Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

10E. Welt-Religion


1. Fundament: Grundthesen
Freunde der Huterschen Wissenschaft (Hrsg): Aus eigener Kraft, 1911. -
Kapitel XX: Die fünf Organisationen (...) und zahlreiche psychologische Studienkreise und Vereine, welche sich aus den Anhängern der Huterschen Wissenschaft entwickelt haben. Ziffer 4: Die kallisophische Gemeinschaft, eine vorbereitende Organisation zur Gründung einer kallisophischen Weltkirche.

Carl Huter hat den Grundthesen zwei Überschriften vorangestellt:

  • Die Grundthesen der neuen Weltreligion "Kallisophie", als
    Haupttitel;
  • "Die geistigen Schöpferkräfte und Entwicklungsprinzipien, vom Urstoff bis zur Gottheit", als Untertitel.

Die 20 Thesen des obigen Dokuments behandeln diese zwei Themen gleichzeitig: (a) die Grundlagen der Kallisophie und (b) die geistigen Schöpferkräfte und Entwicklungsprinzipien. Die zwei Themen sind miteinander eng verbunden, denn die Kallisophie orientiert sich an den Ergebnissen, die sich aus der vergeistigten Weltbetrachtung geben!

Diese Thesen entstanden am Ende der Denk- und Forschungsarbeit von Carl Huter. Es gelingt Huter, die Grundlagen der Kallisophie in einem überblickbaren Umfang, in nur 20 Punkten, darzulegen!


2. Aufruf zur Gründung der
kallisophischen Gemeinschaft
Quellenangabe: Siehe oben, Ziffer 1

Carl Huter ergänzt die Grundthesen mit einem Aufruf zur Gründung einer kallisophischen Gemeinschaft.

  • (1) "Alle die, welche für diese Bestrebungen einer wissenschaftlichen Weltreligion Interesse haben und aufrichtige Wahrheit suchen, auch ihren Seelenfrieden und ihr persönliches Glück wirklich dauernd wollen, werden gebeten, sich der Kallisophischen Weltgemeinschaft als Mitglied anzuschliessen."
  • (2) "Die Kallisophische Weltgemeinschaft ist eine Gesellschaft von Männern und Frauen aller Gesellschaftskreise, welche eine wissenschaftliche, zugleich Herz und Gemüt befriedigende Weltreligion, die den sozialen Frieden und den Völkerfrieden einschliesst, wollen. Dieses soll erreicht werden durch aufklärende Leseabende, öffentliche Vorträge, sonntägliche Zusammenkünfte und Übungen in religiösen und ethischen Exerzitien zwecks Vorbereitung zu einem Neumenschentume, das zu einer Weltkirche der Weisheit, Liebe, Kraft und Schönheit führen soll, in welcher das Gute aller grossen Religionen vereinigt ist. Ein Austritt aus der Landeskirche ist nicht erforderlich, solange sich die Geistlichkeit nicht gegen diese Bestrebungen richtet."
  • (3) "Durch Einberufung eines Weltreligions­parlamentes für das Jahr 1913 nach Leipzig im Anschluss der Enthüllungsfeier des Völkerschlacht­denkmals soll versucht werden, alle die Religionen, die dem wissenschaftlichen, ethischen und religiösen Fortschritt wohlgeneigt sind, auf neuen Grundlagen zu einem Kartell der neuen Weltkirche zu gewinnen. Sollte dieses wider Erwarten nicht gelingen, so wird die Kallisophische Weltgemeinschaft ihre eigene Weltkirche konstituieren."

3. Anmerkungen

  • Das Wort "Kallisophie" ist eine Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern für Schönheit (kalos) und Wissenschaft (sophie). Carl Huter hat in der Zeitschrift "Hochwart" die Wortwahl erläutert.
  • Die neue Weltreligion "Kallisophie" lässt sich im kleinen und ganz kleinen Kreis pflegen. Dennoch macht es Sinn, ihre Anhänger in einer Gemeinschaft zu sammeln. Dies
    a. erhöht die Wahrnehmung dieser neuen Religion durch den einzelnen Bürger, durch die Behörden, durch die Medien
    b. eröffnet weitere Möglichkeiten zur Ausübung dieser Religion
    c. eröffnet weitere Möglichkeiten zur Weiterentwicklung dieser Religion.
  • Kallisophische Gemeinschaften bestanden bisher
    (a) in Detmold, gegründet 1900 von Carl Huter; bis ca. 1907
    (b) im Raum Frankfurt am Main, um 1945. - Man weiss lediglich, über die Existenz eines solchen Kreises; Dokumente sind keine erhalten geblieben.
  • Carl Huter konnte die obigen Pläne leider nicht umsetzen, u.a. aus Mangel aus Zeit, Geld, Anerkennung, AnhängerInnen, infolge seiner gesundheitlichen Situation und seinem Tod.
  • Die obigen Texte sind bisher kaum beachtet worden und wurden erst nach 2010 neu veröffentlicht.
  • Carl Huter hat in seinem Leben wiederholt die Grundlagen der Weltreligion Kallisophie dargelegt, namentlich in den Jahren 1908 bis 1910. Dieser Text ist als die beste Darstellung anzusehen, quasi als die "Fassung letzter Hand des Meisters", knapp zwei Jahre vor seinem Tod. Es ist darin alles gesagt, was es wirklich zu sagen gibt und dies in kürzest möglicher Fassung. - Eine ähnliche Abhandlung über Naturwissenschaft und Religion mit dem Titel "Die Religion der Liebe und Schönheit", datiert mit Leipzig, 3. Juli 1910, umfasste 96 Punkten!
  • Es ist wohl Huters letzter Text, der noch zu seinen Lebzeiten in einem Druckwerk erschienen ist.
  • Huter geht davon aus, dass die Hutersche Kallisophie dereinst zu einer Weltreligion werden wird. Daher auch die Bezeichnungen "Weltkirche", "kallisophische Weltgemeinschaft".
  • Huters Naturwissenschaft und Weltanschauung berücksichtigt das Empfindungselement. Hier haben Geist und Seele eine tiefere Ursache, nämlich das Empfindungselement. Daher nennt Huter seine Naturwissenschaft eine vergeistigte Naturwissenschaft und seine Weltanschauung eine vergeistigte Weltanschauung. Die materialistische Naturwissenschaft und die materialistische Weltanschauung erweisen sich damit als mangelhaft, als irrig und als überholt. Huters Weltanschauung vermag Welt und Mensch besser zu erklären als jede bisherige Weltanschauung und jede bisherige Religion.
  • Carl Huter schlägt vor, die kalliosphische Religion durch die Familie zu charakterisieren: Mann, Frau und ein Kind oder drei Kinder.


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Diese Seite wurde am 31. Januar 2020 erstellt. Sie wird regelmässig geprüft und überarbeitet, letzmals am 7. Februar 2020.

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