Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

D. Licht - elektromagnetische Welle / Atomenergie

1. Licht: Welle oder Teilchen? - Erkenntnisse über die Atomenergie

Carl Huter schreibt im "Leitfaden", erschienen 1909:

  • "Huygens hat 1690 zum ersten Male das Licht als Wellenbewegung erklärt. Diese Undulationstheorie kam zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts zur allgemeinen Anerkennung."
  • "Ich stehe jedoch nach wie vor auch auf dem Boden der Emanationstheorie, die auch Newton 1692 vertrat, nämlich, dass das Licht ein äusserst feiner, von der Sonne und allen selbstleuchtenden Körpern ausgehender Stoff ist."
  • "Ich nehme an, dass das Licht von der Lichtquelle allerdings einen Stoff aussendet, aber auch eine Ätherschwingung hervorruft und dass dieser Stoff eine Spaltung im Weltäther hervorruft (siehe 2.1), die sich mechanisch fortpflanzt und aus dem Weltäther das Fluidum heraustreibt, das sich in der chemischen Materie besonders sammelt und aufspeichert und dort gewaltige Energie entwickelt." (siehe 2.3)
  • "Licht ist Ätherbewegung und Ätherzersetzung aber auch Äther- und Kraftübertragung."

Carl Huter schreibt im "Hauptwerk", fünfte Lektion des II. Lehrbriefs (erschienen im Frühjahr / Sommer 1905):

  • "Der Weltäther, der alles erfüllt, ist der Vermittler der Sonnenstrahlen."
  • "Er scheint als träge Masse den geringsten Widerstand äusseren Krafteinwirkungen entgegen zu setzen."
  • "Der Weltäther ist also in hohem Masse lichtempfindlich, und dieses erklärt die ausserordentliche Wirkung, welche das Licht bei manchen chemischen und biologischen Vorgängen erzeugt."
  • "Wenn bei Umlagerungen der Atome und Moleküle eine Mitarbeit des Äthers auftritt, so muss wohl eine ganz besondere feine Wirkung erzielt werden, eine Wirkung, die nicht nur allein chemischer Natur ist."
  • "Diese besondere Mitarbeit des Äthers, nicht nur bei Lichterscheinungen, sondern auch bei vielen andern Vorgängen in der Natur, erklärt mir das Wesen der Elektrizität von ganz neuen Gesichtspunkten."

Carl Huter schreibt im "Hauptwerk", siebte Lektion des II. Lehrbriefs (erschienen im Frühjahr / Sommer 1905):

  • "Huyghens hat 1690 zum ersten Mal das Licht als Wellenbewegung erklärt. Diese Undulationstheorie kam zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts allgemein zur Anerkennung."
  • "Der grosse Mathematiker und Physiker Newton erklärte 1692 das Licht als einen äusserst feinen, von der Sonne und allen selbstleuchtenden Körper ausgehenden Stoff, Emanationstheorie."
  • "Meiner Meinung nach ist beides richtig und liegt in beiden Theorien die Wahrheit zugleich (siehe 2.4), denn jede Kraftwirkung ruft Substanzverschiebung hervor."
  • "Daher ist mit der Kraftübertragung auch eine Stoffübertragung verbunden."
  • "An den Körper, welche Lichtquellen sind, wie z. B. die Sonne und alle Fixsterne, denke man sich stehende transversale Wellen, die sich aber im Weltäther transversal und longitudinal fortpflanzen. Die stehenden Wellen, erklären sich aus einer, den leuchtenden Körpern innewohnenden magnetischen Spannkraft, die in den freien Einzelatomen so gewaltig zum Ausdruck kommt."

2. Anmerkungen

2.1 Ätherspaltung

Huter erwähnt hier erstmals die Spaltbarkeit des Äthers. Und so, als wäre dies eine Selbstverständlichkeit! In seinem Hauptwerk erwähnt er nur die Differenzierung des Äthers (in Ruh-, Bewegungs- resp. Flieh- und Empfindungs--Äther sowie die Helionen). Nirgends informiert über die Spaltbarkeit des Äthers. Es stellt sich die Frage, wie die Spaltung abläuft, welches die Spaltprodukte sind (verläuft nach bestimmten Regeln oder rein zufällig), was ist danach (kommt es zur Wiedervereinigung der Spaltprodukte)? etc.).

Gemäss Huter ist der Äther sehr lichtempfindlich*), vgl. oben, Abschnitt fünfte Lektion II. Lehrbrief des Hauptwerkes. Daraus lässt sich entnehmen, dass die elektromagnetische Strahlung in der Lage ist, den Äther zu spalten.
*) In der Sprache der Physik: empfindlich auf elektromagnetische Strahlung

2.2 Ausbreitung des Lichts mittels Äther

Eine transversale Welle kann sich nur in einem festen Körper, nicht aber in einem Gas auszubreiten – nur in einem festen Körper kann ein ausgelenktes Atom oder Molekül um seine Ruhelage schwingen und vermag sich die Schwingung auf die Nachbaratome resp. -moleküle zu übertragen, da sich die Atome in einem starren Gitter befinden und jede Auslenkung aus der Ruhelage sich dem Nachbaratom resp. -molekül überträgt. Die Ilionen des Huterschen Äthers bewegen sich im Raum in ähnlicher Weise wie die Atome resp. Moleküle eines Gases. Wie ist es zu erklären, dass die Ilionen eine transversale Welle auszubreiten vermögen? – Ilionen nehmen die Aussendrücke auf und geben sie blitzschnell weiter. Die Weitergabe ist erklärbar, da das Ilion keine Eindrücke speichern kann.

Zweifellos liegt darin (also in der Fähigkeit des Ilions, Eindrücke weiterzugeben) auch die Erklärung von vielen Phänomenen im Bereich der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik.

2.3 Äquivalenz von Masse und Energie

Huter ist unabhängig von Einstein zur Erkenntnis gelangt*), dass in der "chemischen Materie" eine "gewaltige Energie" vorhanden ist (siehe oben, Zitat aus dem "Leitfaden", 1909).
*) Denn Huter kannte Einsteins Fachartikel nicht. Hinzu kommt, dass er die Erkenntnis wohl vor Einstein hatte, d.h. als er am II. Lehrbrief arbeitete. Dies muss im Zeitraum Januar 1905 bis April 1905 gewesen sein, dieser Lehrbrief wurde im Frühjahr / Sommer 1905 veröffentlicht. Er schreibt zwar erst im Leitfaden, 1909, davon, dass das (masselose) Licht zur Bildung von Masse führen kann. Seine genauen Erläuterungen über die Vorgänge bei der Ausbreitung einer elektromagnetischen Welle (welche später bestätigt worden sind, z.B. in Bezug auf den Dualimus) beseitigen allfällige Zweifel. Einsteins Fachartikel "Zur Elektrodynamik bewegter Körper", Annalen der Physik, Berlin 1905 (September)

Huter schreibt aber nicht, dass Masse nichts anderes als eine Erscheinungsform von Energie sei. Es könnte sein, dass keine völlige Identität zwischen Masse und Energie besteht!

2.4 Dualismus von Welle und Teilchen

Zu Huters Zeit war es unter den Fachpersonen der Physik umstritten, ob das Licht als Welle (Huyghens) oder als Teilchen (Newton) aufzufassen sei.

In den Jahren 1920 bis 1939 gelangten die Fachpersonen der Physik zum Ergebnis, dass die elektromagnetische Welle (resp. Licht) eine duale Natur besitzt, man muss sie sowohl als Welle als auch als Teilchen ansehen. Es ist ein seltsamses Ergebnis und deshalb hat es über Hundert Jahre gedauert und viele neue Experimente und Formeln gebraucht (Quantenmechanik) bis sich die Fachwelt damit anfreunden konnte.

Huter Aussage, wonach in beiden Theorien die Wahrheit zugleich liegt, trifft voll und ganz zu.

2.5 Verschränkung und andere schwer erklärbare Phänomene

Die Hutersche Erklärung des Lichts*) zeigt, dass bei der Ausbreitung einer elektromagnetischen Welle zahlreiche Prozesse stattfinden. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, um die dabei beobachteten Phänomene in nachvollziehbarer Weise zu erklären. Die heutige Physik kennt den Äther nicht. Darin dürfte der Grund zu suchen sein, dass sie die Entstehung und die Ausbreitung der elektromagnetischen Welle lediglich skizzenhaft zu erklären vermag.
*) In der Sprache der Physik: empfindlich auf elektromagnetische Strahlung

2.6 Huters Weg der Erkenntnis

Carl Huter schreibt (Quelle: ...), er habe mit dem Äther experimentiert, namentlich dann, als er am II. Lehrbrief gearbeitet habe. Huter besass ein sehr feines Empfindungsvermögen. Und er schreibt, er hätte dieses geschult, um mit dem Äther experimentieren zu können.

Er schreibt, er hätte vom Äther eine dankbare Rückstrahlung empfangen, als er mit dem Äther Fühlung aufgenommen habe und auch, da er dessen Natur und dessen Empfindungsvermögen richtig erkannt habe.

Für Huter war der Äther real, existierend, nicht nur ein Annahme oder ein Modell. Nur in Bezug auf die Eigenschaften des Äthers spricht er von "Annahmen", vgl. Rubrik  A. Welt-Äther / Zitate  

Für weitere Informationen vgl. Rubrik  G. Forschungsmethode



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Diese Webseite wurde am 12. und 13. Juni 2018 erstellt und am 15. Juni 2018 ergänzt. Sie wird regelmässig geprüft und angepasst, letztmals vom 17. bis 23. Mai 2019.

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