3D. Der Körperbau-Typ resp. das Naturell
Naturellkreis mit männlichen Personen
Gezeichnet von Carl Huter
Naturellkreis mit weiblichen Personen
Gezeichnet von der Graphikerin Lisa Gangwisch (Basel, *1956). Als Vorlage dienten die Huterschen Naturellköpfe.
1. Einleitung
- Viele Menschen lassen sich aufgrund ihres Körperbaus, also aufgrund ihrer äusseren Erscheinung einem Körperbau-Typ zuordnen. - Carl Huter bezeichnet den Körperbau-Typ mit dem Wort "Naturell".
- Der Körperbau-Typ findet seine natürliche Erklärung in den drei Keimblättern des menschlichen Embryos. - Siehe unten, Ziffer 2.
- Das Naturell hat einen engen Zusammenhang mit dem Grundcharakter des einzelnen Menschen. Siehe Ziffer 3 und 4.
Aus der Kenntnis des Naturells lassen sich zahlreiche weitere Eigenschaften des Menschen ableiten resp. besser verstehen. Damit wird es deutlich weniger aufwändig, einen Menschen zu erfassen, ihn zu "verorten".
Anmerkung:
Manchmal liegt ein Disposition vor, die sich schwerlich einem Typ zuordnen lässt. Näheres in den Fachbüchern über die Hutersche Psycho-Physiognomik. Auch die Feststellung, dass eine Nichtzuordnung schwerlich möglich ist, ist eine Charakterisierung.
2. Embryologische Entdeckungen und Erkenntnisse
- Der menschliche Embryo besteht aus drei Keimblättern. - Sie werden bezeichnet mit Entoderm, Mesoderm und Ektoderm resp. inneres, mittleres und äusseres Keimblatt.
- Aus dem inneren Keimblatt entsteht das Ernährungssystem. Aus dem mittleren Keimblatt entsteht das Bewegungssystem. Aus dem äusseren Keimblatt entsteht das Empfindungs- und Nervensystem.
- Weitere Einzelheiten in der Rubrik 3D1. Keimblatt und Naturell .
- Beim Menschen entwickeln sich die drei Keimblätter grundsätzlich in individuell unterschiedlicher Stärke.
3. Der naturell-bedingte Grundcharakter, im engeren Sinne
Viele Menschen lassen sich einem der folgenden acht Naturelle zuordnen und sie haben dann meist den folgenden Grundcharakter:
- Ernährungs-Naturell (blau) - lebenspraktisch, liebt Gemütlichkeit, etwas passiv;
- Bewegungs-Naturell (rot) -
tatkräftig, liebt Bewegung, etwas derb; - Empfindungsnaturell (gelb) -
anteilnehmender, mitfühlender Mensch durch Denken und Empfinden; liebt das Schöne und Feine; - Bewegungs-Empfindungs-Naturell (orange) -
verfeinerte Körperkraft; leistungsfähig im Denken - besondere Eignung für wissenschaftliche Tätigkeiten; - Ernährungs-Bewegungs-Naturell (violett) -
lebenspraktisch und tatkräftig - besondere Eignung für betriebswirtschaftliche Tätigkeiten; - Ernährungs-Empfindungs-Naturell (grün) -
lebenspraktisch und anteilnehmend - besondere Eignung für soziale Tätigkeiten und für sitzende Verwaltungsberufe; - Harmonisches Naturell (weiss) -
sowohl lebenspraktisch wie tatkräftig und anteilnehmend; würdevoll, ausgleichend - vermag in vielen Berufen erfolgreich tätig zu sein, meist auch in leitenden Stellungen; - Disharmonisches Naturell (schwarz) -
innerlich unausgeglichen und daher oft auf Widerspruch stossend; manchmal besteht viel Tüchtigkeit, Mut - die Person, die sich unter einer guten Aufsicht erfolgreich betätigen kann.
Besonderheiten
- Die meisten Menschen lassen sich einem Naturell-Typ zuordnen.
- Es gibt aber Menschen, bei denen andere Besonderheiten den Grundcharakter viel stärker prägen als das Naturell, die den Menschen dominiert, beherrscht. - Man erkennt daraus: Die Feststellung des Körperbau-Typs dient dazu, den Grundcharakter zu ermitteln. Die Feststellung des Körperbaus-Typs ist nicht einfach ein Selbstzweck.
- Solche Besonderheiten können sein:
a. im geistigen Bereich: ein hervorragendes Talent als Zeichner, als Maler, als Musiker, als Schriftsteller; als Schauspieler;
b. im körperlichen Bereich: ein hervorragendes Talent in einer Sport-Disziplin, etc.
c. Aber auch besondere geistige oder körperliche Schwächen können den sich aus dem Körperbau-Typ theoretisch ergebenden Grundcharakter in den Hintergrund treten lassen.
4. Der naturell-bedingte Grundcharakter, im weiteren Sinn
- Je nach Körperbautypus ergeben bestimmte "natürliche" Eignungen für bestimmte Berufe.
- Je nach Körperbau-Typus besteht eine natürliche Sympathie oder Antipathie zu anderen Menschen. - Dies ist überall zu beachten, wo Menschen miteinander in näherem Kontakt stehen, namentlich in der Lebens-Partnerschaft zwischen zwei Menschen, in der Familie, in und in beruflichen Situationen, in behördlichen Situationen, in politischen Situationen, in Konfliktsituationen, etc.
- Je nach Körperbau-Typus reagiert ein Mensch etwas anders auf Heilmethoden und Heilmittel.
- Je nach Körperbau-Typus wirken andere Verhaltensweise stärkend auf die Gesundheit.
- Sympathie und Antipathie unter den Menschen: Carl Huter erkannte, dass der Naturell-Typus und der damit verbundene Grundcharakter dazu führt, dass sich gewisse Menschen in glücklicher Weise ergänzen und verstehen und andere nicht - selbst wenn sie sich darum bemühen, gelingt es nicht wirklich. Das letztere ist der Grund, weshalb man Huters Erkenntnisse über Sympathie und Antipathie in allen Lebensbereichen des Menschen beachten sollte, namentlich in der Ehe, bei der Wahl von Mitarbeitern und überall dort, wo Menschen sich begegnen, verhandeln, zusammenarbeiten, also auch in staatlichen Funktionen und in internationalen Organisationen.
Näheres in den Fachbüchern über die Hutersche Psycho-Physiognomik!
Ergänzung: Der Körperbau-Typ eines Menschen vermag bestimmte Wirkungen zu erklären, die von diesem Menschen ausgehen. Carl Huter hat sich an mehreren Textstellen darüber geäussert.
Carl Huter: Die Entstehung der Huterschen Lehren, enthalten in Carl Huter: Huter und Häckel, 1910. Broschüre.
- Ich fand in dem vierten Typus die gute Gliederung aller drei Grund-Energien bei gleich starker Kraft harmonisch vereinigt den guten Lebens- und schönen Formentypus und ...
- habe in einem fünften, wo alle drei Energien disharmonisch vereinigt auftreten, den disharmonischen Lebensformtypus entdeckt. Ein Typ, der bei den Tieren im Raubtier, bei den Menschen im Verbrecher zum Ausdruck kommt.
- Ich fand, dass auch diese Lebenstypen notwendig sind. Sie sind das treibende Element der Entwicklung aus Zwang und Lebensnot.
- Denn sie bringen Zwang, d.h. Gewalt und Zerstörung, Tod und Lebensnot - dadurch werden die besseren Lebewesen zu grösserer Lebensenergie angespornt, sie werden dadurch kräftiger, gewandter, schöner und intelligenter.
- Der Sieg des Guten und Schönen liegt daher, ausser in der Liebeskraft (1), auch in der Lebenserhaltungs-, in der inneren Wehr- und Widerstandskraft begründet, die durch Feindschaft, d.h. durch böse Gewalten gefördert und gestählt wird. (2), (3)
- So entstand auf diesen Grundlagen die Hutersche Psycho-Physiognomik und Kallisophie.
(1) Die starke Lebens- und Liebeskraft führt dazu, dass sich Lebewesen optimal an die Verhältnisse anzupassen vermögen - dieser Prozess zieht sich über mehrere Generationen hin - und damit überlebensfähiger sind. Einzelheiten in Kapitel 8. Evolution .
(2) Das, was Huter hier schreibt, im Jahre 1909, findet man vermutlich in keinem anderen Text von Huter in gleicher Ausgereiftheit, ebenso kurz und alles Wesentliche ansprechend.
(3) Würde man diesen letzten Punkt allein betrachten, könnte dies missverständlich sein. Es kann nicht darum gehen, dass man sich solche Lebensverhältnisse herbeiwünscht zum Zweck der Stärkung der Wehr- und Widerstandskraft, der Stärkung der Lebenserhaltungskraft.
5. Weitere Erläuterungen I
- Carl Huter hat jedem Naturell eine Farbe zugeordnet, als Charakterisierung seines Grundwesens. Und sie lassen sich verwenden, um die Sympathie und Antipathie zu veranschaulichen.
- Einzelne Körperbau-Typen werden in den Inneren Bereich des obenstehenden Schemas angeordnet, andere Körperbau-Typen oberhalb resp. unterhalb der polaren Naturelle.
- Im Grundsatz lässt sich jeder Mensch einem Körperbau-Typ zuordnen: Jeder Mensch entsteht aus einer befruchteten Eizelle, die sich wenige Stunden später zu einer Keimblase weiterentwickelt, die aus drei Keimblättern besteht. Aber bei einzelnen Menschen gibt es individuelle Besonderheiten, derart, dass sie die den Grundcharakter stärker beeinflussen als der Körperbau-Typ.
Fazit:
- Huter hat die Körperbau-Typen eingehend beschrieben: nach Körperbau, Grundcharakter und nach ihrem Verhältnis zueinander sowie die tieferen Ursachen gefunden, in der Keimblatt-Lehre.
- Carl Huter sagt, er erhebe Anspruch, die Naturelle entdeckt zu haben.
- Die Naturell-Typen sind nicht lediglich ein Konstrukt, das aus Erhebungen, Vermessungen, Statistiken gewonnen wurde. Der Naturell-Typ ist etwas absolut Reales und hat ein anatomisch-physiologische Fundament!
6. Weitere Erläuterungen II
- Für die Bestimmung des Naturells ist der Kopf sehr wichtig. Wenn möglich, sollte aber stets der ganze Körper für die Bestimmung des Naturells berücksichtigt werden.
- Das Grundwissen über die Naturelle lässt sich in wenigen Lektionen vermitteln.
- Der Erwerb der Kompetenz der Naturellbestimmung ist dagegen an höhere Voraussetzungen gebunden. Erforderlich sind u.a. ein guter allgemeiner Sinn für Formen und Farben, sodann ein geschultes visuelles Wahrnehmungsvermögen und praktische Erfahrung. Dann kann diese Kompetenz innerhalb von 1-2 Jahren erworben werden, je nach Interesse an der Sache, je nach Vorkenntnissen und je nach Intensität der Schulung.
- Man vergesse nicht: Jeder Mensch ist ein Individuum, also einzigartig. Die Zuordnung eines Menschen zu einem Typen ist daher als eine Schematisierung zu betrachten, ein Verzicht auf gewisse individuelle Besonderheiten. Aber auf diese Weise erreicht man eine rasche, erste Orientierung über den Grundcharakter des Menschen.
7. Weitere Erläuterungen III
- Die drei primären Naturelle stellen drei Extrem-Typen dar: Hier ist ein Organsystem stark und gleichzeitig die beiden anderen schwach entwickelt. Das stellt einen Extremfall dar.
- Daraus erklärt sich das ungewöhnliche, im wahrsten Sinne "extreme" Aussehen dieser Menschen: Kaum jemand wird im Leben eine Person kennen, die ähnlich aussieht. Aus wissenschaftlichen und aus anderen Gründen ist es wichtig, diese reinen Typen darzustellen und sich mit ihren besonderen Merkmale - in Bezug auf Aussehen und Charakter - zu befassen. - Man kann hier nicht auf das ästhetische Gefühl Rücksicht nehmen.
- Die sekundären Naturell-Typen sind keine Extrem-Typen, auch die polaren Naturell-Typen nicht und auch nicht die Steigerungen der polaren Typen, siehe unten.
- Bei den polaren Naturell-Typen gibt es eine Steigerung, aber die Bezeichnung "Extrem-Typ" nicht angebracht. - Die Steigerung ist denkbar in Richtung nach noch mehr
a. Disharmonie: Unruhe, Zerrissenheit und in Richtung;
b. Harmonie: Genialität, Idealität.
8. Weitere Erläuterungen IV
- Die Naturell-Typen gibt es auch im Tier- und im Pflanzenreich. Im Unterschied zum Menschen gibt es innerhalb einer Art stets nur einen Typus resp. nur ein Prinzip.
- Das Hausschwein verkörpert das Ernährungs-Prinzip, das Rennpferd das Bewegungs-Prinzip und das Eichhörnchen vorwiegend das Empfindungs-Prinzip.
- Die Rübe verkörpert das Ernährungs-Prinzipg, der Weizen das Bewegungs-Prinzip; Blumen, z.B. die Tulpe oder die Rose, das Empfindungsprinzip.
- Die drei primären Naturelle und die drei Prinzipien in der Tier- und Pflanzenwelt stehen für die drei Grundelemente unserer Welt sind Ruhe, Bewegung, Empfindung.
- Carl Huter hat damit
a. ein universelles Prinzip entdeckt;
b. eine neue Klassifikation bei Mensch, Tier und Pflanze - und erst noch leicht verständlich.
9. Schlussbemerkungen
- in den nachfolgenden Sub-Rubriken.
- in den Schriften von Carl Huter und in den Lehrbüchern über die Hutersche Psycho-Physiognomik. Siehe Rubirk 11D. Bibliothek & Downloads .
- Viele der obigen Entdeckungen und Erkenntnisse sind für die Menschheit von grösster Bedeutung und zugleich fundamental. - Die Naturell-Typen und der Zusammenhang mit dem Grundcharakter, Sympathie und Antipathie, die neue, natürliche Klassifikation bei Mensch, Tier und Pflanze.
History
Siehe 3. Hutersche Psycho-Physiognomik
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