Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

D. Drei Korrespondenz-Gesetze


Psycho-Physiognomische Menschenkenntnis: Wie ist es zu erklären, dass aus dem Äusseren des Menschen Rückschlüsse auf sein Wesen gezogen werden können?


Die Erläuterungen von Carl Huter in seinem Lehrwerk «Welt- und Menschenkenntnis», 5. Lehrbrief, 1. Lektion, lassen sich wie folgt zusammenfassen:



Das chemische Korrespondenzgesetz

An der Hautfarbe, am Haar, an den Gesichtsregionen und an den Lippen und Augen ist feststellbar, ob eines der inneren Organe gut oder schlecht arbeitet.

Begründung: "Bei jeder chemischen Zersetzung, Bindung oder Lösung, kurz bei jedem Stoff und bei jedem Stoffwechsel werden chemische und ätherische Stoffe frei, die der aufmerksame Beobachter wohl bald unterscheiden lernt. In allen diesen Teilen verursachen die chemischen Umsetzungsprodukte ganz charakteristische Farben, Formen und Geruchsstoffe."

Beispiele (von Carl Huter)

  • "Scheidet die Niere nicht genügend Wasser aus, so wirkt das im Körper zurückbleibende Mehr unmittelbar auf Haut und Haar ein, beides ist lockerer und feuchter als im normalen Zustande."
  • "Bei vielen Lebererkrankungen sowie auch bei Tuberkulose ist Haut und Haar übertrocken."
  • "Bei zu viel Kohlensäureverbleib im Blute ist das Weisse im Auge graublau getönt. Es ist das typisch bei Kohlensäurevergiftung, Lungenschwindsucht und Atemhemmungen."
  • "Bei Gelbsucht werden zuerst die Augen und dann die Haut gelb."
  • "Ungenügende Darmentleerungen sowie starkes Tabakrauchen bewirken starke Formveränderungen im Gesicht und eine schmutzige Hautfarbe."
  • "Bei Magenüberfüllung wirkt der Überdruck unmittelbar auf das Gesicht ein, das      Gesicht erscheint geschwollener als bei leerem Magen; dieses erklärt sich aus der Elastizität aller Weichteile, ihrer Beziehung untereinander und aus der nahen Verbindung der Leibeshöhle mit Hals, Mund und Wangen."
  • "Auffallend stark erkennbar ist die chemische Veränderung bei Stoffwechselstörungen,wie Gicht, Diabetes, Bleichsucht, Skrofulose u. dergl."

Alle diese chemischen Korrespondenzen der Einzelorgane zum Gesamtorganismus und insbesondere zum Gesicht stehen zugleich mit mechanischen Korrespondenzen im Zusammenhange.

Das mechanische Korrespondenzgesetz

Aus der Körperhaltung, aus Mimik und Gebärden lässt sich auf die mechanischen Zustände im Körper schliessen, also auf die mechanischen Vorgänge in der Knochen- und Muskelsubstanz, im Herzen und im Blutkreislauf.

 Begründung: "Alle Erschütterungen durch Fall, Stoss oder Sprung bewirken starke Erschütterungen a) der festen Teile, der Knochen und Knorpel und b) der weichsten Teile und der Flüssigkeiten. Die elastischen Gewebe, die Sehnen und Muskeln werden mehr durch Eigenarbeit erschüttert und verändert, sie wachsen durch Betätigung. Häufige Erschütterungen rufen bei der Knochensubstanz stärkere Festigung und Elastizität hervor, bei allen Weichteilen und flüssigen Substanzen starke Reibung, Stoffwechsel und -verbrauch."

 Beispiele (von Carl Huter)

  • "Die mageren Körper und Gesichter der bewegungsfleissigen und die dicken der bewegungsfaulen Menschen erklären sich damit, dass Turnen, Rudern, Bergsteigen, Arbeiten, Laufen, Springen - da erschütternd -knochenbildend und Weichteile und Flüssiges umsetzend wirken."
  • "Zirkuliert das Blut mit Hochdruck im Hinterkopf, so ist die Kopfhaltung nach hinten geneigt, wenn im Seitenkopf, dann seitlich, — wenn im Vorderkopf, nach vorn gerichtet."

Was Huter hier beschreibt ist in sachlicher Hinsicht nicht deckungsgleich mit dem mechanischen Korrespondenzprinzip, das oben unter Ziffer 5.2 dargestellt wird. Bis auf weiteres wird für beide Sachverhalte derselben Begriff verwendet.

Das psychische Korrespondenzgesetz

In den Gesichtsmuskeln wird Freud und Leid ausgelöst durch den jeweiligen Zustand des Körpers und der Seele.

Begründung: "Da der ganze Körper reich von Nerven durchzogen ist, so wird jeder Schmerz, jedes Wohlgefühl, das an irgendeiner Körperstelle entsteht, dem Gehirn vermittelt, und das Gehirn überträgt diese Reize durch die nach dem Gesichte hinlaufenden Nervenverzweigungen auf die Gesichtsmuskeln."

Beispiele (von Carl Huter)

  • "Jede angenehme Vorstellung bewirkt einen angenehmen, jede unangenehme einen unangenehmen Gesichtsausdruck."
  • "Alle menschlichen Einrichtungen und Handlungen sind zumeist von guten oder schlechten Empfindungen, Vorstellungen, Urteilen und Gedanken abhängig. Das Geistige hat daher die höchste und bedeutendste Richtkraft im Leben."

Anmerkungen

Die psychischen Vorgänge beeinflussen auch die chemischen und mechanischen Vorgänge Körper. Huter schreibt:

  • "Es kann nun jemand ohne einen realen Hintergrund, also ganz unnötig sich Sorge, Kummer und Herzeleid machen und umgekehrt auch Freude, Hoffnung, Wohlwollen, Liebe, Verehrung pflegen. Die Neigung zu unangenehmen Vorstellungen wirkt bekanntlich nachteilig auf Körper und Geist ein, daher muss der Mensch aus Gründen der Gesundheit und des seelischen Glückes gute Gedanken und Vorstellungen pflegen, und dadurch schafft er sich und andern die höchsten irdischen und idealen Güter. Das Geistige leitet aber das Mechanische und beeinflusst die chemische Substanz."
  • "Üble Gedanken verschlechtern das Blut, hindern eine gute Ernährung und fördern Selbstgifte. Daher haben auch alle Verbrecher schlechtes oder verdorbenes Blut. (Man darf aber nicht glauben, das Blut allein sei die Ursache alles Guten oder aller Fehler, denn das Blut ist ein Bestandteil des lebenden Körpers und ohne wirkende Kräfte nicht denkbar. Am. K.) Edle Gedanken veredeln das Blut und geben dem Menschen den Ausdruck des Reinen, Harmonischen und Gesunden."

Generell gilt: Jede der drei Erscheinungen – chemische, mechanische und psychische – hat Auswirkungen auf die beiden anderen Erscheinungen und durch das jeweilige Korrespondenzgesetz sind diese Auswirkungen in gleicher Weise feststellbar insbesondere aus dem Gesicht.

Mechanisch-biologisches Korrespondenzprinzip

In seinem Lehrwerk «Welt- und Menschenkenntnis», formuliert Huter im 4. Lehrbrief, 1. Lektion, ein weiteres Korrespondenzgesetz.

Das mechanisch-biologische Korrespondenzgesetz: Die Haut der Zelle (Membran) folgt jeder beliebigen Formveränderung von Zellkern und Zelleib.

Carl Huter schreibt dazu:

  • "Nach diesem Gesetz erklärt sich Carl Huter die Möglichkeit, aus der äusseren Form und Gestalt die innere unsichtbare Form und Gestalt innerer Organe bei Tieren und Menschen ja selbst in gewissem Grade auch bei manchen Pflanzen, zu berechnen. Es ist das erste von mir entdeckte Naturgesetz, das  ich bei lebenden Körpern schon als zwölfjähriger Knabe fand."

  • Daraus ist ersichtlich, dass die mechanischen Energien korrespondieren (TF: jene, die den Zellkern resp. den Zelleib neu formt und jene, welche die Membran verändert).

Kommentar: Die Anpassung der Membran durch die Formveränderung des Zelleibes resp. des Zellkerns stellt keine eigentliche Korrespondenz dar. Die äussere Formveränderung wird ja direkt durch den Zellinhalt verursacht. Die Membran ist untrennbar mit dem Zellinhalt verbunden.

Weitere Erklärungen über die gesetzmässige Korrespondenz von Aussen und Innen

Hier sind nicht alle Texte Huters, die sich auf die Entsprechung (Korrespondenz) von Aussen und Innen beziehen berücksichtigt worden:

Individuum und Universum

  • 17. Beweise für die Offenbarung des Innenlebens an der Peripherie beseelter Körper
  • 18. Das Grundgesetz des Geistes
  • 19. Das Grundgesetz des organischen Lebens

insgesamt rund 5 Buchseiten Text.

Huter schrieb dieses Werk im Jahre 1896, also bevor er die die Helioda entdeckt hatte und damit seine Forschungen über den Zusammenhang von Innen und Aussen vollständig abgeschlossen hatte. Er hat es zu seinen Lebezeiten nicht veröffentlicht. Die Gründe für die Nichtveröffentlichung sind nicht bekannt.

Selbstverständlich sind auch die anatomischen Verhältnisse (Nervenbahnen, namentlich die Nervenbahnen vom Körper zum Gehirn und von dort zum Gesicht) und die physiologischen Vorgänge (namentlich der Umstand, dass sie Spuren in der Haut und insbesondere an Hals und Gesicht hinterlassen) wichtige Belege für den Zusammenhang von Aussen und Innen. - Die Begründung von Huter geht aber weit über das hinaus, was sich aufgrund von Anatomie und Physiologie direkt beobachten resp. direkt erklären lässt.

Bei Huter spielt die organisierende, schöpferische Helioda eine wichtige Rolle und damit das Empfindungsvermögen der einzelnen Zelle und des ganzen Lebewesens.


Zitate

Aus: Zweiunddreissig von mehr als zweihundert Entdeckungen, die Carl Huter gemacht hat" enthalten in "Carl Huter: Katechismus der Huterschen Wissenschaft", 1909

Carl Huter beschreibt seine Entdeckungen in der Er-Form.

11. Die Entdeckung des psycho-physiognomischen Grundgesetzes in der lebendigen Formenwelt und die Begründung einer wissenschaftlichen Psycho-Physiognomik.

Er fand, da er experimentell nachgewiesen hatte, dass sich gute und böse Gedanken in bestimmten guten und üblen Emanationen, Spannungen und Strahlungen ihm stets fühlbar machten, dass auch dementsprechend die Physiognomie, der Formencharakter des Körpers, des Gesichts, der Mimik und der Gebärden analog war. Er analysierte diese Formen und Gebärden und sammelte sie zu einer Wissenschaft, die er die reale oder materielle Formenpsychologie nannte. Da sich diese sichtbaren Zeichen mit den innern Gefühlen, die er durch Hellsinn gefunden und beobachtet hatte, übereinstimmten, so folgerte er, dass eine naturgesetzliche Wechselwirkung zwischen äussern Formen zu den innern seelischen Kräften und umgekehrt stattfinden mussten. Die Experimente und Erfahrungen bestätigten diese Tatsache. Damit war das psycho-physiognomische Grundgesetz gefunden, das er dahin formulierte: Jeder Reiz, der von aussen her auf ein Lebewesen einwirkt, muss zuerst die Peripherie desselben an irgend einer Stelle berühren und durchwirken, bevor dieser Reiz auf die Empfindungs-Zentrale im Innern des Körpers anlangt. Äussere Reize, seien es nun chemische, physische oder psychische, beeinflussen also die äussere Physiognomie. Die innern Gefühls- und Lebens-Zentralen der Lebewesen haben den Lebenszweck sich zu äussern, sie dringen daher von innen nach aussen an die Oberfläche und hinterlassen da einen bestimmten Formen- und Farbencharakter. Dieses bildet die charakteristische Physiognomie. Das Innere spiegelt sich demnach in der äussern Kontur des Individuums einmal, und die äussere Welt hinterlässt ebenfalls an diesen gleichen Äussern bestimmte Eindrücke. Beides verdichtet sich bei der, dem Individuum charakteristischen Physiognomie. Alles, was lebt, wird vornehmlich von einer innern Kraft begleitet, durch diese wächst das Leben und die Lebensform nach bestimmten Gesetzen und nach diesen Gesetzen offenbart sich das Leben und der Lebenscharakter, sowie der Geist in den Formen. Carl Huter nennt daher diese wissenschaftliche Methode, die dieses aufzufinden sich bemüht, die Psycho-Physiognomik.


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