Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

A. Die Evolution, Teil I


Empfindungsenergie - die Entdeckung von Carl Huter


Wenn unsere Welt nicht nur eine Kombination von Stoff (chemische Materie) und Kraft (Energie, im physikalischen Sinne) ist  - man vergleiche mit der Rubrik "Empfinden" - dann muss das Empfinden*) bei der Entstehung von Leben und insbesondere bei der Entstehung des heutigen Menschen in die Betrachtung einbezogen werden! Und es ist naheliegend und logisch, dass das Empfinden die wichtigste Rolle gespielt haben muss!

Nachstehend wird beschrieben, wie - nach der Ansicht von Carl Huter - unsere Vorfahren durch seelisch-geistige Prozesse ihre Empfindungsenergie gestärkt haben und damit dieser Energie ermöglicht haben (da sie ja organisierend und schöpferisch tätig ist!), noch besser angepasste und noch höher entwickelte Lebewesen entstehen zu lassen. Solche Prozesse laufen nach Huters Ansicht auch in Pflanzen und Tieren ab. 

Huter hat aber nirgends beschrieben, mit welchen Mitteln (oder mit welchem "Mechanismus") das Empfindungsvermögen unsere Gene und unsere sonstigen chemischen und materiellen Strukturen zu beherrschen und zu verändern vermag. Weiss man aber, in welcher souveränen Weise das Zentrosoma (d.h. die dort wohnende Empfindungsenergie) die Zellteilung in perfektester Art leitet, so darf man annehmen, dass die Empfindungsenergie in der Lage ist, einzelne Gene zu beeinflussen, z.B. einen Genschalter ein- oder auszuschalten, etc.

*) In der lebenden Zelle sammelt sich das Empfindungsvermögen im Zentrosoma. Das Zentrosoma ist, nach der Erkenntnis von Carl Huter, die Quelle der Helioda-Strahlung. Für weitere Einzelheiten zum Empfindungsvermögen betrachte man die Seite

  • I Empfindungsvermögen Hier wird die Rolle des Zentrosomas bei der Zellteilung dargelegt. Das ist gilt Carl Huter als Beweis, dass das Zentrosoma mit einem hohen Mass an Empfindungsvermögen ausgestattet ist. 
  • II Helioda Hier sind die Eigenschaften der Helioda dargelegt. Zu beachten sind namentlich die Eigenschaften der schöpferisch-organisierenden Helioda. Die Tabelle ist als eine Zusammenfassung der Erkenntnisse zu verstehen, die Carl Huter gewonnen und in seinen Schriften dargelegt hat.



1. Broschüre "Meine zwölf wichtigsten Entdeckungen"

Im Huter hat durch scharfe Beobachtung und genaues Denken zusammen mit seinem Hellgefühl weitere, noch wichtigere Ursachen für die Höherentwicklung gefunden als jene, welche Darwin und Lamarck entdeckt haben. In einem Text, den er 1912 seiner Mitarbeiterin Irma Fleischhacker diktiert hatte und der erst im Jahre 1928 erstmals erschien, mit dem Titel «Meine 12 wichtigsten Entdeckungen», schreibt Carl Huter:

«Damit machte ich meine sechste Entdeckung, nämlich die, dass alles Gute, das Edle, Wahre, Reine, Lautere des Lebens und des Geistes im Leben die eigentlichen schöpferischen Kräfte sind, welche nicht nur die lebenden Organismen und ihre Formen und Gestalten hervorgebracht haben, sondern die auch noch, fernwirkend diese Materie durchdringend, auftreten können, je mehr die Liebe, die Güte, kurz das göttliche Prinzip darin zur sieghaften Vorherrschaft gebracht wird, und dass diese Fernwirkung in dem Masse sich verkürzt, geschwächt wird, ja selbst aufhört, als die höheren geistigen Qualitäten, die ethischer Natur sind, daraus entweichen.»

....

"Die Grundlagen der wissenschaftlichen Religion oder der zukünftigen Weitreligion fand ich in meiner zwölften Entdeckung, dass nämlich der Mensch sich aus dem tierischen Zustande zu dem höheren menschlichen entwickelt hat durch das innere Heiligkeitsgefühl, das zunächst an etwas Besseres in sich, an seine göttliche Natur im eignen Ich zu glauben anfing und auch bald überzeugt wurde, dass etwas Höheres, als das gegenwärtig Seiende ist, existiert! Dieses Höhere, das Ideale, das Göttliche wurde mit starkem Glauben erfasst, und - an die Göttergestalten fest glaubend - ist unser Vorahne aus dem tierischen zum menschlichen Lebewesen emporgewachsen, ist er gottähnlicher geworden. Über sich hinaus Höheres zu schaffen, ist das Wesen aller Religion."

"Das ist der neue Grundsatz für die wissenschaftliche Religion."

"Das erste, was schafft, ist das Heiligkeitsgefühl, die Liebe, die Verehrung und der Glaube, der an das Höhere glaubt, an die Verwirklichung eines besseren Lebens als dieses ist, und an eine absolute Vollkommenheit, also an die Gottheit! Wer dieses Ideal in sich trägt, der hat Lebenskraft über den Tod hinaus, der steigert auch sein diesseitiges Leben. Wem dieses Ideal fehlt, wer nicht glauben kann, ist weniger geworden als jener urzeitliehe Affenmensch und Urmensch, der durch dieses Ideal die erste Kulturtat begonnen hat durch Errichtung eines Neutempels zu Ehren des allgütigen, allgroßen und allmächtigen Geistes!"


2. Artikel "Meine Schöpfungsentwicklungslehre" (Artikel, Auszug)


Ein kurzer Artikel «Meine Schöpfungsentwicklungslehre als Grundlage der neuen Welt- und Lebensreligion, der Kallisophie. Das Heiligkeitsgefühl und das Ideale» (erschienen als Huters Beitrag in der Broschüre: Irma Fleischhacker: Carl Huter und seine Wissenschaft, 1910) verdeutlicht, was Huter in seiner 12. sowie in der 6. Entdeckung beschreibt:

Durch die Lehren von Lamarck und Darwin seien nicht zu erklären

  • "das Streben nach Höherem und Besserem"
  • "die Vervollkommnung der Lebewesen bis in die Spitzen aller Krongeschöpfe hinein, insbesondere nicht die Entstehung und den Entwicklungsgang des Menschen bis zu seiner jetzigen Höhe einschliesslich der Kultur, die er geschaffen hat."
  • "Über sich hinaus Höheres zu Schaffen, ist das Wesen aller Schöpfung und Entwickelung, ist das Wesen jeder wahren Liebe, Arbeit und Kultur. Es ist auch das Wesen jeder wahren Wissenschaft, Moral und Religion! Dieses entspringt aus dem Heiligkeitsgefühl des inneren Lebens für das Ideale!"
  • "Die wirkliche Ursache für die Entwicklung des Menschen bis zu seiner jetzigen Höhe sei «das Heiligkeitsgefühl der idealen Liebe, über sich und die reale Welt hinaus Höheres zu empfinden, zu glauben und zu denken und mit allem Ernst auch zu schaffen und zu verwirklichen."


3. Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis


Irma Fleischhacker hat diese Überzeugung Huters im «Illustrierten Handbuch der Menschenkenntnis», 1910 in ihren eigenen Worten zum Ausdruck gebracht und zwar im IV. Teil:

"Alles Entwickeln, das aus dem Niederen zum Höheren aufsteigt, ist nicht allein, wie Lamarck es lehrt, auf den Kampf ums Dasein, oder wie Darwin lehrt, auf die Zuchtwahl zurückzuführen (1), sondern auf den Trieb der Erhaltung und Vervollkommnung (2). Dieser Trieb entwickelt höchste Liebe, Begeisterung, Phantasie, Vorstellung, kurz Idealismus oder Vergöttlichung der Natur und des Lebens. Diese dritte und höchste Triebkraft aller Entwicklung, die Huter nachgewiesen hat, ist nach seiner Lehre nicht nur im Menschen, sondern auch in Tieren, Pflanzen und in allen Dingen anzutreffen, die sich in aufsteigender Entwicklung befinden."(3)

(1) Was hier über Lamarck gesagt wird, trifft nicht zu. Das Schlagwort «Kampf ums Dasein» stammt vom Sozialdarwinisten Herbert Spencer (1820-1903). Lamarck hat die Meinung vertreten, dass sich die Arten umbilden und höherentwickeln als eine Folge der Anpassung an (veränderte) Umweltverhältnisse.

(2) In den Artikeln, die in den obigen Ziffern 1 und 2 genannt sind, schreibt Huter, die Höherentwicklung sei auf das "Heiligkeitsgefühl" zurückzuführen.

(3) In den anschliessenden Zeilen (im Werk "Ill. Handbuch der Menschenkenntnis") wird die Meinung vertreten, 
a. dass dieser Trieb auch in jeder Pflanzenart und in jeder Tierart vorhanden ist,
b. wo dieser Trieb fehle, Stillstand in der Entwicklung oder gar Niedergang auftrete.