Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

2A1. Autobiografie, kurz


1. Angeborene Charaktereigenschaften
Quelle: Aus eigener Kraft, 1911. - Teil II. Carl Huters Jugendzeit bis zur eigenen Wahl seines Lebensberufes und seine ersten Entdeckungen, die grundlegend wurden für seine neue Welt- und Lebenslehre. 

Die Hauptgeistesgaben, welche Carl Huter schon in der frühesten Kindheit auszeichneten, waren: 

1. ein ungewöhnliches Gedächtnis; 

2. eine vorzügliche Veranlagung für Naturbeobachtung und psychologisch, charakteristisch richtige Erfassung aller Lebensformen aus den äusseren Erscheinungen, mit einem geradezu genialen Formen- und Farbensinn;

3. ein bei allen seinen Naturbeobachtungen begleitendes intuitives Hellgefühl, mit welchem er die Dinge und Erscheinungen, nicht nur kalt und oberflächlich, sondern in ihrem tiefsten innersten Wesen erkannte, durch welches die ihn umgebende Natur und ihre Dinge und Ereignisse, insbesondere aber die Menschen sich lebendiger und tiefer in seiner Seele einprägten, als wie es gewöhnlich bei anderen Durchschnittskindern der Fall ist;

4. eine ausserordentlich vornehme Gesinnung, eine Art angeborenen Seelenadel, mit welcher er jede um sich her abspielende Ungerechtigkeit tief schmerzlich empfand und stets für das Rechte und Wahre impulsiv Partei ergriff. Jede Verschlagenheit, Lüge, Heuchelei und Ungerechtigkeit war ihm bitter verhasst, er liebte über alles Wahrhaftigkeit und Lauterkeit der Gesinnung. Dieser starke Wahrheits- und Gerechtigkeitssinn brachte ihn oft in Streit mit manchen Jugendkameraden, die eine weniger lautere Gesinnung zeigten; 

5. ein vorzügliches Redetalent, so dass er in klaren Worten alles, was er zum Ausdruck bringen wollte, wiedergeben konnte;

6. einen tief inneren, poetisch künstlerischen Sinn, der alle realen Eindrücke in ideale Formen umwertete; 

7. ein starkes Heiligkeitsgefühl für alles Gute, Edle und Erhabene und schliesslich auch für die letzten unergründlichen Dinge des Lebens und der Welt; 

8. über all diesem eine tiefe philosophische Veranlagung; — alles, was er in der Natur an den Dingen, an den Menschen, aus der Geschichte und aus den Begebenheiten erkannt hatte, suchte er klar analytisch zu durchdenken. Er nahm niemals etwas mechanisch gedankenlos in sich auf, sondern er prüfte alle einzelnen Tatsachen mit lebendigem Empfinden kritisch durch und kam so zu einer Sichtung aller Eindrücke und Begebenheiten. Sein eigenes Urteilsvermögen war ihm stets in allem der eigene innere Lehrer und Lebensführer. 

9. Er liebte fast täglich gewisse Stunden in der Einsamkeit zu verbringen, um sich ganz den Naturbetrachtungen hinzugeben und alles zuvor Erlebte ungestört zu durchdenken und somit über sein eigenes Empfinden und die Eindrücke der äusseren Welt täglich Abrechnung zu machen, neue Anschauungsbilder zu gestalten und das Gewonnene und Abgeklärte in sich festzulegen. Die Erlebnisse jedes Tages waren ihm eine Fundgrube neuer Gedanken und Anregungen, neuer Tatsachenentdeckungen, innerer Empfindungsauslösungen und eigener Werteschöpfungen. 

10. Carl Huter liebte aber auch Geselligkeit und Kameradschaft und leitete mit Vorliebe die Unterhaltungen und Spiele seiner Mitgenossen. Er hörte gern die Gespräche, Erzählungen, Belehrungen verständiger und guter Menschen und mied mit einer gewissen inneren Verabscheuung alles Gemeine und Ordinäre, was er bei Kindern und Erwachsenen hier und da Gelegenheit hatte, zu beobachten. Er war bei dieser Art von Menschen nicht beliebt, umsomehr war er der Liebling seiner Eltern, Geschwister und Angehörigen seiner Lehrer und Erzieher, seiner guten Kameraden und aller der erwachsenen Personen, die gute Charaktereigenschaften auszeichneten.

Weitere, autobiografische Darstellungen von Huters Leben
siehe  2A5. Autobiografie


2. Zitate - Carl Huters Lehren in Merksätzen

Wo Schönheit ist, da ist Glück, da ist Seligkeit. 
-  -  -
Alles Lebensziel ist Schönheit und
in der Schönheit offenbart sich die Gottheit.

Maria Elisabeth Reinert: Kurzgefasste Lebensbeschreibung über Carl Huter. Hochwart 1903. Heft I.

In den Formen lebt der Geist!


3. Zitate - Carl Huter über sich

Der Wahrheit und der Schönheit das ganze Sein!

Carl Huter: Welt- und Menschenkenntnis, I. Lehrbrief, 1904, Titelseite. Handschriftlicher Text, den Carl Huter seinem Portrait-Bild angefügt hat.

Lebensspruch

Der natürlichen Wahrheit und ihrer Verbreitung,
Der ethischen Bildung und ihrer Vertiefung,
Und der göttlichen Schönheit und ihrer Heiligkeit
Das ganze Sein!

Carl Huter: Die neue Weltanschauung, 1908, Titelseite


Lebensmoral

Meine Lebensmoral heisst:
Dulden, Leiden, Verbessern in Liebe ohne Ende.

Carl Huter: Meines Lebens Leitgedanken, dat. 18. September 1910, siehe  2B2. Übersichts-Schriften 


4. Zitate - Carl Huter über seine Tätigkeit

Huter schreibt im Vorwort zu "Leitfaden zu meinem wissenschaftlichen System der Psycho-Physiognomik", Januar 1909 über seine Tätigkeit:

  • "Meine in den letzten zehn Jahren fast in allen grösseren Städten Deutschlands gehaltenen diesbezüglichen Vorträge sind von mehr als 300 der angesehensten Tagesblätter und Zeitschriften und von vielen hervorragenden Männern der Wissenschaft und des öffentlichen Lebens gut besprochen und empfohlen worden."
  • "In vielen Lehrkursen habe ich seit 1886 die verschiedenen Fächer der neuen Wissenschaft Herren und Damen aller Gesellschaftskreise gelehrt und seit 1882 vertrete ich auch in Schriften diese neue Körper- und Lebenswissenschaft."
  • "1904 anfangend konnte ich das grosse illustrierte Lebenswerk unter dem Titel 'Menschenkenntnis': herausgeben, und dieses Werk führte zu einer festen Verbindung vieler Gleichgesinnten und Studierenden desselben. Ein Beweis, dass diese Lebensarbeit nicht umsonst gewesen ist und dass sie die Kraft in sich trägt, eine neue Kultur anzubahnen."


5. Zitate - Ablehnung von Rassismus

Siehe die Zitate in der Rubrik  9A. Rassismus


History

Diese Seite wurde vom 4. bis 7. Mai 2022 erstellt. Sie wird regelmässig geprüft und überarbeitet.

Alle Rechte vorbehalten!



 
E-Mail
Anruf