3D3. Ernährungs-Naturell - originale Beschreibung durch Carl Huter aus dem Jahre 1900
Carl Huter beschreibt den einzelnen Naturell-Typ in seinen Schriften stets nur in wenigen Sätzen.
- Die nachfolgende Beschreibung ist zwar etwas länger, aber man vermisst die charakterlogischen Aspekte!
- Die Aussagen über die Gesundheit nehmen viel Raum ein. Carl Huter hat eine eigene Heilmethode entwickelt, war zweimal für kurze Zeit Leiter einer Heilanstalt und betrieb später ein eigenes Kurbad.
Quelle: "Hochwart", 1924, Heft 1, September. Erstveröffentlichung, also nach dem Tode Huters. - Gliederung und Zwischentitel durch die Carl-Huter-Stiftung.
Zitat Anfang:
Physiognomische Beschreibung der Erscheinung
- Das Ernährungsnaturell ist im Allgemeinen gedrungen gebaut mit rundlichen Formen von Mittelgrösse, mit einem Anflug von behäbiger Ruhe. Der Rumpf herrscht vor, der Thorax ist häufiger rund als breit gebaut, der Unterleib geräumig mit starker Anlage zu Fettanlagerung. Die Beine und Arme sind kürzer als beim Bewegungsnaturell. Die Arme gehen nach unten konisch zu, so dass der Schulterumfang breiter als beim Bewegungsnaturell erscheint; ebenso sind die Beine nach unten dünner ablaufend, die Waden scheinen verhältnismässig stark.
- Die Füsse und Hände, besonders die Handteller, sind fleischig, nicht sehr lang, die Finger dementsprechend. Der Hals ist kurz, erscheint daher oft dick. Das Gesicht, besonders in der Mitte, breit, mit fleischigen Wangen; die Stirn ist rundlich, gewöhnlich breit und mittelhoch.
- Die Nase ist meist weicher und stumpfer in der Form wie beim Bewegungsnaturell, die Lippen sind gewöhnlich fleischig, die Ohren rundlich breit und gut genährt. Die Haare sind weich und mattglänzend. Die Haut spannt sich weich und sammetartig über die mit Fettmassen leicht gepolsterten Muskelteile, welche sich nur undeutlich erkennen lassen, so dass breite und weiche Formen erzielt werden. Adern sind kaum sichtbar.
- Diesen äusseren Formen entsprechend ist der Aufbau des Körpers in seinen Organen. Kurze, breite Knochen, gut entwickelte Fettschichten, mittelweite Blutgefässe.
- Als charakteristisch ist die besonders starke Entwicklung der Drüsenapparate, speziell des Verdauungsapparates mit seinen Drüsen, zu bezeichnen.
Gesundheit
- Das Ernährungsnaturell hat eine typische Reaktionsfähigkeit auf äussere Einwirkungen. Es handelt sich vorwiegend um eine kräftige, prompt reagierende Fähigkeit des Ernährungsnaturells auf mild einwirkende Reize resp. Kräfte, welche beim Ernährungstypus die vollkommenste, höchstmöglichste Ausnutzung erzielen.
- Aus diesem Grunde ist es verständlich, warum sich der Ernährungstypus die nötige Lebenswärme weniger durch energische Organtätigkeit selbst produziert, sondern lieber durch direkte Nahrungsaufnahme in sich sammelt.
- Kurze kalte Teilbäder, warme Abreibungen, milde Dampfbäder, gleichmässige milde Zimmer-, Bett- und Kleiderwärme, Sorge für warme Füsse sind für den Ernährungstypus notwendig.
- Nie ist übermässige Bewegung dienlich, welche zu viel Transpiration und zu starke Inanspruchnahme der Lunge im Gefolge hat.
- Da eine starke Verdauungskraft vorhanden ist, werden milde Arzneimittel gut vertragen, besonders wenn sie nutritiver Natur sind, dagegen wirken starke chemische Reize schädlich.
- Die Nahrungsmittel sollen, da die motorische Kraft der Verdauungsorgane beschränkt ist, leicht verdaulich sein, da sonst leicht Verdauungsstörungen, Nervosität, Unpässlichkeiten und Laune auftreten können.
- Die Flüssigkeitsaufnahme ist oft eine starke. Alkohol begünstigt vielfach die Neigung zu Fettleibigkeit und Kurzatmigkeit, ist deshalb bei vielen chronischen Krankheitszuständen, die nicht mit Schwäche und Abmagerung verbunden sind, zu verbieten.
- Der Ernährungstypus neigt zu Stoffwechselkrankheiten (gichtischen, krebsartigen Dyskrasien), er ist ansteckenden Krankheiten leicht zugänglich.
- In akuten Krankheiten ist er allerdings leicht gefährdet wegen seiner geringen motorischen Kräfte. Es können leicht lähmungsartige Erscheinungen eintreten.
- Chronische Krankheiten übersteht er häufig schon dadurch, dass sein Ernährungszustand leicht intakt zu halten ist und Schwächezustände sich vermeiden lassen.
Zitat Ende.
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