Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

F1: Rasse: Hinweise und Historisches

 


1. Die Typisierung des Menschen

Wer die Menschen genau beobachtet, erkennt unschwer, dass jeder Mensch ein Individuum darstellt. In jeder Stadt, in jeder geographischen Region, in jeder Sprach- und Kulturregion gibt es eine unerhörte Vielfalt von Menschen.

  • In jeder solchen Gruppe kann man Menschen mit den unterschiedlichsten individuellen Eigenschaften finden, seien sie körperlicher, seelischer oder geistiger Art oder eine Kombination davon.
  • In jeder solchen Gruppe von Menschen kann man Menschen mit den unterschiedlichsten Naturell-Typen, den unterschiedlichsten Temperamenten, etc. finden.

In der Huterschen Physiognomik kennt man eine "Typisierung". Sie dient dazu, das unendlich vielseitige Wesen "Mensch" leichter beschreiben zu können. Damit erreicht man mit wenig Aufwand eine erste Annäherung an das Wesen des einzelnen Menschen.

Die Hutersche Physiognomik kennt die Typisierung in Bezug auf Merkmale, die innerhalb jeder Rasse auftreten wie Körperbau, Temperament, Innerlichkeit / Äusserlichkeit und Nasenform. Eine eigentliche Typisierung aufgrund der Rasse besteht nicht, da man die Eigenschaften des einzelnen Menschen auf diese Weise kaum in zutreffender Weise beschreiben könnte. In manchen Rassenideologien verhält es sich gerade umgekehrt: Man schliesst von der Rasse direkt auf die Eigenschaften des einzelnen, individuellen Menschen und glaubt, dass die Beschreibung zutreffend sei. Eine genaue Überprüfung würde ergeben, dass die Treffsicherheit sehr gering wäre.

2. Rassenideologien: Stichworte

In Europa hat man sich zwischen 1850 und 1950 mit dem Thema "Rasse" besonders stark beschäftigt. Man bearbeitete das Thema aus einer materialistisch-naturwissenschaftlichen Sicht. Wichtige Akzente setzten folgende Menschen und Strömungen (unter Verwendung von Einschätzungen von Carl Huter um 1900):

  • Der Materialismus. Diese Geistesrichtung wurde durch Ludwig Büchner ("Kraft und Stoff", 1855) angestossen
  • Die darwinistische Abstammungslehre. Diese Richtung wurde durch Charles Darwin angestossen ("Über die Entstehung der Arten", 1859)
  • Die philosophischen Lehren von Nietzsche (vgl. mit dem Werk "Zarathustra", 1883-1886: Übermensch; Verbannung der Religion, etc.)
  • Die Agitation von Hofpastor*) Adolph Stöcker (1835-1909), gegen die Juden. Die von ihm formulierten antisemitschen Parolen wurden damals und später in Deutschland oft verwendet. Stöcker ist ausserdem als Begründer der christlich-sozialen Bewegung in Erscheinung getreten.
    *) evangelischer Theologe; Hof- und Domprediger in Berlin von 1883-1890 unter Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II.; Schöpfer an antisemitischen Parolen, die bis 1945 verwendet wurden
  • Der Sozialdarwinismus (ab ca. 1890). Ein Hauptvertreter war Herbert Spencer.
  • Der Monismus von Ernst Häckel. Sein Werk «Die Welträtsel» (1899) war damals sehr populär und erreichte eine hohe Auflage. Nach Häckel gibt es kein Weiterleben nach dem Tod.

Diese Lehren resp. Weltanschauungen fanden bei jungen, gebildeten Menschen eine grosse Anhängerschaft, besonders in medizinischen, naturwissenschaftlichen und künstlerischen Kreisen.

Was war die Haltung von Huter in Bezug auf die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Strömungen?
Carl Huter hat in den Theorien und Erklärungsversuchen dieser Strömungen Mängel und Irrtümer gefunden, z.B. hielt Huter die Darwinsche Abstammungslehre in Bezug auf das, was sie enthielt, für richtig. Er vertritt die Ansicht, dass die Darwinschen Erkenntnisse nicht genügen, um die Entstehung von Leben (also der ersten lebenden und fortpflanzungsfähigen Zelle) und die weitere Entwicklung des Lebens bis hin zum heutigen Menschen zu erklären. Diese ganze Entwicklung sei, insbesondere innerhalb des eher kurzen Zeitraumes von 3-4 Mia. Jahren nur zu erklären, wenn zugleich ein Empfindungselement angenommen wird, das helfend und steuernd mitwirkt. Nähere Informationen über die Sichtweise Huters über die Entstehung des Lebens findet man im Kapitel "Neue Evolution".
Huter hat Darwin als Mensch sehr geschätzt. Darwin (ausgebildeter Theologe) war wie Huter ein Autodidakt. Darwin war (wie Huter) ein ausgezeichneter Naturwissenschaftler und scharfer Beobachter der Natur.

3. Ereignisse in der NS-Zeit

Der damalige NS-Staat ist aktiv gegen die Physiognomen und die Huterschen Lehren vorgegangen -
die damalige Rassenideologie und die Huterschen Lehren standen sich diametral gegenüber!

3.1 Otto Malig

geb. am 21. August 1900 in Brende, Kreis Falkenberg, Oberschlesien;

gest. am 12. Februar 2003 in  Sulzbach am Kocher, Baden-Württemberg;

ausgebildeter Förster; dann Weiterbildung als Psychologe im Betrieb eines Fachmannes.

Das nebenstehende Bild befindet sich auf dem Vorsatzblatt von Otto Malig: "Die Grundnaturelle. Menschenkenntnis, Führerwahl, Not-Wende, Ideales Streben und Schönheitsgestalten"; Naumburg/Saale, 1930; Otto-Malig-Verlag.

Otto Malig schrieb mit seiner Hand unter das Bild:

"Carl Huters Menschenkenntnis

bringt Klarheit und Aufstieg.

Otto Malig."

Das Bild zeigt Otto Malig im Jahre 1930. Das linke Ohr ist infolge einer Verletzung verändert.

  • Im Dezember-Heft 1932 hat Otto Malig*) in seiner neu gegründeten Zeitschrift "Der Scheinwerfer" eine Charakterbeschreibung von A.H. veröffentlicht.
  • Seine Zeitschrift ist mit Verfügung des Oberpräsidenten von Magdeburg vom 5. April 1933 für eine Dauer von 6 Monaten verboten worden. Die von Otto Malig erhobene Beschwerde wurde am 20. April 1933 zurückgewiesen. 
  • Wenige Tage nach dem Verbot hat Otto Malig das Dezember-Heft 1932 zwecks Werbung von Abonnenten mit der Post versenden lassen. Aus dem Urteil lässt sich schliessen, dass er nur wenige Personen angeschrieben hatte und es sich um einfache, normale Bürger handelte, z.B. eine Frau Brinkmann aus Essen.
    *) Es ist daraus nicht ersichtlich, weshalb die Behörden seinen Postversand der Zeitschrift bemerkt haben. Seine Kritik an der Person A.H. wurde offensichtlich als besonders gefährlich eingestuft und hat zu einer strengen Überwachung geführt. Die Auflage seiner Zeitschrift ist nicht bekannt, wohl zwischen 500 und 2'000 Exemplaren. Das Verbreitungsgebiet der Zeitschrift lag wohl in Sachsen-Anhalt und angrenzenden Gebieten, z.B. Schlesien.
  • Das Gericht hielt dies (a) als Verstoss gegen die Verbots-Verfügung und (b) als Verstoss gegen die inzwischen erlassene Verordnung des Reichspräsidenten vom 23. März 1933 infolge "Verächtlichmachung der Regierung durch heimtückische Angriffe".
  • Die Grosse Strafkammer des Landgerichts Naumburg (Sachsen-Anhalt) schreibt in ihrem Urteil, nach der einleitenden Floskel "Im Namen des Volkes!":
    "In dieser Nummer werden dem Herrn Reichskanzler unter anderem nachgesagt:
    - Mangel an Würde und Reife; 
    - Verweichlichung, vielleicht zu üppige Lebensweise;
    - der Wille etwas zu scheinen, ohne es zu sein;
    - lächerliches Tänzeln;
    - anmassende Überheblichkeit, Grössenwahn."
    Weiter unten schreibt das Gericht in seinem Urteil: "... dass in dieser Nummer sehr überhebliche, anmassende und gehässige Anwürfe gegen den Reichskanzler Adolf Hitler enthalten waren. Daran kann ... kein Zweifel bestehen."
  • Das erstinstanzliche Urteil der Grossen Strafkammer Naumburg wurde vom 6. Strafsenat des Reichsgerichts am 20. April 1934 bestätigt. Dort wurde die Sache als Verstoss gegen die Notverordnung vom 4. Februar 1933 zum Schutz des deutschen Volkes angesehen.*) Die erstinstanzliche Strafe von einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis wurde vom 6. Strafsenat bestätigt.
    *) Die berühmt-berüchtigte Notverordnung, wenige Tage nach der Machtergreifung, um alle Kritiker und sämtliche Kritik zum Verschwinden zu bringen. Die damaligen Verhältnisse waren grausam, unmenschlich und werden als bekannt vorausgesetzt.
  • Der NS-Staat hat Otto Malig in der üblichen Weise bedrängt (1933 und 1934): Berufsverbot als Charakterologe, Verbot der Zeitschrift "Der Scheinwerfer", Verbot des bestehenden Verlags und die Beschlagnahmung des Warenlagers, der Arbeitsgeräte und des Archivs, alles entschädigungslos. Nach der Gefängnisstrafe suchte er sich als Forstwart zu betätigen. Infolge seiner Gefängnisstrafe fand er keine befriedigende Stelle und kein angemessenes Auskommen.
  • Die Carl-Huter-Stiftung erteilt auf Anfrage nähere Auskünfte und kann Kopien und Abschriften zur Verfügung stellen.
  • Ist es nur Zufall, dass das letztinstanzliche Verbot seiner Zeitschrift, das letztinstanzliche Strafurteil und der Beginn seiner Gefängnisstrafe auf einen 20. April fallen? Es ist der Geburtstag jener Person (A.H.), gegen die sich Otto Malig öffentlich aussprach und dessen Dispositionen Otto Maligs Leben geprägt haben, nicht nur bis 1945, und auch weit darüber hinaus.
  • Die beiden Strafurteile sind nach dem Kriege aufgehoben worden (siehe unten). In einem zweiten Schritt ist Otto Malig eine Wiedergutmachung für das erlittene Unrecht zugesprochen worden. Es war ein geringer Betrag, denn die verfügbaren Mittel des Staates waren bescheiden.

 

3.2 Amandus Kupfer
geb. am 3.4.1879; gest. am 20.3.1952

  • Amandus Kupfer (Am.K.) hat in seinen Schriften mehrmals politische Personen und politische Ereignisse beschrieben, die aus deutscher Sicht von besonderem Interesse sind, erstmals 1923. Die Haltung gegenüber rassenideologischen Bewegungen ist ab Beginn kritisch. Die Gründe, weshalb ab 1934 politische Themen nicht oder nur noch am Rande behandelt werden, liegen bei Amandus Kupfer wohl in der Einsicht, dass andernfalls Konflikte mit staatlichen Stellen gedroht hätten, zu seinem Nachteil und zum Nachteil der Huter-Bewegung.
  • Amandus Kupfer (Am.K.) musste seine hauptberufliche Tätigkeit als Schriftsteller und Verleger ab 1941 einstellen, ebenso seine hauptberufliche Mitarbeiterin Berta von Thurn und seine nebenberuflich tätige Ehefrau Käthe Kupfer-Nawrath.
  • Im Jahre 1941 wurde das gesamte Bücherlager von SS-Leuten beschlagnahmt und gleich vernichtet, insgesamt Tausende von Büchern und Broschüren mit einem Gewicht von mehreren Tonnen. Beim Abtransport erlitt der LKW infolge Übergewichts Achsbruch.
  • Um 1943 wurde Am.K. von der SS kurzzeitig verhaftet und in Nürnberg verhört. Die zuständige, befragende Person, ein SS-Mann, kannte Am.K. sowie seine schriftstellerische und verlegerische Tätigkeit aus früheren Zeiten. Es lag ihm ein Verhaftungsbefehl des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in Berlin vor. Am Ende des Verhörs führte der SS-Mann den Befehl nicht aus, meldete aber nach Berlin, dass Am.K. verhaftet worden sei. Der SS-Mann teilte Am.K. dies gleich mit und riet ihm, inskünftig ruhig bleiben, insbesondere jede schriftstellerische, verlegerische, etc. Betätigung zu unterlassen. Andernfalls seien er und seine Angehörigen an Leib und Leben bedroht.
  • Am.K. erhielt im Jahre 1949 eine Wiedergutmachung des deutschen Staates. Einzelheiten werden demnächst veröffentlicht werden.

3.3 Carl Welkisch

geb. 1888 in Posen (heute polnisch), gest. am 1984 in Überlingen

Carl Welkisch war im Jahre 1912 bei Carl Huter in der Ausbildung als Heliodapath. Er sass in der NS-Zeit über ein Jahr lang im Gefängnis.

3.4 Kurt Wagner (1886-1942)

Kurt Wagner (1886-1942), ein Huter-Schüler, wurde in der NS-Zeit deportiert und ermordet wegen seiner jüdischen Herkunft. Wagner hat sich rund 30 Jahre lang in verschiedener Weise für die Huter-Lehre eingesetzt, u.a. als Verleger von Huter-Schriften, als Referent und durch die praktische Anwendung bei ratsuchenden Personen. Für Carl Huter, seine Mitschüler und alle Huter-Freunde war seine Rassen-Zugehörigkeit nie ein Anlass, sich daran zu stossen. Der damalige Staat hat bekämpfte ihn wegen seiner Rasse und wegen seinem Eintreten für die Huter-Lehren.

3.5 Lucia Huter (1900-1940)
Sie ist die Tochter die von Carl Huter. Sie wurde in der NS-Zeit umgebracht ("unwertes Leben"; Befreiung des Staates von Lasten).

Die Stiftung erteilt auf Anfrage gerne weitere Auskünfte. Die Menschen, die unter den damaligen Verhältnisse zu leiden haben, sollen hier Erwähnung finden, die anderen nach Möglichkeit nicht.


History

  • Diese Seite wurde am 24. April 2018 erstellt und ist seither abrufbar.
  • Sie wurde vom 26. April bis 1. Mai 2018 überarbeitet und nochmals am 4. September 2018.
  • Sie wurde am 8. Mai und am 9. Mai 2019 mit einem Bild von Otto Malig und mit vielen Informationen über die Gerichtsverfahren ergänzt.

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