3C. Hutersche Typen
Jeder Mensch ist einzigartig, jeder Mensch ist individuell unterschiedlich.
Aber es ist leicht beobachtbar, dass in der Vielfalt der Menschen auch viele Gemeinsamkeiten und auch viele Ähnlichkeiten. Dies erlaubt es, den Menschen zu typisieren: Menschen, die sich in Bezug auf gewisse Merkmale sehr ähnlich sind, werden diesem Typen zugeordnet.
Ein Typensystem ist sinnvoll, wenn mit der Zuordnung eines Menschen zu einem Typen zugleich das Wesen des Menschen leichter bestimmt und verstanden werden kann.
1. Übersicht über die Typisierung
Die Hutersche Psycho-Physiognomik kennt u.a. folgende Typen-Systeme:
- der Körperbau / der Körperbau-Typ,
alternative Bezeichnung:
das Naturell / der Naturell-Typ
von Carl Huter entdeckt, in seinen Kindheitsjahren. - das Temperament / der Temperaments-Typ
von Carl Huter umfassender erkannt als bisher sowie fachmännischer beschrieben als bisher. - das Geschlecht / der Geschlechts-Typ
von Carl Huter fachmännisch beschrieben, vgl. mit der Rubrik 4A. Frau und Mann: Charakterisierung . - die Innen-Aussen-Orientierung / der Innen-Aussen-Orientierungs-Typ
von Carl Huter entdeckt und fachmännisch beschreiben. Huter unterscheidet den Innerlichkeits-Typ und den Äusserlichkeits-Typ. - Carl Huter hat dafür keinen Oberbegriff geschaffen. - der Impuls / der Impuls-Typ
a. Huter unterscheidet den impulsiven Typ und den indifferenten Typ.
b. Und Huter unterscheidet zwischen dem körperlichen Impuls und dem geistigen Impuls.
Für eine erste Vertiefung dieser Aspekte siehe Abschnitt 7, unten.
- die Rasse / der Rasse-Typ
2. Allgemeine Anmerkung
- Die obigen Typen führt Huter auf anatomische, physiologische und psychologische Ursachen zurück, ausser die Rasse. Diese beruht auf äusseren Einflüssen, die jahrhundertelang wirksam waren und es oft heute noch sind.
- Nähere Einzelheiten zu den obigen Typen findet man in den Schriften von Carl Huter, in den Lehrbüchern über die Hutersche Psycho-Physiognomik, in der nachstehenden Rubrik 3D. Naturell und in den Sub-Rubriken. Siehe auch 11D. Bibliothek & Downloads .
- Die Hutersche Psycho-Physiognomik ist weit mehr als lediglich ein phrenologisches System! Sie kennt zahlreiche Typensysteme. Es gibt wohl kein anderes psychologisches System, welches den Menschen in einer derart differenzierten Weise behandelt!
3. Anmerkung zum Naturell
- Die meisten Menschen lassen sich einem Naturell-Typ zuordnen.
a. Es gibt aber Menschen, bei denen andere Besonderheiten den Grundcharakter viel stärker prägen als das Naturell, die den Menschen dominiert, beherrscht. - Man erkennt daraus: Die Feststellung des Körperbau-Typs dient dazu, den Grundcharakter zu ermitteln. Die Feststellung des Körperbaus-Typs ist nicht einfach ein Selbstzweck.
b. Solche Besonderheiten können sein:
ba. im geistigen Bereich: ein hervorragendes Talent als Zeichner, als Maler, als Musiker, als Schriftsteller; als Schauspieler;
bb. im körperlichen Bereich: ein hervorragendes Talent in einer Sport-Disziplin, etc.
bc. Aber auch besondere geistige oder körperliche Schwächen können den sich aus dem Körperbau-Typ theoretisch ergebenden Grundcharakter in den Hintergrund treten lassen.
4. Anmerkung zum Temperament
- Streng genommen kann man hier lediglich das vorherrschende Temperament, also den vorherrschenden Temperaments-Typ bestimmen. Das Temperament ist teilweise veränderlich, d.h. je nach Situation, je nach Tageszeit, etc. hat das Temperament eine anderer Tönung oder gar eine andere Richtung.
5. Anmerkung zur Rasse
- Die Rasse-Merkmale sind durch äussere Einflüsse entstanden - über hunderte und oft über tausende von Jahren. - Diese äusseren Einflüsse sind
a. das Klima, die Bodenbeschaffenheit und die Vegetation - das eine hängt oft mit dem anderen zusammen
b. aber auch die Lebensweise und die Kultur, z.B. Sitten, Gebräuche,, Lebenshaltungen, Lebensanschauungen, Religion, religiöse Praktiken, etc. - auch hier hängt das eine oft mit dem anderen zusammen. - Es gehört zum Leben auf dieser Erde, dass ganze Völker über viele Generationen diesen gleichen Einflüssen ausgesetzt sind und dass diese stets gleichen Einflüsse entsprechende körperliche Formen hervorrufen - im Gesicht, am übrigen Kopf, am Körper - und auch zu charakterlichen Besonderheiten führen. - Es gibt kein Mensch, der keine Merkmale einer Rasse aufweist. Kein Mensch kann sich davon befreien.
5.1 Fazit
- Es wäre ungerecht, einzelne Menschen oder einzelne Völker aufgrund der Rasse unterschiedlich zu behandeln. Sie alle haben gleiche Lebensrechte hier auf Erden, unabhängig von der Rasse.
- Bei der Einschätzung eines Menschen muss die Rassenzugehörigkeit beachtet werden. Auge, Mund, Nase, etc. haben je nach Rasse ein unterschiedliches Aussehen. Sie sind innerhalb der Rasse wiederum ganz unterschiedlich.
5.2 Anmerkung
- Von den vielen Menschenarten, die auf der Erde gelebt haben, hat einzig die jetzige Menschen-Art überlebt. Alle heute auf der Erde lebenden Menschen sind untereinander verwandt. Dies ist das Ergebnis von genetischen Untersuchungen.
- Es mag sein, dass ein Mensch der Rasse A den Eindruck hat, die Menschen der Rasse B seien einander ganz ähnlich. Dieser Irrtum beruht darauf, dass der Mensch der Rasse A die Menschen der Rasse zu wenig kennt, ihnen zu wenig oft begegnet, physiognomisch zu wenig geschult ist, etc.
- Jeder Mensch ist ein Unikat in Bezug auf Körperbau, Temperament, geschlechtliche Disposition und Impuls und ein Unikat in Bezug auf alle seine körperlichen, seelischen und geistigen Eigenschaften. - Eine Typisierung in Bezug auf die genannten Eigenschaften dient dazu, die Ermittlung des Charakters zu vereinfachen.
- Weitere Informationen zu diesem Thema sind ersichtlich in den Rubriken 3G. Praxis und 9B. Rassismus .
6. Anmerkung zur Innen- und Aussen-Orientierung
- Bei manchen Menschen besteht keine ausgesprochene Aussen- resp. Innenorientierung. Hier kann man auf die Bestimmung der Orientierung verzichten resp. man stellt fest, dass keine der beiden Orientierungen vorherrscht.
7. Anmerkung zum Impuls
7.1 Allgemeines
- Erst 1910 hat sich Huter in einem psycho-physiognomischen Artikel näher mit dem Impuls befasst - in rund 10 Sätzen und ergänzt mit einer Zeichnung, die zwei männliche Köpfe zeigt, den impulsiven Typ und den indifferenten Typ. (1)
a. Der Artikel trägt den Titel "Gibt es eine Methode, die Talente und Anlagen bei Kindern und Erwachsenen zu erkennen? Ein Beitrag zu der Frage: Die Grenzen von Drill, Schule, Talent und Genie“.
b. Der Artikel ist erschienen in "Illustrierte Blätter für praktische Menschenkenntnis", Januar 1910, II. Vierteljahresausgabe 1909 / 10. - Derselbe Text samt Abbildung ist im fast gleichzeitig entstandenen Buch "Carl Huter: Illustrierte Handbuch der Menschenkenntnis", 1911, abgedruckt. Seit der 4. Auflage 1930 findet man diesen Text im X. Teil des Handbuches, betitelt mit "Die neue Menschenbeurteilungskunst nach Carl Huters Psycho-Physiognomik. Die Unterschiede von Geschlecht, Impuls; Temperament und Naturell". Das Handbuch ist auf dieser Internetsite abrufbar: 11D. Bibliothek & Downloads , Abschnitt 1.1.
(1) Diese späte und lediglich kurze Behandlung des geistigen und körperlichen Impulses im Bereich der Menschenkenntnis hat wohl dazu geführt, dass das Thema in den Lehrbüchern bisher nicht die nötige Beachtung gefunden hat.
7.2 Wurzeln des Impulses
- Huters Aussagen über den Impuls sind wiedergegeben in der Rubrik 5C. Weltäther: Empfindungselement und Impulskräfte, alle Abschnitte.
- Huter hat damit den Ursache für den Impuls in der anorganischen und organischen Welt gefunden.
- Nähere Einzelheiten, die einen Bezug zur Einschätzung des Menschen aufgrund der Huterschen Psycho-Physiognomik haben, vermittelt Huter fast keine. Siehe Abschnitt 3, oben.
7.3 Geistiger und körperlicher Impuls - Erläuterungen und Beispiele
- Der geistige Impuls kommt vorallem an der Nasenwurzel und der Unterstirn zum Ausdruck.
- Der körperliche Impuls kommt vorallem am Kinn und am Unterkieferbogen sowie an der Nasenwurzel zum Ausdruck.
- Der Mensch mit einem starken körperlichen Impuls ist sehr bewegungsfreudig, sportlich.
- Der Mensch mit dem starken geistigen Impuls ist geistig sehr aktiv und meist seelisch stark anteilnehmend.
- Es gibt Menschen, bei denen beide Impulse stark sind. Dann ist aber der körperliche Impuls deutlich feiner als beim Menschen, bei welchem nur der körperlicher Impuls stark ist.
Beispiele: Man betrachte die Bilder in der Rubrik 3A. Gesichtsareal :
- starker körperlicher Impuls bei den 4 Personen in Abschnitt 3 und 4;
- starker geistiger Impuls bei der Person in Abschnitt 1.
Noch bessere Beispiele von Menschen mit starken und schwachen Impulsen und eine genaue Erklärung, worauf man bei der Einschätzung achten muss, wird man später einmal in guten Lehrbüchern der Huterschen Psycho-Physiognomik finden.
Eine der wenigen Textstellen, in denen Huter ausdrücklich von geistigem Impuls spricht, befindet sich in Carl Huter: Katechismus der Huterschen Wissenschaft, 1909. Ziffer 41.
Zitat Anfang:
- Der geistige Impuls, der aus den empfindenden Energien als innerster Keim des Lebens hervortrat, ist das verborgen wirkende Element, das alle Einzelteile beseelt und durchdringt.
- Diese Durchdringung geschieht auf dem Strahlenwege und wirkt bis in die Peripherie hinein und hindurch.
- In der äussersten Ferne, in der Kontur, in der Peripherie derselben findet dieser geistige Impuls seinen konstanten Grenzausdruck.
- Daher ist hier auch die gesamte Summe aller inneren geistigen und lebendigen Kräfte zum Ausdruck gebracht.
- Dadurch kann das Geistige auch nur auf diesen einzig richtigen Wegen, wie es Carl Huter entdeckt hat und die Hutersche Wissenschaft lehrt, erkannt werden.
- Sie allein ist die erste neue geistige Offenbarung der organischen Welt, sie allein ist wahre Lebens- und Seelenlehre der Natur.
Zitat Ende.
Das Obige ist zugleich eine Erklärung darüber, wie es zu erklären ist, dass es eine Korrespondenz zwischen der Peripherie des Menschen und seinen Eigenschaften gibt, zwischen dem "Empfindungs-Charakter" und der Peripherie.
Diese Erklärung ist nur für diejenigen Personen nachvollziehbar, welche
a. die Existenz des Empfindungs-Elements anerkennen;
b. in der Lage sind, aus der Peripherie mit angemessener Verlässlichkeit auf die Eigenschaft des Menschen zu schliessen.
7.4 Hinweise für die Praxis
- Da der geistige Impuls im Empfinden wurzelt, tritt er regelmässig bei solchen Menschen stark auf, die ein feines, tiefes Empfinden besitzen.
- Also vielfach bei Empfindungs-Naturellen, bei weiblichen Personen, bei Menschen mit besonderen geistigen und schöpferischen Qualitäten, etc. - Das sind meist Menschen mit aussergewöhnlichen Eigenschaften. Sie selbst und ihre Umgebung bemerken das meist. Das Leben verläuft lebhaft.
- Der geistige Impuls ist in der Tendenz bei sekundären Naturellen stärker als bei primären Naturellen. Bei harmonischen mittelstark und bei disharmonischen Naturellen oftmals sehr stark. Entsprechend sind die Lebensäusserungen dieser Menschen.
- Der Impuls wird gestärkt und gesteigert durch geistige, künstlerische, körperliche Aktivitäten sowie durch die Pflege des Guten, Schönen, Idealen. Meist hängte das alles miteinander zusammen: Künstlerische Bestätigung ist Pflege des Schönen, Streben nach Vervollkommnung, etc.
- In der heutigen Zeit gibt es immer mehr Menschen mit einem starken körperlichen und / oder geistigen Impuls. Dementsprechend gibt es heute immer mehr sportliche und geistige Aktivitäten. Das zeigt sich daran, dass das Leben viel lebhafter und intensiver verläuft - im Beruf und privat. Viel mehr sportliche und kulturelle Aktivitäten. In kurzer Folge entstehen neue Strömungen, etc. - Und dies alles steigert den Impuls noch mehr, siehe obiger Punkt.
History
Diese Rubrik wurde im Jahre 2016 ausgearbeitet und 2018 erweitert. Sie wird regelmässig überprüft, letztmals vom 3. bis 6. März 2026 und am 16. März 2026.
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