2A5. Anerkennungen und Herausforderungen
1. Schriftliche Berichte von angesehenen Personen
Quelle: Veröffentlichungen von Huter.
Der Text in Abschnitt 1.1 ist ein Auszug aus einem Vortragsbericht, erschienen im "Generalanzeiger für den Kreis Mülheim a.d. Ruhr", 19. April 1899. Gezeichnet mit Dr. med. Quehl, Mülheim a.d. Ruhr.
Die Texte in Abschnitt 1.2 bis 1.4 sind vermutlich auf eine Bitte von Carl Huter entstanden. Carl Huter hat diese Schreiben in der originalen, handschriftlichen Version veröffentlicht.
1.1 Dr. med. N. Quehl, Wiesbaden, 1899
Zitat: "Es handelt sich bei Herrn Huter um ein ganz aussergewöhnliches Denkergenie, das ausserdem über ein geradezu fabelhaftes Wissen verfügt. man muss die unfehlbare Sicherheit dieses Herrn in der physiognomischen Beurteilung wiederholt in ganz unanfechtbaren Fällen gesehen haben, um den Wert dieses eigenartigen Mannes und den Wert seiner ungeheuren Lebensarbeit richtig schätzen zu können."
1.2 Dr. phil. Ignaz Jastrow, Privatdozent für Staatswissenschaften an der Universität Berlin, 1902
Zitat "Ich hatte von Ihrer Psycho-Physiognomik gehört und wollte mich durch ein an mir selbst veranstaltetes Experiment davon überzeugen, ob es bei völliger Unbekanntheit mit der Person möglich ist, mit dieser Methode eine richtige Charakteristik zu erzielen. Zu diesem Zwecke musste ich Herrn Dr. N-H bitten, sich bei meiner Einführung eines Pseudonyms zu bedienen, da sonst der Zufall es hätte fügen können, dass Sie irgendetwas von meinen Schriften kennen und dadurch Anhaltspunkte besässen. Der Erfolg hat dieses Vorgehen gerechtfertigt. Denn die Charakteristik meiner wissenschaftlichen Tendenzen auf dem Grenzgebiet von Staatswissenschaften und Geschichte trifft so genau zu, dass ich, wenn ich jene Vorsicht nicht befolgt hätte, wohl mit Bestimmtheit hätte annehmen müssen, dass Ihnen mein Entwicklungsgang bekannt sei."
1.3 Dr. med. Paczkowski, Spezialarzt für physikalisch-diätetische Therapie, Köln a. Rh., 1899
Zitat: "Auf Grund eingehender Prüfung verschiedener wissenschaftlicher Arbeiten von Herrn Director Huter in Detmold über Krankenpflege, Hygiene und psycho-physiologische Naturheilkunde bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass Herr Huter sowohl in der Anatomie und Physiologie, als auch in der Chemie und Hygiene nebst Krankenpflege in vollstem Masse genügende theoretische und technische Kenntnisse besitzt, die ihn im hohen Grade befähigen, eine grössere Heilanstalt, Kuranstalt oder Krankenpensionat selbstständig und mit Erfolg zu leiten."
1.4 Dr. med. Georg von Langsdorff, Freiburg, 1900
Zitat: "Herr Carl Huter hat uns hier in Freiburg in Baden vor einem zahlreichen Publikum einen höchst interessanten Vortrag über seine durch Selbstforschung und scharfe Beobachtung gefundene Lehre über Psycho-Physiognomik gehalten, die er an verschiedenen Personen mit staunenswerter Correktheit demonstrierte, indem er nicht nur Charakterzüge, Neigungen, Krankheitsanlagen nachwies, sondern auch angab, welche Heilmethode und Ernährung den Betreffenden zusagt.
An diesen höchst anregenden Vortrag reihte sich ein an 3 Abenden gehaltener Lehr-Cursus, an dem sich 18 Damen u. Herren betheiligten, welche mit gespannter Aufmerksamkeit der Huter'schen Erklärung unserer Constitution folgten."
2. Auszeichnungen, Titel - Privatgelehrter, Direktor
Während seiner Lehrzeit erhält Carl Huter für seine vorzüglichen beruflichen Leistungen mehrfach Auszeichnungen.
Später, als Forscher und Gelehrter erhält Huter hat für seine Erkenntnisse, seine hervorragende Vortrags- und Lehrtätigkeit, seine erstaunlichen Experimente, etc. nie eine besondere Auszeichnung, z.B. in Form eines Preises, eines Titels oder einer Würdigung in Form eines Dokuments einer wissenschaftlichen Stelle. Es resultieren einzig Anerkennungsschreiben von einzelnen Personen, darunter von Personen, die öffentliche Anerkennung geniessen aufgrund ihrer Bekanntheit oder ihrer beruflichen Stellung, und von den Schülerinnen und Schülern, oft wohl auf Veranlassung von Huter.
An Vorträgen trat er mit der Bezeichnung "Privatgelehrter", manchmal mit der Bezeichnung "Direktor" auf. Letztere bezieht sich auf die leitende Tätigkeit in seinem Kurbad in Detmold, bis 1908, und ab 1909 auf die Leitung seiner Institute in Leipzig.
3. Herausforderungen und Förderungen
Huter erinnert sich in seinen Schriften immer wieder mit Dankbarkeit an die Förderungen, die er auf dem Weg zum Forscher und Gelehrten - den Beruf, den er sich so sehr ersehnte - erfahren durfte. - Er erlebt aber auch viele Hemmnisse. In seinen Schriften findet man einige Begebenheiten. In seinen Korrespondenzen und Notizen findet man darüber weitere Einzelheiten und noch viele weitere Begebenheiten.
Als privater Forscher und privater Gelehrter
- Carl Huter hat das Glück, ein Mensch mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten zu sein und in jungen Jahren Menschen zu begegnen, die das erkennen und ihn bewusst fördern: Seine Lehrer in Ödelum (1868 - 1886), sodann Prof. Cyriax in Leipzig (1882 - 1883), mehrere Personen in Hannover (1893). (1).
- Für seine berufliche Tätigkeit als Forscher und Gelehrter erhält Huter von staatlicher oder privater Seite nie eine finanzielle Zuwendung, auch nie eine besondere Anerkennung oder einen Ehrentitel.
- Carl Huter bleibt zeitlebens ein einfacher Mann aus dem Volk, ohne akademischen Titel, ohne Offiziersgrad, ohne besondere Auszeichnungen und ähnliche Attribute. Im damaligen kaiserlichen Deutschland spielten solche Attribute eine wichtige Rolle. Man war eine angesehene Person, genoss sofort Respekt und Vertrauen, es war leichter, sich beruflich zu behaupten. Wer wie Huter nach Aufmerksamkeit suchte, fand diese bei gebildeten und einflussreichen Menschen nur schwerlich. Das spürte Huter immer wieder und schmerzte ihn. - Er sah immer wieder, dass es nicht einfach ist, Anhänger für seine Lehren zu finden, besonders nicht unter gebildeten und angesehen Menschen. Die guten Vortragsberichte und die Bewunderung, die er an seinen Vorträgen für seine Leistungen erhält, vermögen diesen Mangel nicht wirklich zu beseitigen.
- Zusammengefasst: Für Huter wäre es hilfreich, wenn
a. er über Titel und Auszeichnungen verfügen würde
b. sich angesehene Menschen öffentlich ihre Anhängerschaft und Anerkennung aussprechen würden.
Es ist daher nicht einfach, Anhänger für seine Lehren zu finden, auch wenn er an seinen Vorträgen viel Anerkennung und Bewunderung erhält.
(1) Zitat aus "Freunde der Huterschen Wissenschaft (Hrsg): Aus eigener Kraft", 1911, S. 32: Zu seinen hervorragendsten Gönnern im Jahre 1893 in Hannover zählten der Direktor des Kestner-Museums, Prof. Dr. phil. Schuchhardt, der Privatgelehrte Dr. phil. Adolf Brodbeck, der Schöpfer des ersten Weltreligionsparlamentes 1893 zu Chicago, der Verlagsbuchhändler Hermann v. Seefeld sowie der Gymnasialdirektor Dr. phil. Carl Leimbach und Geheimrat Prof. Dr. med. Virchow.
- Fast alles, was zu einem Fachgebiet gehört, fehlt noch.
a. Erst ab 1904 entstehen schrittweise Lehrbücher. Bis zu Huters Tod gibt es kein Lehrbuch über Hutersche Psycho-Physiognomik, über die Sprache der Augen, etc.
Anmerkung: Schon zu Huters Zeit und bis heute erweist sich das Fehlen von optimalen Lehrmitteln als hinderlich. Heute liegen gute Lehrmittel vor. Siegfried Kupfer hat die von seinem Vater im Jahre 1911 erstmals herausgegebenen "Grundlagen der Menschenkenntnis", in den 1950, 1960er und 1970er immer wieder verbessert. Andere Fachpersonen haben gestützt auf diese Lehrmittel eigene, ähnliche Lehrbücher verfasst. Weitere Einzelheiten über die "Grundlagen" siehe Rubrik 2A9. Herausforderungen - zwei letzte Bücher , Abschnitt 3.
b. Huter ist zeitlebens die einzige Fachperson auf diesem Gebiet.
Anmerkung: Zu Lebzeiten Huters betätigen sich mehrere seiner Schüler mit der Verbreitung der Huterschen Psycho-Physiognomik. Sie haben bei Huter eine mehrwöchige Ausbildung durchlaufen, besitzen Grundkenntnisse, sind aber noch nicht vollwertige Fachpersonen: Karl Kotthaus, ab 1904; Amandus Kupfer, ab 1907 (1); Irma Fleischhacker, ab 1910; vermutlich auch William Uhlmann, ab ca. 1908; vermutlich F. G. Fasshauer, ca. 1912; evtl. einige weitere Personen. Ausser Amandus Kupfer sind diese Personen nur wenige Jahre lang tätig.
(1) Durch die Ende 1908 einsetzende hauptberufliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Huterschen Psycho-Physiognomik und der Krankenphysiognomik kann Amandus Kupfer ab ca. 1912 als Fachperson bezeichnet werden.
c. Die Huterschen Lehren werden gänzlich ausserhalb der Hochschulen gelehrt. Huter vermag daher fast nur Menschen für seine Monatskurse zu gewinnen, die keinen Zugang zu Hochschulen haben, für die anderen kommt dieser Bildungsweg kaum in Frage.
d. Es gibt seit rund 50 Jahren private Schulungs-Institute, die regelmässig Einführungs- und Fortbildungskurse anbieten. Sie führen aber nicht direkt zu einem praktischen und existenzsichernden Beruf. - Bei dieser Ausgangslage ist es schwierig, dass tüchtige Fachpersonen herangebildet werden und dass dieses Fachgebiet an Ansehen und Einfluss gewinnt.
Anmerkung: Es gelingt nur wenigen studierenden Personen, mit den bei Huter erworbenen Kompetenzen sich eine berufliche Existenz zu verschaffen. Es erklärt sich dadurch auch, dass die Hutersche Bewegung beim Tod von Huter noch relativ klein und schwach ist. Bis heute, Mitte der 2020er Jahre hat sich das entsprechend fortgesetzt.
Hamburg 1901, Teil I
- Carl Huter hat nur wenige direkte Kontakte mit Hochschul-Professoren. Nur ein einziges steht die Frage im Raum, ob sein Hellfühlvermögen wissenschaftlich überprüft wird. Professor Dr. Carl August Voller (1842 - 1920), Direktor des Physikalischen Staatslaboratoriums (1) in Hamburg, bietet Carl Huter im Jahre 1901 (2) an, seine Kompetenzen an seinen Institut zu überprüfen, siehe nächster Punkt, unten.
(1) Wird bei Gründung der Universität Hamburg im Jahre 1919 zum Physikalisches Staatsinstitut Teil der Universität Hamburg.
(2) Carl Huter hält im März und April 1901 in Hamburg mehrere Vorträge und seine Vorträge erregen unter den anwesenden Personen viel Aufsehen. Darunter befinden sich mehrere angesehene und akademisch gebildete Männer, offensichtlich auch Prof. Voller. - Huter erhält Einladungen zu Vorträgen in privatem Kreis, z.B. bei den Odd-Fellows-Logen Hamburg, bei der Psychologischen Gesellschaft Isis in Hamburg und für einen Vortrag im Familienkreis von Dr. Robert Wiesendanger, dem Vorsitzenden der Gesellschaft Isis. Huter findet hier Menschen, die zugleich eine höhere Bildung besitzen als auch Interessen pflegen, die Berührungspunkte mit den Inhalten seiner Demonstrationsvorträge haben. - Dennoch hat sich daraus keine nähere Verbindung entwickelt.
Hamburg 1901, Teil II
Aus Freunde der Huterschen Wissenschaft (Hrsg): Aus eigener Kraft, 1911, S. 188f, Zitat Anfang:
- Ein namhafter Physiker, Professor W., der ebenfalls von Huters Experimenten überzeugt worden war, hatte ihn daraufhin zum Deutschen Naturforscher- und Ärztekongress, welcher desselben Jahres, im Sommer 1901, in Hamburg stattgefunden hat, eingeladen, um Carl Huter experimentieren zu lassen und anknüpfend an seine neuen Entdeckungen einen Vortrag zu halten.
- Es wurden einige Wochen Vorbereitungen ausgemacht. Als die Zeit herannahte hatte Herr Huter derart mit materiellen Hindernissen zu kämpfen, dass es ihm unmöglich war, der Einladung Folge zu leisten.
- Dieses war der Grund, dass nicht schon im Jahre 1901 auf dem Deutschen Naturforscher- und Ärztekongress zu Hamburg die Huterschen Entdeckungen zur Sprache gekommen sind. Hätte sich damals ein wohltätiger Gönner gefunden, welcher der Sache für Demonstrations-Apparate und sonstige Spesen einige tausend Mark geopfert hätte, so wäre damals, 1901, die ganze wissenschaftlich gebildete Welt über Carl Huters Lebensstrahlen-Entdeckungen aufgeklärt worden.
Zitat Ende.
Reisen resp. Abwesenheiten von zu Hause
- Huter verbringt viel Zeit auf Reisen und in Hotels. Die Abwesenheit von zu Hause dauert meist mehrere Tage manchmal sogar zwei Wochen. Huter beklagt sich nie darüber, dass dies für ihn mühselig sei. - Die Durchführung von Vorträgen erfordert viel Zeit um Plakate und Inserate zu erstellen, um Vortragsräume zu finden, etc.
- Die Abwesenheit von zu Hause hat wohl auch manches Positives:
a. Im Hotel kann er in Ruhe arbeiten, kann sich die Zeit selbst einteilen, hat Freiräume.
b. Er erlebt Anerkennung und gewinnt neue Anhänger, hat interessante Begegnungen. - Huter beklagt sich stattdessen darüber, dass die Ehefrau, der Masseur und andere Mitarbeiter während seiner Abwesenheit ihre Pflichten vernachlässigen. Wenn er zufrieden, aber müde nach Hause kommt, muss er diese Personen tadeln und die Ordnung wieder herstellen.
Existentielle Herausforderungen, 1909 bis 1911
- Huter befindet sich seit 1909 in Ehescheidung. Die Auseinandersetzung belastet Huter enorm. Das Einvernehmen mit der Frau ist schwer gestört.
- Die Ehefrau und die Kinder leben weiterhin in Detmold. Bereits jetzt überträgt er das Haus auf die Ehefrau. Sein Eigenkapital wird nun zu einem Darlehen, das ihm die Frau gewährt. Das Haus dient als Sicherheit für dieses Darlehen. Die Frau soll zusammen mit einem neu angestellten Kurarzt das Kurbad weiterbetrieben.
- Schon ein Jahr später erlebt Huter, dass die Ehefrau das Haus verkauft und den Betrieb des Kurbades eingestellt hat. Es ist der Frau nicht möglich, das Darlehen zurückzuzahlen und Huter wird aus dem Betrieb des Kurbades keinen Gewinnanteil erhalten. - Ab ca. 1911 lebt die Ehefrau mit den Kindern ebenfalls in Leipzig. Hier erhalten die Kinder einen Vormund und dieser ist mit Huters Gegnern, siehe unten, eng verbunden. Der Vormund führt Huter auch finanziellen Schaden zu.
- Huters Institute arbeiten nicht gewinnbringend. Das ist ist erst in einigen Jahren zu erwarten. Huters flüssiges Vermögen verringert sich Monat für Monat.
- Auch in Leipzig gibt es immer wieder kritische Fragen über seine Lehren und Missverständnisse. Carl Huter ist ein sehr feinfühlender Mensch und bösartige Kritik, etc. verletzt ihn stärker als andere Menschen. Huter tritt entschieden für seine Ansichten ein und dies veranlasst manchmal andere Menschen, ihn zu bekämpfen, teils sogar in einer bösartigen Weise. Es gibt kaum Personen, welche die Möglichkeit haben, sich für ihn einzusetzen.
- In Leipzig, 1909 bis 1911, wird Huter das Opfer von einigen wenigen Menschen, die ihn gezielt bekämpfen, in einer Weise, die man sich kaum vorstellen kann. - Huter kann nichts anderes tun, als dem ruf- und geschäftsschädigendem Treiben im Oktober 1909 mit einem Abwehr- und Warnblatt zu begegnen sowie mit gerichtlichen Klagen, die zum Teil zu den angestrebten Zielen führen.
- Die Verhältnisse - ab 1909 - schlagen dem tiefempfindenden Huter schwer auf das Gemüt und die Gesundheit. Er fühlt sich immer wieder krank und arbeitsunfähig, oft mehrere Tage lang. Huters Gesundheit ist auch wegen der jahrelangen Dauerbelastung und Überarbeitung geschwächt. Huter wird im Jahre 1910 herz-, nerven- und leberleidend. Er auferlegt sich auf ärztlichen Rat Schonung und lässt sich von Heilpraktikern behandeln. - Dr. med. Hissbach, Leipzig, schreibt am 11. Oktober 1910 in einem Zeugnis: "Herr Schriftsteller Carl Huter, Bosestr. 7 wohnhaft, befindet sich seit Monaten in meiner ärztlichen Behandlung."
- Seine schriftstellerische und verlegerische Tätigkeit läuft aber unvermindert weiter, auch dank der Mitarbeit von Irma Fleischhacker:
a. Die Hochwart erscheint weiterhin quartalsweise.
b. Jedes Quartal erscheint eine Broschüre, die im Mitgliederbeitrag eingeschlossen ist, u.a. "Führer durch das Carl Huter-Museum", "Grundlegende Entdeckungen für die wissenschaftliche Psycho-Physiognomik", "Carl Huter und seine Wissenschaft", "Liebes-, Ehe- und Sittenreform". -
c. Es werden zwei Bücher ausgearbeitet und in Druck gegeben: "Illustriertes Handbuch für praktische Menschenkenntnis" und "Aus eigener Kraft".
- Huter sucht mit diesen zahlreichen Schriften den Befreiungsschlag: Er verspricht sich durch das "Handbuch" grosse Aufmerksamkeit und Anerkennung, ebenso mit "Aus eigener Kraft", ebenso mit den obgenannten Broschüren und der Eröffnung des Museums im September 1910. Nun endlich sollten seine Lehren auch in gedruckter Form und auf wenigen Seiten greifbar werden. Nun bestand die Hoffnung, viele Menschen damit zu erreichen. Bei der Ausstattung und Herstellung der beiden Bücher scheute er keine Kosten. Seine Mitarbeiterin, welche gemeinsam mit Huter um das finanzielle Überleben kämpft, sieht die vielen Rechnungen und bittet Huter, sich zu beschränken.
Anmerkung: Mehrere Themen werden erst jetzt, in den Jahren 1908 bis 1910, in ausgereifter Weise dargestellt. Gäbe es diese Texte und Abbildungen nicht, wäre Huters Werk unvollständig. Leider gehen im September 1912, als Huter erneut Unheil durch gegnerische Machenschaften widerfährt, weitere wichtige Artikel und Bücher, die erst als Manuskript vorliegen, verloren. Nachforschungen Huters und anderer Personen sind bis heute ergebnislos verlaufen. - Huter gerät mit der Bezahlung von Rechnungen in Rückstand, vermutlich etwa im Herbst 1910. Huter übernimmt zahlreiche Versuche bei seinen Anhängern, 1910 und besonders 1911, um sich die Mittel mittels Darlehen zu beschaffen, was teilweise gelingt. Huter bietet als Sicherheit Pfandgegenstände an, z.B. ein Gemälde, abgedruckt am Schluss des Hauptwerkes. Seit den 1920er Jahren gilt es als verschollen. - Auch seine Mitarbeiterin sucht unter den Huter-Freunden nach Spenden und Darlehen, besonders im Juni 1911
- Schon Anfang 1911 kommt es zu ersten Pfändungen und bereits im Juni 1911 kommt es zur vollständigen Pfändung von Hab und Gut. Fast alles, was verwertbar ist, muss Huter und seine Assistentin den Pfändungsbeamten herausgeben: das Warenlager des Verlags, das meiste Mobiliar und das Museum. Was Huter unbedingt zum Leben braucht, Manuskripte, einige Schriften, etc. lässt man ihm.
Anmerkung: Einzelheiten zu den Schwierigkeiten 1910 und 1911
a. Seine Gegner schwärzen ihn immer wieder beim Hausmeister an, einem ehemaligen Baumeister. Dieser ältere Herr vermag die Richtigkeit der Anschuldigungen kaum zu überprüfen, wird aber dadurch wohl unsicher. Hinzu kommt: Huter hat die quartalsweise Miete offensichtlich mehrmals nicht ganz pünktlich bezahlt, für das 2. und 3. Quartal 1911 aber offensichtlich gerade rechtzeitig, und zwar bis am 30. September 1911.
b. Bestimmt wird Huter auch andernorts angeschwärzt, evtl. bei Unternehmungen, die an der Herstellung seiner Schriften arbeiten. Die Herstellung der beiden Bücher, siehe unten, führt zu Rechnungen, die nicht fristgemäss bezahlt werden. Pfändungsandrohungen gibt es Ende 1910. - Quelle für das Obige und das Nachfolgende: Carl-Huter-Archiv.
c. Heute würde es vermutlich viel länger als nur einige Monate dauern, bis es zu einer Pfändung kommt.
History
Diese Seite wurde im Juni 2022 erstmals veröffentlicht. Sie wird regelmässig überprüft. Änderungen erfolgten am 14. Dezember 2024 sowie vom 12. April 2026 bis am 8. Mai 2026.
Alle Rechte vorbehalten!
3