Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter


8E1. Zitate von Carl Huter


1. Über die Wirkung der Lamarck-Darwinschen Lehren
"Meine Schöpfungsentwickelungslehre als Grundlage der neuen Welt- und Lebensreligion, der Kallisophie". Das Heiligkeitsgefühl und das Ideale", enthalten in Irma Fleischhacker: Carl Huter und seine Wissenschaft" - Fettdruck durch die Carl-Huter-Stiftung

  • "Nach Jean Lamarck lässt sich die Anpassung nach rein mechanischen Gesetzen erklären und daher hat auch die Lamarcksche Deszendenzlehre, die mechanistische Weltanschauung, so ausserordentlich gefördert, die geistige dagegen verdrängt."
  • "Der von mir nachgewiesene, gegen Zufall und mechanisch-chemische Einflüsse wirkende Gegenwillen des Individuums, der zugleich ein individuelles Lebenshochgefühl entwickelt, unterbricht das chemisch-mechanische Zufallsgesetz und ordnet sich dieses unter. Die individuelle Lebenskraft sucht zu herrschen."
  • "Gerade hierin liegt der gewaltige Unterschied der beiden grundverschiedenen Entwickelungsprinzipien und daher auch zugleich der Lehrtendenzen, denn Lamarcks Lehre förderte die materialistische und vernichtet die geistige Weltanschauung. Meine Lehre vertritt das materialistische und geistige, das reale und ideale Seiende und fördert alles gemeinsam zur höchsten Harmonie, worin das Geistige und Ideale über alles steht."

"Welt- und Menschenkenntnis", zehnte Lektion, Band I

  • „Darwins 'Kampf ums Dasein-Lehre' mit Nietzsches Gewaltübermenschentheorie gepaart, haben den modernen Menschen zur Rastlosigkeit und Lieblosigkeit, zu einer grausamen Realpolitik und sinnloser Genusssucht geführt, zu einer Lebensanschauung, die neue Werte verspricht, aber nicht schafft, sondern fast alle idealen Werte vernichtet. Denn nicht Instinkt, sondern Weisheit und Kraft, nicht rohe Gewalt, sondern Liebe und Schönheit schaffen alle hohen dauernden Güter der Welt."


2. Über die Lehre von Darwin, d.h. die Selektions- oder Zuchtwahllehre

"Welt- und Menschenkenntnis", zweite Lektion, Band IV - Fettdruck durch die Carl-Huter-Stiftung

  • "Dass die sinnliche Liebe stets das Schönste sich zu wählen sucht, ist allgemeine Erfahrung. Durch diese Zuchtwahl muss aber nach und nach eine Veredelung und Vervollkommnung innerhalb einer Art, Gattung oder Rasse bewirkt werden. Daher ist auch diese von Charles Darwin begründete Selektionstheorie eine völlig korrekte."
  • "Ich möchte aber, zum Unterschied von Darwin, hierbei nicht den Kampf ums Dasein als ausschliessliche Triebkraft der Auslese hinstellen, sondern eine weit tieferliegende Ursache, nämlich den Weltentwickelungstrieb der Vervollkommnung, sowie der Sehnsucht nach innerem seelischen Glück."
  • "Die Liebe kümmert sich eben nicht um den Kampf ums Dasein, sie wurzelt nicht in ihr. Umgekehrt wurzelt aber die Milderung des Kampfes ums Dasein in der Liebe. Insofern weiche ich von Darwin ab."
  • "In der Zuchtwahllehre an sich, stehe ich sonst mit Darwin gemeinsam auf einem Boden. Diese drei Lehren (*) zusammengefasst unter der Korrektur und dem weiteren Ausbau, wie ich sie vorgenommen habe, können in Zukunft allein massgebend werden. Teilweise und leider sehr zersplittert sind diese Lehren in der Wissenschaft schon herrschend geworden."
  • "Für die Entwickelungslehre liefert der englische Geologe Charles Lyell in seinem Werke "Prinzipien der Geologie" 1830, vortreffliche Anhaltspunkte. Auch der grosse Gothaer Geologe Karl von Hoff hat 1822 die Grundlagen der natürlichen Erdgeschichte geschaffen. Als Begründer der Abstammungs- und Deszendenzlehre kann der französische Zoologe Jean Lamarck betrachtet werden. Sein Werk 'Philosophie Zoologique' 1809, wurde dafür grundlegend."
    Anmerkung, ebenfalls von Carl Huter verfasst:
    Es ist ein Irrtum, Darwin als den Begründer der Deszendenz- und Entwickelungslehre aufzufassen, er begründete in seinem Werke "Über die Entstehung der Arten" 1859, lediglich die Selektions- oder Zuchtwahllehre. Wie Charles Darwin zu seiner Selektionstheorie gekommen ist, das zeigt folgende Stelle seines Briefes an Ernst Häckel: "Als ich über diese Tatsachen nachdachte," - hiermit sind seine, die Darwin'schen Paläontologischen Entdeckungen in Südamerika gemeint, - "und einige ähnliche Erscheinungen damit verglich, dünkte es mir wahrscheinlich, dass nahe verwandte Spezies von einer gemeinsamen Stammform abstammen könnten. Aber einige Jahre lang konnte ich nicht begreifen, wie eine jede Form so ausgezeichnet ihren besonderen Lebensverhältnissen angepasst werden konnte. Ich begann darauf systematisch die Haustiere und die Gartenpflanzen zu studieren und sah nach einiger Zeit deutlich ein, dass die wichtigste umbildende Kraft in des Menschen Zuchtwahl-Vermögen liege, in seiner Benützung auserlesener Individuen zur Nachzucht. Nachdem ich vielfach die Lebensweise und Sitten der Tiere studiert hatte, war ich darauf vorbereitet, den Kampf ums Dasein ('struggle for life') richtig zu würdigen."

(*) Diese 3 Lehren lauten, entsprechend den Überschriften im vorangehenden Text, hier nicht abgedruckt:
(i) Die Evolutionsschöpfung. Die Möglichkeit spontaner Zwischenschöpfungsakte und die mosaische Schöpfungslehre;
(ii) Die Deszendenz- oder Abstammungslehre;
(iii) Die Selektions- oder Zuchtwahllehre.



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Diese Seite wurde im Februar 2018 ausgearbeitet und am 1. März 2018 fertiggestellt. Sie wurde am 27. und 29. März 2018 ergänzt. Sie wird regelmässig geprüft und überarbeitet, letztmals am 12. Januar 2019, am 15. April 2019 und am 20. Februar 2020.

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