimmtes, sich vorgestecktes Ziel verfolgen kann und einer Idee, die ihn beherrscht, eventuell die Wahrheit opfern wird. Er hat eine sehr lebhafte Phantasie und diese trat bei seinem Schaffen stark mit in Tätigkeit. Der feste Wille, einer Lieblingsidee manches zu opfern, vermag ihn zu veranlassen, dass er auch zu moralisch nicht einwandfreien Mitteln zu greifen imstande sein kann.
- Das beweisen die scharfen, spitzen Augenwinkel beiderseits mit der verschlagenen Lidfalte, dem heraufziehenden Ichbewusstseinsgefühl bei den gespannt gehobenen, unteren Augenlidern und dem herabziehenden Zug der oberen Lider nach den Winkeln zu. Häckel kann daher zynisch werden im Kampf gegen Andersdenkende.
- Der Neuigkeitssinn, der Forschersinn ist jedoch ausserordentlich stark, was an den oberen Lidern die scharfen Ecken zeigen. Dagegen ist der Sinn für Religion sehr abgestumpft und zeigt das Auge eine Religionsabgeneigtheit und harte Selbstverschliessung gegen alle religiösen Wahrheiten.
- Trotzdem ist Häckel Humanist und im allgemeinen Menschenfreund und von starken sozialethischen Gesinnungen erfüllt. Das zeigt die verhältnismässig hohe Stirn, deren Formlänge die der Nase übertrifft und fast der Länge von Nase und Oberkiefer gleichkommt.
- Das Gehirn und infolgedessen auch die Stirn haben den typischen Bau des geborenen Naturforschers und Systematikers.
- Die stärkste Kraft zeigt die Stirn in dem unteren Drittel, unter welchen die Sinne und Geistesgaben für Naturforschung und -beobachtung besonders wirken.
- Hier, unmittelbar oberhalb der Nase und der Augen, hat die Plastik der Stirn die stärkste Kraft. Demnach ist der Gegenstandssinn, die Gegenstandsbeobachtung, der Vorstellungs- und der Formensinn, auch der Orientierungssinn über Naturerscheinungen, Dinge, Lebewesen und Formen verhältnismässig stark entwickelt.
- Hingegen ist die mittlere Stirnregion, unter welcher die höheren Denkkräfte wirken, bedeutend schwächer, jedoch immerhin noch stark genug, um scharfe Vergleichungen machen zu können.
- Der Vergleichungssinn ist über mittelstark. Dahingegen ist der Tiefsinn, das intuitive Findungsvermögen und Schlussurteilsvermögen erheblich schwächer entwickelt als die Vergleichungskraft.
- Ernst Häckel ist daher mehr Ausbauer und Fortspinner.
- Das schliesst aber nicht aus, dass er manchen neuen Gedanken gebracht hat, aber diese Gedanken sind aus vergleichenden Forschungen, aus Analogieschlüssen entsprungen. Dieses ist Ernst Häckels stärkste Seite seiner wissenschaftlichen Forscherarbeit. Die schwächste Seite in seinem Denkleben ist der mangelhafte philosophische Tiefensinn. Daher bleibt Häckel überall an der Oberfläche, denn sobald er sich in die Tiefe wagt, versagt seine Kraft, er macht Fehlschlüsse und Fehlurteile.
- Mathematik, Physik, Philosophie, Metaphysik, Okkultismus und Religion liegen ihm nicht. Er ist auf diesen Gebieten teilweise mittelmässig, teilweise sogar schwach veranlagt.
- Dahingegen sind seine Talente für Formen, Farben-, Gegenstands- und Lebensformenbeobachtungen gut, das ganze Gebiet der Biologie ist daher das beste Feld einer erfolgreichen Tätigkeit und stärkste Seite.
- Der Lebenserkenntnissinn ist bei Häckel in der dritten oberen Stirnregion mässig entwickelt, daneben zeigt sich rechts und links hoch oben eine plastische Wölbung von Stirn zur Oberhauptregion, aus der auf unermüdliche Neuforschung zu schliessen ist.
- Leider flacht sich die Oberhauptregion glatt ab, gerade da, wo die religiöse Kraft liegt, ist hier Flachheit.
- Der sozialethische Sinn ist in der hohen obersten Stirnregion ausgeprägt.
Fortsetzung des Artikels von Carl Huter siehe unten.
Einschub: Carl Huter und Ernst Häckel, eine Gegenüberstellung
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- Carl Huter im Alter 34, 43, 47, im Jahre 1895, 1904 und 1908;
- Huter: ideales harmonisches Empfindungs-Naturell.
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- Ernst Häckel vermutlich im Alter 55, 65 und 75, d.h. ca. im Jahre 1889, 1899 und 1909;
- Harmonisches Bewegungs-Naturell mit stark ausgeprägter Empfindungs-Anlage;
- Der hier wiedergebenene Artikel von Huter über Ernst Häckel war mit dem Bild unten rechts illustriert.
Anhand der Formen und des Formausdrucks vermag die psycho-physiognomische Fachperson festzustellen:
- Häckel hat vergleichsweise gute Formen und sie sind recht gut einander abgestimmt.
- Bei Huter ist die Tiefe und Feinheit des Empfindens bedeutend stärker als bei Häckel. Auch die Abstimmung der einzelnen Teile auf einander ist viel besser.
Die Qualität der Formen ist bei Huter unerhört hoch. Man findet wohl kaum einen Menschen, dessen Formen eine ähnliche Formqualität besitzen.
Fortsetzung des Artikels von Carl Huter:
Was gibt es nun über Häckels Leben, Streben und Wirken zu sagen?
Der obige Zwischentitel ist von der Carl-Huter-Stiftung eingefügt
- Häckel ist darum kein Psychologe, weil da, wo der Lebenssinn liegt, inmitten des oberen Drittels der Stirnregion, mehr plastische Kernkraft des Gehirns vorhanden sein müsste.
- Häckel ist auch kein Tiefenforscher, sonst müsste bei ihm rechts und links neben dem Vergleichungssinn in der mittleren Stirnregion mehr plastische Formkraft und Breite herrschen.
- Schliesslich ist Häckel kein Prophet, denn dazu gehört religiöse Hoheit und Tiefe, welche ihm gänzlich abgeht.
- Um uns über die Gegensätze klar zu werden, die zwischen diesem Naturoberflächenvergleicher und den tiefer fühlenden Künstler, Dichter und Denker herrschen und die besonders bei Messiasnaturen stark zum Ausdruck kommen, sei hier dargelegt, dass diese geistigen Höhenmenschen neben einer gutentwickelten Unterstirn, eine weit plastischere, breitere, höhere und schöner gerundete Mittel- und Oberstirn haben und nie ein kleines Auge oder einen verschmitzten Blick zeigen, sondern ein sehr grosses offenes, edles Auge haben.
- Jedoch ist mit Ernst Häckel, und das ist sein spezielles Verdienst, die Natur an manchen ihren Oberflächen weiter harmonisch aufgeschlossen und zur Darstellung gebracht, und den breiten Volksmassen ist eine neue Welt für Formen und Farben aufgegangen, eine Welt der Entwickelung aller materiellen Erscheinungen, und das verpflichtet uns, diesem Manne dankbar zu sein.
- Sehen wir über seine Fehler und Fehlschlüsse, selbst über seine Rankünen gegenüber religiösen Dingen und philosophischen Tiefenforschungen hinweg - denn er konnte nicht anders fühlen, denken und handeln, als wie er organisiert ist nach Körper und Seele - und schätzen wir ihn in dem, was er Positives geleistet hat, und damit werden wir ihm gerecht.
- Fragen wir aber: Weshalb ist Häckel nicht genügend in die Tiefe gedrungen, so müssen wir antworten, weil er nicht das Feinempfinden in seinen Augen, Hirn, Gesicht und Zellgeweben dafür hat, denn er ist nicht ein Empfindungsnaturell, sondern im Bewegungsnaturell liegend.
- Das Empfinden bildete sich bei ihm später in vergleichende Beobachtungs- und kalte Denktätigkeit um. Darum blieb er auch Materialist. Es konnte sich bei ihm nicht die psychologische Kraft, die Tiefenforschung, die religiöse Richtung entwickeln und entfalten, und somit blieb er, selber an diesen eigenen Entwickelungshemmungen leidend, überall auf halbem Wege in der Forschung und Wahrheitserkenntnis stehen. Das ist seine Tragik und daran leidet sein gesamtes System der monistischen Weltanschauung, sie führt uns in eine grosse Welt der Breite, aber nicht in die Höhe und Tiefe ein.
- Was Ernst Häckel nicht vermocht hat, soll unsere Richtung, die vergeistigte Naturwissenschaft und Schöpfungsentwickelungslehre, die Psycho- Physiognomik und die daraus hervorgegangene ethische Schönheitslehre, die Kallisophie bringen, sie ergänzt sich nicht nur mit der Entwickelungslehre, sondern sie schliesst diese in sich ein und führt uns in alle Tiefen des Seins ein. Sie steigt aber auch aus der Breite und Tiefe empor zu den höchsten Idealen einer neuen sittlich-ästhetischen und auch religiösen Weltanschauung auf naturwissenschaftlichen Grundlagen, die alle modern Denkenden befriedigen wird.
- Hierzu hat uns Ernst Häckel zum Teil mit wertvolle Vorarbeit geliefert. Die menschlichen Schwächen und Mängel, welche eine wissenschaftliche Charakterologie ausser den Vorzügen bei einer Person auch mit objektiv zur Darstellung zu bringen hat, konnte hier bei Ernst Häckel nicht verschwiegen werden. Denn unsere Psycho-Physiognomik muss und will wahr sein.
- Sie gibt ein reines Spiegelbild vom wirklichen Charakter und Wesen eines Menschen und seinen Fähigkeiten, und darin liegt ihr einzigartiger Wert.
- Sie schafft eine richtige Wertung, keine Unter-, keine Überwertung von einzelnen Menschen, sie ist die Psychologie der Zukunft. Wahrheit, Gerechtigkeit, Würdigkeit sind ihre Leitsterne, und darum auch Ernst Häckel in Ehren, wo er Gutes gebracht hat, ihm Verzeihung, wo er gefehlt hat.
Carl Huter
Zitat Ende.
(1) Häckel war damals 76. Das würde bedeuten, dass er, wenn er entsprechend lebt, ungefähr noch 6 Lebensjahre vor sich hat. Häckel starb im Alter von 85 1/2 und hat somit noch 8 1/2 Jahre gelebt.
Anmerkung I
- Carl Huter war Ernst Haeckel persönlich bekannt durch seinen Besuch bei ihm, an Himmelfahrt / Auffahrt 1906. Carl Huter hat das Gespräch, das die beiden damals geführt haben, in seiner Broschüre "Huter und Häckel. Der Kampf zwischen zwei Weltanschauungen", erschienen Mitte 1910, wiedergeben. Die Broschüre erschien in einer grossen Auflage.
- Häckel hat dieser Darstellung kurze Zeit widersprechen. Häckel hat daher diese Broschüre von Huter gekannt und gelesen. Ob Huter von der Stellungnahme Häckels erfahren hat, ist unbekannt.
Anmerkung: Weitere Einzelheiten über diese Stellungnahme Häckels auf Anfrage. - Dagegen hat der obige Artikel, sehr viel Persönliches über Häckel enthält und wie die Broschüre im Jahre 1910 erschienen ist, vermutlich auch Anfang Jahr, gemäss dem heutigen Kenntnisstand keinerlei direkte Reaktion ausgelöst, insbesondere nicht bei Ernst Häckel selbst und bei seinen Anhängern.
Huter bezieht sich auch in seinem autobiografischen Werk "Aus eigener Kraft" auf diesen Besuch an Himmelfahrt des Jahres 1906.
Zitat Anfang, Seite 306 oben:
- Er wurde von dem bekannten Naturforscher auch sehr freundlich aufgenommen und ebenfalls geschätzt und anerkannt, was daraus hervorgeht, dass er, da er damals den Auftrag der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart, einen "Atlas der Entwickelungslehre" zu schreiben, krankheitshalber ablehnen musste, diese Arbeit Carl Huter angetragen und ihn dazu empfohlen hat.
- Ferner hat er ihn nicht allein damit beehrt, die Krönung seiner Lebensarbeit in der Schöpfung dieses "Atlas der Entwickelungslehre" anzuvertrauen, er hat ihn auch zu weiteren Besuchen, Vorträgen und Experimenten eingeladen und schliesslich ihm die Genehmigung erteilt, verschiedene Abbildungen aus seinen Werken beliebig zu verwenden.
- Carl Huter ist am Himmelfahrtsabend 1906 in bester Harmonie mit Professor Haeckel auseinandergegangen, in der Hoffnung, ihn noch einmal ganz für die geistige Weltanschauung zu gewinnen.
- Leider konnte er ihn nicht alsbald wieder besuchen und konnte auch nicht die Arbeit des "Atlas der Entwickelungslehre" übernehmen, da er selber noch mit der Ausarbeitung seines eigenen Lebenswerkes bis zu Ende desselben Jahres beschäftigt war.
- Auf Seite 305 ist ein Brief, von der Deutschen Verlagsanstalt an Carl Huter nach Leipzig gerichtet, wiedergegeben, der auf diese Unterhandlungen Bezug nimmt.
Zitat Ende.
Anmerkung II
- Carl Huter hat nur wenige Gutachten hinterlassen, aus denen man seine Meisterschaft als Psycho-Physiognomik wirklich ermessen kann. - Das ist bekanntlich nur dann möglich, wenn
a. Huter ein ausgereiftes Gutachten über eine Person erstellt;
b. und zugleich das Leben und das Wirken dieser Person bekannt ist und wenn zugleich viele Bilder dieser Person erhalten geblieben sind. - Ebenfalls ausführlich, wenn auch etwas kürzer als hier, hat sich Huter befasst mit Fürst Otto von Bismarck und Charles Darwin.
- Über Dutzende andere zeitgenössische und historische Personen hat Huter ebenfalls Charakterisierungen hinterlassen. Sie fallen aber vergleichsweise kurz aus - ein bis ca. zehn Sätze.
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Diese Seite wurde am 9. Dezember 2025 erstellt. Sie wird regelmässig überprüft.
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