Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

Irma Fleischhacker - biografische Notiz


Irma Fleischhacker wurde am 17.1.1891 geboren und starb am 11.1.1980 in Australien. Die Eltern lebten bei der Geburt im Raum Dresden. Der Vater (1850-1899) war Eigentümer und Betreiber der bekannten Glühlampenfabrik Fleischhacker in Dresden. 

Sie lernte Carl Huter im Frühjahr 1908 kennen, als 17-jährige Besucherin seiner Vorträge in Dresden.

Zu Beginn des Arbeitsverhältnisses bei Carl Huter erhielt sie von ihm Privatunterricht über seine Lehren. Die Ausbildung dauerte von August 1909 bis Dezember 1909 und wurde mit einer Prüfung abgeschlossen. Die Einzelheiten dieser Ausbildung waren im Arbeitsvertrag umschrieben, z.B. die damit verbundenen Ausbildungskosten.

Ihre berufliche Stellung lautete danach "I. Assistentin in Carl Huters psychologischem Untersuchungsinstitut". 

Unter ihrem Namen sowie unter ihrem Pseudonym Irmgard von Adelhain erscheinen zahlreiche Fachartikel, von Herbst 1909 bis anfangs 1912. 

Viele Texte sind mit Bestimmtheit in enger Zusammenarbeit mit Carl Huter entstanden. Es ist anzunehmen, dass 
(i) sie vieles, was ihr Carl Huter erzählte, hinterfragte und die Antworten in die Texte einfliessen liess;
(ii) Carl Huter alle ihre Texte vor der Veröffentlichung durchgesehen hat. 

Infolge Auswanderung von Irma Fleischhacker nach Australien im Jahre 1913 konnte sie ihre beiden Kinder, die aus der Verbindung mit Carl Huter hergingen, nicht selbst erziehen. 
1. Johannes Fleischhacker, 26.12.1910 - 18.12.1990; ab August 1949: Johannes Weder
2. Rotraut Fleischhacker, 15.1.1912 - 1982

Die ledige Stiefschwester Emmi Weder, Klavierlehrerin in Dresden, wurde zur Ersatzmutter der beiden jüngsten Huter-Kinder. 

Im Jahre 1949 adoptierte die Pflegemutter ihren "Hänschen". Aufgrund des damaligen schweizerischen Rechts änderte sich sein Familienname zu Weder und er wurde Schweizer Bürger mit Heimatort Oberriet im St. Galler Rheintal. Dieser Ort liegt am Alpen-Rhein, der dort die Landesgrenze zu Österreich, Bundesland Vorarlberg bildet. Leicht südlich davon liegen u.a. das vorarlbergische Feldkirch und das Fürstentum Liechtenstein. - Johannes Weder lebte und arbeitete stets in Deutschland.

Die Tochter Rotraut wanderte als junge Frau nach Australien aus und lebte dort in der Nähe der Mutter. 


Amalia Friederike Fleischhacker - biografische Notiz

Amalia Friederike Fleischhacker (26.2.1853 - 26.11.1926) ist die Mutter von Irma Fleischhacker. Ihr Rufname war Amalie.

Sie, die Mutter, war mit Carl Huter persönlich bekannt durch den Besuch dessen Vorträge in Dresden im Jahre 1908 in Begleitung ihrer Tochter Irma und eines begleitenden Herrn. Sofort ergab sich ein persönlicher Kontakt zwischen Mutter / begleitender Herr und Carl Huter. 

Durch den Umstand, dass die Tochter im Sommer 1909 von Carl Huter zu seiner Mitarbeiterin erwählt worden ist, wurde diese Verbindung zwischen der Mutter und Carl Huter noch tiefer. Dies führte u.a. dazu, dass Carl Huter im Jahre 1912, als er nach Dresden umgezogen war, zunächst in der Wohnung von Amalia Fleischhacker lebte und danach in der Wohnung der Familie ihres Sohnes, Jules und Klara Bertha Weder - Büttner. Erstere war die Grossmutter der beiden letzten Kinder

Amalia Fleischhacker stammt aus St. Gallen (Schweiz). Sie hiess ledig Metger (nicht Metzger). Ihre Eltern sind aus Emden (Ostfriesland, Niedersachsen) nach St. Gallen gezogen. Der Vater war als Kaufmann tätig. 

Um 1900 betrug der Ausländeranteil an der St. Gallischen Bevölkerung rund 25%. In der florierenden Textil-, Seiden- und Stickerei-Industrie fanden tüchtige Berufsleute eine gut bezahlte Arbeit und sichere Arbeitsplätze.

Amalia Metger war in erster Ehe mit Dr. iur. Johannes Weder (1839 - 1888) verheiratet. von 1874 bis zu dessen allzu frühen Tod. Der Ehemann war wohl im diplomatischen Dienst der Schweiz tätig. Die Familie schon bald in Genf und danach auch im Ausland. Aus dieser Ehe hatte Amalia Fleischhacker drei Kinder:

1. Jules Weder (St. Gallen, 1874 - 13. / 14. Februar 1945, Dresden), von Beruf Elektro-Techniker.
Er war Opfer des Bombenangriffs auf Dresden, zusammen mit seiner Ehefrau Klara Bertha Büttner und zwei ihrer drei Kinder (alles Töchter), die damals um die 40 Jahre alt waren. 
2. Emmi Weder (Rorschach, 1874 - 1956, St. Gallen)
Überlebende des Bombenangriffs; zog 1945 nach St. Gallen zurück, als 71-jährige Rentnerin
3. Marietta Weder (St. Gallen, 1878 - 1951, St. Gallen)
Diese Geschwister waren quasi mit Huter verschwägert und sie waren quasi Onkel und Tante der beiden letzten Huter-Kinder.

Im Jahre 1889 heiratete Amalia Fleischhacker (1850 - 1899), den Dresdener Glühlampen-Fabrikanten August Fleischhacker. Dieser verstarb nach 10-jähriger Ehe und Amalia Fleischhacker war zum zweiten Mal Witwe. Dieser Ehe entsprang ein einziges Kind, Irma Fleischhacker. 

Am Nachmittag des 26. November 1912 war Carl Huter auf dem Heimweg zu seiner Wohnung bei der Familie Weder - Büttner, wo er Gastrecht hatte. Er kam an der Wohnung von Amalia Fleischhacker vorbei, die ganz in der Nähe lag. Er wollte  kurz vorbeischauen, erlitt in diesem Moment aber einen Schwächeanfall und konnte nicht mehr nach Hause gehen. Er blieb die folgenden Tage in dieser Wohnung, umsorgt von Mutter und Tochter Fleischhacker. Hier ist Carl Huter am 4. Dezember 1912 um die Mittagszeit friedlich entschlafen.


 

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Diese Seite wurde im Jahre 2018 erstmals veröffentlicht. Sie wird regelmässig überprüft und geändert, letztmals am 3. und 4. Dezember 2020.


 
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