Carl-Huter-Stiftung

Welt- und Menschenkenntnis nach Carl Huter

 

2A. Biografische Daten eines einzigartigen Menschen, 
der seiner Zeit weit voraus war


9. Oktober 1861 
Geburt von Carl Heinrich Conrad Huter in Heinde bei Hildesheim als Sohn von Johanna (geb. Laffert) und Heinrich Huter (Wasserbaumeister).

10. März 1868
Tod des Vaters.

1866 - 1868
Carl Huter bemerkt beim Spielen, dass bei den erwachsenen Menschen grosse, grundlegende Unterschiede bestehen hinsichtlich ihres Körperbaus.

1868, Sommerhalbjahr
In der Woche nach Ostern, April: Eintritt in die Schule in Heinde.

1868, Herbst bis 1876, August

  • Carl Huter lebt als Pflegekind bei seinem Onkel (Landwirt) und dessen Ehefrau. Das Ehepaar ist kinderlos und möchte den Bauernhof später an Carl Huter vererben. 
  • Carl Huter besucht die Schule in Oedelum.  Besondere Förderung durch den Lehrer August Almeling, Herbst 1871 bis Frühling 1874, danach in den Winterhalbjahren durch den Pastor, 1874 / 75 und 1875 / 76.    
  • Im Frühjahr 1876 beendet Carl Huter die Schulzeit. Er verlässt die Pflegeeltern und zieht zurück nach Heinde zu seiner Mutter. Er ist tageweise bei Bauern tätig. Da die Mittel für den Besuch eines Gymnasiums fehlen, entscheidet er sich für den Beruf des Portraitmalers.

1876, August – 1880, Februar
Die Mutter bringt ihn zum Lehrmeister Carl Saeger in Hildesheim. Er lebt ab jetzt in dessen Haus. 
Lehre als Portrait-, Dekorations- und Porzellanmaler. 3 1/2-jährige Lehre, die er im Februar 1880 beendet.

1881 - 1884
Weitere Ausbildung zum Porträtmaler sowie Tätigkeit an der Oper und am Theater in Leipzig. Daneben naturwissenschaftliche, philosophische und psychologische Studien. Lebt in Berlin, Dresden und Leipzig.

1882
Erste Schriften über "Die Körper- und Lebenswissenschaft".

1884
Erste Vorträge als Naturforscher und psychologischer Redner

1885 – 1889
Freier Porträtmaler in Hildesheim. Als Folge der Erkrankung an Halskrebs gibt er sein Geschäft auf und lebt als
Freier Porträtmaler in Wolfenbüttel und Braunschweig.

1886
Huter erteilt Privatunterricht im Bereich Naturforschung und Psychologie.

1889
Carl Huter bemerkt, dass von seinem Kopf und seinen Händen ein Licht ausgeht: weisslich-gelblich; kaum sichtbar. Er hält dies als eine Nachentdeckung des Reichenbaches Od.

1889 – 1892
Carl Huter erkrankt an einem Halsleiden, das sich verschlimmert, da es nicht sofort behandelt wird. Die Suche nach Ärzten, die sein Leiden heilen, führt zum

1892
Umzug nach Bremen, welche Besserung aber nicht die vollständige Heilung bringen.

1893
Umzug nach Hannover. Erste Kontakte mit seiner späteren Ehefrau Henny Pieper (12.12.1875 - 24.5.1933; Henriette). Förderung durch Prof. Dr. Virchow, Prof. Dr. Schuchardt und Dr. Brodbeck. Naturwissenschaftliche und naturphilosophische Studien. Vortragstätigkeit. Arbeit an den naturwissenschaftlichen Grundlagen der Psycho-Physiognomik und Kallisophie.

1894
Vortragsreisen in Norddeutschland. Huter beginnt sein Heilsystem praktisch anzuwenden als Direktor eines Kurbades in Hannover.

Herbst 1895 und 1896
Ende 1895 und anfangs 1896 Vortragsreisen in Norddeutschland. 
Heirat in London am 4. Januar 1896. Carl Huter schreibt "Individuum und Universum". Das Werk wird erst 1925 gedruckt und veröffentlicht, durch Amandus Kupfer.

1897
Umzug in ein eigenes Haus nach Detmold. Darin betreibt er in den Sommermonaten eine kleine Kuranstalt. Es arbeiten mit: ein Arzt, ein Masseur und seine Ehefrau.

1898
Das Werk "Die neue Heilwissenschaft" erscheint.
Der Gedichtband "Glocken aus dem Cheruskerland" erscheint

1898, März - 1899, März
Huter gewinnt weitere Erkenntnisse über Helioda. Er erhebt den Anspruch, sie wissenschaftlich richtig erkannt und beschrieben zu haben und daher deren Entdecker zu sein.

(a) Carl Huter erkennt, dass die Strahlung, die er 1889 an sich selbst beobachtet hat, keine Folge des Odes ist. Er nennt die Lichterscheinung "Lebenslichtstrahlung" und schafft dafür den Begriff "Helioda".

(b) Er vermag mittels der Helioda, die von seinen Fingern ausströmt, auf andere Menschen körperlich-seelisch-geistig wohltuend einzuwirken. Er vermag Heilwirkungen zu erzeugen. Er wendet diese "Helioda-Therapie" als Kurdirektor in Hannover (ab 1894) und als Direktor seines Kurbades in Detmold (ab 1897).

(c) Er vermag mittels Hellfühlen Charakter und Gesundheitszustand eines vor ihm befindlichen Menschen zu erfühlen.
Carl Huter hält darüber Vorträge und demonstriert die Wirkung der Helioda (1899 bis 1911). Zahlreiche Zeugnisse von anwesenden und betroffenen Personen belegen, dass Huter dazu tatsächlich in der Lage gewesen war.

1899 - 1908
Er unterscheidet eine negative und eine positive Helioda.

(a) Die negative Helioda gibt dem Lebewesen die Fähigkeit zum Empfinden (1899)

(b) Die positive Helioda ist in der Zelle und im Lebewesen organisierend und schöpferisch tätig (1899). Sie erzeugt auf magische Weise das Bewusstsein (1908). Die positive Helioda ist untrennbar mit einer Leuchterscheinung verbunden, die man bei einzelnen Menschen als weisslich-gelbliches Licht in Erscheinung tritt (1899).

(c) Sie hat in der Zelle ein eigenes Organ, das Zentrosoma (um 1905).
Anmerkung:
Diese Lichterscheinung lässt sich am ehesten erkennen bei einem Menschen mit starker positiver Helioda und zwar (a) im Halbdunkeln; (b) wenn sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hat; (c) wenn sich der Mensch vor einem dunklen Hintergrund befindet
..

1899 – 1902
Vortragsreisen, die durch ganz Deutschland führen. An einzelnen Orten hält Huter Lehrkurse ab, die 2 bis 4 Vorträgen innerhalb von wenigen Tagen bestehen. Es bilden sich Ortsgruppen, u.a. in Mülheim a.d.R., Hamburg, Pforzheim (1899 bis 1904), in loser Form oder als Verein.

1899, Oktober
Begründung der Zeitschrift "Hochwart" auf Veranlassung von Ortsgruppen, die sich eine Mitgliederzeitschrift wünschen. Bis 1903 hat die Zeitschrift einen Umfang von 300 - 400 Seiten pro Jahr und erscheint monatlich. Die Zeitschrift erscheint ab 1904 seltener und wird im Jahre 1911 eingestellt (vermutlich Mitte Jahr).

1901, 1.-2. Juni 1901
Erster Bundeskongress in Detmold

1901, 10. August 1901
Gründung des Vereins "Huterischer Bund", konstituierende Versammlung.
Die Genehmigung der Satzungen und die definitive Gründung erfolgten an der Generalversammlung 9. Oktober 1901

1902, 17. Juli
Fest zum 5-jährigen Bestehen des Kurbades

1902, 18. - 20. Juli
Zweiter Bundeskongress in Detmold
ursprüngliches Datum: 21. - 23. Mai, d.h. ab Mittwoch nach Pfingsten von Huter mit Pfingstkongress bezeichnet. Weitere Kongresse waren geplant, z.B. für 1904 in Frankfurt, fanden aber nicht statt.

1902, Juni und Juli
Monatskurs in Detmold; weibliche und männliche Teilnehmer, darunter eine Mitarbeiterin von Carl Huter.

1903
Gründung des Carl Huter-Verlags sowie des Arminius-Verlags.
Carl Huter schreibt: "Die innere Erschliessung einer höheren geistigen Welt". Das Werk wird erst 1929 gedruckt und veröffentlicht, durch Amandus Kupfer.

1904 - 1906
Carl Huter verfasst "Welt- und Menschenkenntnis". Dieses Werk besteht aus 5 Lehrbriefen mit einem Umfang von rund 700 Seiten. Es wird oft als "Hauptwerk" bezeichnet.

1907 - 1911
Huter verfasst und veröffentlicht zahlreiche Artikel in der "Hochwart" und in "Illustrierte Blätter für praktische Menschenkenntnis (erscheint ab Oktober 1909) sowie zahlreiche Broschüren über seine "Huterschen Lehren", u.a.
- "Die neue Ethik" (1907)
- "Die neue Weltanschauung" - "Der neue Glaube und die goldenen Lebensregeln" (1908)
- "Katechismus der Huterschen Wissenschaft" (1909; Vorwort: Mai 1908)
- "Wie erwirbt man sich die Mitgliedschaft ..." (1908)
- "Das Empfindungsvermögen der Materie" (1909)
- "Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis" (1910)
Im Jahre 1911 erscheint das biografische Werk "Aus eigener Kraft", das in Huters Institut von seiner Mitarbeiterin erstellt worden ist.

1907, September, und 1908, Sommer (ab Mitte August?)
Monatskurse in Detmold mit rund 10 Teilnehmern: Amandus Kupfer, Personen aus seinem Freundeskreis und weitere Personen.

1907 - 1910
Aufbau, schrittweise Eröffnung und Betrieb der drei Carl-Huter-Institute

  • Schrittweiser Umzug nach Leipzig; ab Mai 1909 ganz in Leipzig. Damit Trennung von der Familie, bestehend aus Ehefrau und zahlreichen Kindern. Carl Huter hat die familiären Verhältnisse so geregelt, dass die Ehefrau Eigentümerin des Hauses wurde und das Kurbad weiterbetrieben wird. Beim Gericht stellen die Eheleute den Antrag auf Ehescheidung.
  • 1908 Bezug von Geschäftsräumen in Leipzig; Bosestrasse 7, Hochparterre
    Eine 3-4 Zimmer Wohnung, Hochparterre in einem repräsentativen grossen Miethaus, im Zentrum von Leipzig, an ruhiger Lage;
    heutige Anschrift: Nikischplatz 1, 04109 Leipzig, Zentrum-West.
  • Mai 1909: Die Freie deutsche Hochschule nimmt den Betrieb auf. Sowohl Personen mit Abitur als auch solche ohne Abitur müssen den Nachweis der Eignung erbringen.
  • Mai 1909: Das Psychologische Untersuchungsinstitut nimmt den Betrieb auf.
  • 14. August 1909: offizielles Eröffnungsdatum der beiden oben genannten Institute.
  • 18. September 1910: Das Carl-Huter-Museum wird eröffnet und nimmt den Betrieb auf. Dieses Museum besteht aus drei Räumen

1909 - 1911
Carl Huter betreibt als Direktor die Carl-Huter-Institute in Leipzig. 

  • Die 18 1/2-jährige Irma Fleischhacker (17.1.1891-11.1.1980) wird am 28. Juli 1909 Mitarbeiterin von Carl Huter.
    Carl Huter erteilt ihr bezahlten Privatunterricht, von August bis Dezember 1909. Im Jahre 1910 bezeichnet sie sich als "I. Assistentin in Carl Huters psychologischem Untersuchungsinstitut". Unter ihrem Namen sowie unter ihrem Pseudonym Irmgard von Adelhain erscheinen zahlreiche Fachartikel, von Herbst 1909 bis anfangs 1912.
    Viele Texte sind mit Bestimmtheit in enger Zusammenarbeit mit Carl Huter entstanden. Es ist anzunehmen, dass
    (i) sie vieles, was ihr Carl Huter erzählte, hinterfragte und die Antworten in die Texte einfliessen liess;
    (ii) Carl Huter alle ihre Texte vor der Veröffentlichung durchgesehen hat.

    Anmerkung: Die Mutter, Amalia Friederike Fleischhacker (26.2.1853 - 26.11.1926) stammt aus St. Gallen (Schweiz). Sie hatte um 1908 an ihrem Wohnort Dresden einen Vortrag von Carl Huter besucht. Sie war seit 1888 einfache und seit 1899 zweifache Witwe. Irma ist das einzige Kind aus zweiter Ehe mit dem Dresdener Glühlampenfabrikanten Ingenieur August Fleischhacker (1850 - 1899). Die anderen drei Kinder stammen aus der ersten Ehe mit dem Schweizer Juristen und Diplomaten Dr. iur. Johannes Ferdinand Weder (1839 - 1888, Heirat 1874). Wenigstens zwei davon lebten ebenfalls in Dresden und waren berufstätig, Emmi Weder als Klavier-Lehrerin und Julius Johannes Weder - Büttner als Elektro-Ingenieur. Sowohl die Mutter als auch die beiden genannten Nachkommen haben sich für Carl Huter eingesetzt. Näheres auf Anfrage.

1911
Ab Juni: Zwangs-Auflösung der Carl-Huter-Institute aus finanziellen Gründen. 

1912
Tod am 4. Dezember 4. Dezember 1912 in Dresden, infolge Herzschwäche (Hauptursache) sowie Erschöpfung und Leberleiden.


Anmerkungen

Die obigen Angaben beruhen auf den Schriften von Carl Huter, auf den Schriften seiner Mitarbeiterinnen und auf einigen wenigen weiteren schriftlichen Quellen. 

In diesen Quellen findet man viele weitere Informationen, z.B. über sein Leben, seine Familie und über seine beruflichen Tätigkeiten. 


Zitate 

Huter schreibt im Vorwort zu "Leitfaden zu meinem wissenschaftlichen System der Psycho-Physiognomik", Januar 1909 über seine Tätigkeit:

  • "Meine in den letzten zehn Jahren fast in allen grösseren Städten Deutschlands gehaltenen diesbezüglichen Vorträge sind von mehr als 300 der angesehensten Tagesblätter und Zeitschriften und von vielen hervorragenden Männern der Wissenschaft und des öffentlichen Lebens gut besprochen und empfohlen worden."
  • "In vielen Lehrkursen habe ich seit 1886 die verschiedenen Fächer der neuen Wissenschaft Herren und Damen aller Gesellschaftskreise gelehrt und seit 1882 vertrete ich auch in Schriften diese neue Körper- und Lebenswissenschaft."
  • "1904 anfangend konnte ich das grosse illustrierte Lebenswerk unter dem Titel "Menschenkenntnis': herausgeben, und dieses Werk führte zu einer festen Verbindung vieler Gleichgesinnten und Studierenden desselben. Ein Beweis, dass diese Lebensarbeit nicht umsonst gewesen ist und dass sie die Kraft in sich trägt, eine neue Kultur anzubahnen."

History
Diese Seite wurde im Jahre 2016 erstmals veröffentlicht. Sie wird regelmässig überprüft und geändert, letztmals am 21. Oktober 2019 und am 30. August 2020.










 
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